Berlin, 27.4.26 – Der Verband für nachhaltige Agri‑Photovoltaik (VnAP) sieht im derzeit kursierenden Referentenentwurf zur Novellierung des EEG 2027 erhebliche Risiken für den Markthochlauf der Agri‑Photovoltaik (Agri-PV). Der Entwurf fordert flächenschonende, akzeptanzstarke Lösungen ein, verweigert ihnen aber die ökonomische Grundlage. Zwar bliebe Agri‑PV formal zulässig, wirtschaftlich würde das Segment jedoch an den Rand gedrängt. Die gesamte Branche wäre damit akut gefährdet.
Dabei steht der Entwurf in einem deutlichen Spannungsverhältnis zu den politischen Zielsetzungen der Bundesregierung. So heißt es noch im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD der 21. Legislaturperiode: „Wir achten auf Flächenschonung und wollen Möglichkeiten der Doppelnutzung, wie zum Beispiel Parkplatz‑, Agri‑ und Floating‑PV erleichtern.“ Im vorliegenden Referentenentwurf findet sich diese Zielsetzung jedoch nicht in der konkreten Ausgestaltung der Fördermechanik wieder.
Zwar begrüßt der Verband die Beibehaltung der Ausbauziele für Photovoltaik, warnt jedoch vor einer Benachteiligung flächenschonender Doppelnutzungskonzepte. Konkret kritisiert der VnAP die Streichung des Untersegments für besondere Solaranlagen sowie der höheren Vergütung für kleine besondere Solaranlagen. Damit entfällt der bislang zentrale regulatorische Rahmen für Agri‑PV. Künftig müssten Agri‑PV‑Anlagen im direkten Wettbewerb mit klassischen Freiflächenanlagen bestehen – trotz deutlich höherer Investitions‑, Planungs‑ und Betriebskosten, die unmittelbar aus der landwirtschaftlichen Integration resultieren. Flächenschonende und akzeptanzstarke Lösungen würden politisch zwar eingefordert, erhielten aber keine ökonomische Absicherung.
Der Verband fordert daher dringend:
- Beibehaltung des gesonderten Untersegments für besondere Solaranlagen (> 1 MWp)
- Beibehaltung einer höheren Vergütung für kleine besondere Solaranlagen (< 1 MWp) außerhalb der Ausschreibungen der Bundesnetzagentur
- Berücksichtigung der Systemdienlichkeit von Agri‑PV‑Anlagen in den Resilienzausschreibungen
„Agri‑Photovoltaik ist eine Schlüsseltechnologie für eine akzeptanzfähige Energiewende. Wenn der Referentenentwurf unverändert bleibt, droht der Verlust genau jener Projekte, die Fläche sparen, Akzeptanz schaffen und Landwirtschaft integrieren“, so Gawan Heintze, Vorstand des Verbands für nachhaltige Agri‑Photovoltaik (VnAP).
Über den Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP)
Der Verband für nachhaltige Agri-PV (VnAP) bündelt die Interessen der Mitglieder aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Naturschutz und Wirtschaft und trägt diese konsolidiert in die Öffentlichkeit. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, den Markthochlauf der Agri-PV in Deutschland und Europa zu fördern, landwirtschaftliche Betriebe bei der Umsetzung zu stärken und eine klare Abgrenzung zu Freiflächen-PV-Anlagen zu erreichen. Außerdem wird für eine breite Akzeptanz der Agri-PV in der Öffentlichkeit geworben.





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