Windpark mit Solarpark und Stromleitungen

Es sind nicht die Vergütungszahlungen an die EEG-Anlagenbetreiber, die die Umlage steigen lassen.
Foto: Bosch Solar Energy

Fraunhofer ISE sieht großes Potenzial zur Senkung der EEG-Umlage

02. Juni 2014 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Die anstehende EEG-Reform wird aus Sicht der Wissenschaftler aber verhindern, dass es zu einer Entlastung der Verbraucher kommen wird. Die Industrieprivilegien werden darin so ausgeweitet, dass es wohl nicht zu einer Senkung der EEG-Umlage 2015 kommen wird.

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Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg hat eine Kurzstudie zur EEG-Umlage veröffentlicht. Darin kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass bereits 2015 die EEG-Umlage sinken könnte und stellen die historische Entwicklung dar. „Mit 6,24 Cent/Kilowattstunde in 2014 hat sich die Umlage seit 2009 nahezu verfünffacht, während sich die Vergütungszahlungen mit voraussichtlich 21,26 Milliarden Euro nur etwas mehr als verdoppelt haben, die eigentliche Förderung der erneuerbaren Energien und der Zuwachs bei der EEG-Umlage liegen damit erkennbar im Missverhältnis“, sagt Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer ISE.

Das EEG-Konto werde zum Jahresende voraussichtlich einen Überschuss von zwei Milliarden Euro aufweisen. Ohne die EEG-Reform hätten die Verbraucher als entlastet werden können, doch die in der Novelle vorgesehenen Änderungen bei den Industrieprivilegien würden dies nun wohl verhindern. „Zwar fallen einige Unternehmen aus dieser Privilegierung heraus, diese bleiben aber über Kostendeckelungen oder Härtefallregelungen weitgehend entlastet, zugleich sollen 2015 etwa 300 bis 400 neue Unternehmen von der Ausnahmeregelung profitieren“, erklärte Bruno Burger, Leiter der Gruppe Energiedaten und strategische Entwicklung bei Fraunhofer ISE. Dadurch werde das EEG-Konto 2015 mit rund 300 Millionen Euro belastet. Im Jahr darauf kämen 200 weitere Unternehmen und eine zusätzliche Belastung von 400 Millionen Euro dazu. Nach Erkenntnissen des Fraunhofer ISE zahlten bereits jetzt schon die Verbraucher 98 Prozent der EEG-Umlage, während die privilegierten Industrieunternehmen weniger als zwei Prozent beisteuerten. Die weitere Schonung der Industrie ist nach Ansicht von Burger aber gar nicht notwendig, da diese vom gesunkenen Börsenstrompreis profitiere. Dieser sei allein seit 2011 um 40 Prozent gefallen und liege derzeit wieder auf dem Nivau von 2004.

In seiner Kurzstudie zeigt das Fraunhofer ISE auch auf, dass nicht die Vergütungszahlungen an die Erneuerbaren-Energien-Anlagenbetreiber die entscheidende Größe für die Höhe der EEG-Umlage seien, sondern die Differenzkosten. „Einfach gesprochen sind das die Vergütungszahlungen abzüglich der Vermarktungserlöse für den erneuerbaren Strom“, sagt Burger weiter. Bis 2009 habe es einen kontinuierlichen Anstieg der Vermarktungserlöse gegeben. Seit der Reform des EEG-Wälzungsmechanismus im Jahr 2010 seien sie aber deutlich zurückgegangen. Aus dieser Reform resultierten nun aber auch die wesentlichen Probleme. Ohne diese Folgen würde die EEG-Umlage derzeit bei 4,1 statt bei 6,24 Cent je Kilowattstunde liegen. „Überkapazitäten im konventionellen Kraftwerkspark sollten abgebaut werden, um die Strompreise zu stabilisieren und ein weiteres Absinken der Spotmarktpreise zu verhindern“, schlägt daher Eicke Weber vor. Zudem sollte der Kraftwerkspark flexibler auf niedrigere Börsenstrompreise reagieren. Auch sollte der Handel von EEG-Strommengen nicht verpflichtend über den Spotmarkt erfolgen. Darüber hinaus mahnt das Fraunhofer ISE eine Reform des Emissionshandels an. (Sandra Enkhardt)

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