Ein innovatives Beispiel für den Ausbau der Solarenergie in Nordrhein-Westfalen findet sich im Wasserwerk des Wasserbeschaffungsverbandes Arnsberg in Meschede-Freienohl. Hier betreiben die Stadtwerke Arnsberg eine PV-Freiflächenanlage, deren erzeugter Strom das dortige Wasserwerk mit einer Eigennutzung von 100% versorgt. Das Wasserwerk kann damit 25% des eigenen Stromverbrauchs decken und seine Energiekosten dadurch deutlich senken. Erbaut und konzipiert wurde die Anlage von der outarky GmbH und ging im August 2024 in Betrieb. Vertreterinnen und Vertreter des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW), der Stadtwerke Arnsberg und der outarky GmbH stellten die Anlage heute anlässlich des diesjährigen Tages der Sonne vor.
Solarenergie – erneuerbar, klimafreundlich, leistungsstark
Hans-Josef Vogel, Vorstandsvorsitzender des LEE NRW hebt am Beispiel der Anlage das Potenzial der Solarenergie hervor. „Dass damit allein ein Viertel des Stromverbrauchs des Wasserwerks gedeckt wird, zeigt die Leistungsfähigkeit der Anlage. Die Installation vor zwei Jahren hat uns als Verband auch deshalb gefreut, da der Ausbau der Freiflächen-PV dem Ausbau von Gebäudeanlagen in Nordrhein-Westfalen leider immer noch hinterherhinkt“, so Vogel.
Der Ausbau der Solarenergie erreichte in den vergangenen Jahren Rekordwerte. Bundesweit stieg der Anteil von Solarstrom am Bruttostromverbrauch auf knapp 17 Prozent.
Photovoltaik sorgte gemeinsam mit der Windenergie bereits 2023 bundesweit für rund 10 Milliarden Euro direkter Wertschöpfung. Davon blieben bis zu 5,5 Milliarden Euro in den Regionen vor Ort. Zudem entstanden rund 51.000 direkte Vollzeitarbeitsplätze in Deutschland. Das geht aus der jüngsten Studie „Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch erneuerbare Energien“ im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hervor. Bis 2033 könnte sich die direkte Wertschöpfung demnach auf rund 21 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Regional verbleiben könnten laut Studie dann bis zu 12,3 Milliarden Euro.Über 100.000 direkte Vollzeitarbeitsplätze wären möglich.
Der LEE NRW kritisierte in der vergangenen Woche den Umgang des Bundesministeriums mit der Studie. Sie wurde weder öffentlichkeitswirksam kommuniziert noch politisch eingeordnet. „Erneuerbare Energien schaffen Wachstum, Jobs, kommunale Einnahmen und mehr Unabhängigkeit. Das ist mit dieser Studie eindrucksvoll bewiesen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sollte dringend dem Beispiel anderer Länder folgen: Solarenergie und Erneuerbare weiter zügig ausbauen. Sie sind insgesamt die wirtschaftlichste Lösung“, stellt Hans-Josef Vogel, Vorstandsvorsitzender des LEE NRW klar.
Stadtwerke Arnsberg und Outarky mit gemeinsamem Projekt für die Region
Die Anlage in Meschede mit ihren 537 PV-Modulen und einer Spitzenleistung von 350 kWp wurde von der Outarky GmbH in Eslohe geplant und gebaut. Betrieben wird sie seitdem von den Stadtwerken Arnsberg. Die Inbetriebnahme erfolgte am 29. August 2024.
Oliver Vogel, Geschäftsführer der Stadtwerke Arnsberg hebt die besondere Bedeutung der Anlage für das Wasserwerk hervor: „Die Anlage deckt einen wesentlichen Teil des Strombedarfs am Wasserwerk und hat für unsere Stadtwerke in zweierlei Hinsicht eine große Bedeutung. Sie produziert für unseren laufenden Betrieb kostengünstigen Strom – rund 310.000 kWh pro Jahr – zu planbaren Strompreisen und vermeidet in erheblichem Maß klimaschädliche Emissionen in dem sie rechnerisch rund 107 Tonnen CO 2 Ausstoß reduziert. Diese Effekte decken sich mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch.“
„Die Stadtwerke Arnsberg hatten den Mut, früh in die eigene Region zu investieren, und die Weitsicht, Eigenversorgung konsequent zu denken. Dass sie uns dabei an ihrer Seite haben wollten, ist für uns bis heute eine Auszeichnung. Aus diesem ersten gemeinsamen Projekt ist inzwischen eine ganze Pipeline weiterer Vorhaben geworden und genauso verstehen wir Partnerschaft: Auf Augenhöhe, langfristig und mit echtem Vertrauen“, lobt Outarky-Geschäftsführer Clemens Wullenweber die erfolgreiche Kooperation mit den Stadtwerken Arnsberg.
Hintergrund zum Tag der Sonne
Der Internationale Tag der Sonne findet jährlich am 3. Mai statt. Er wurde 1978 initiiert, um auf das enorme Potenzial der Solarenergie als klimafreundliche Energiequelle aufmerksam zu machen und den Ausbau der Photovoltaik zu fördern. Er geht auf den US-amerikanischen Umweltschützer und Befürworter der Solarenergie Denis Hayes zurück, der für seine Initiative politische Unterstützung durch den damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter erhielt.





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