Pilotprojekt für nachhaltigen Wohnungsbau mit PVT-Technologie

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Die Grübbel Generalunternehmer GmbH aus Bad Oeynhausen hat bei einem Neubauprojekt in Hameln eine nachhaltige Heizungsanlage realisiert, die aus einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit bivalenter Quellenanbindung und Photovoltaik-Thermie-Kollektoren (PVT) der TWL-Technologie GmbH besteht. Das Unternehmen hat die 18 Einheiten der Wohnanlage in serieller Holzbauweise mit vorgefertigten Elementen umgesetzt. Das Institut für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) überwacht die Energieströme und die Jahresarbeitszahlen des Systems bis Ende 2027. Wenn die Ergebnisse den Erwartungen entsprechen, will der Generalunternehmer derartige Wohnungseinheiten mit PVT-Anlagen künftig in Serie fertigen.

„Mit der Wohnanlage in Hameln wollte Grübbel ein energetisches Gesamtsystem aufbauen, das weit über klassische Lösungen hinausgeht und eine System-Jahresarbeitszahl von 3,5 erreicht. Wir freuen uns, Teil dieses Projekts zu sein“, sagt PVT-Produktmanager Christian Holst von TWL-Technologie. Das Wohngebäude hat Grübbel als Effizienzhaus 40 EE nach GEG 2023 (steht für Gebäudeenergiegesetz) umgesetzt, was zu besseren Förderkonditionen führt. Vorgabe ist, dass der Primärenergiebedarf maximal 40 Prozent eines Referenzgebäudes betragen darf. Grübbel hat sowohl die PVT-Anlage als auch den 385 Quadratmeter großen Flächenkollektor für die Erdwärmepumpe entsprechend ausgelegt.

Mit PVT Kosten und Erdarbeiten einsparen

48 PVT-Kollektoren vom Typ PRISMA®PVT HORIZON 4.0 der TWL-Technologie liefern sowohl elektrischen Strom für die Wärmepumpe als auch thermische Energie für die Regeneration des Erdreichs. Dank der Regenation durch die PVT-Kollektoren gelang es Grübbel, die Fläche für den Erdwärmetauscher um 25 Prozent zu reduzieren. Das spart Kosten und Erdarbeiten ein und rettete außerdem zwei alte Bäume vor der Abholzung.

Vor der Wärmepumpe hat Grübbel einen mit Sole gefüllten, 100-Liter-Kaltspeicher als hydraulische Weiche eingebaut, um die Volumenströme von der Erdquelle und der PVT-Anlage zu entkoppeln. Die Wohnungsstationen sind über ein 4-Leiter-System (Heizung und Trinkwarmwasser inklusive Zirkulation) mit der Heizungsanlage verbunden. Weil die Fußbodenheizung (mit niedrigeren Temperaturen) und die Warmwasserversorgung (mit höheren Temperaturen) über getrennte Stränge laufen, werden die Energieverluste minimiert.

Das Projekt wird im Rahmen der integraTE-XL-Initiative überwacht, die vom ISFH koordiniert wird und an der TWL-Technologie beteiligt ist. Bei dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsprojekt messen die Projektpartner aus der Forschung und der Industrie Demonstrationsanlagen mit PVT-Kollektoren und Wärmepumpen, um Erkenntnisse für die Gebäudeenergieversorgung zu gewinnen. Mit den Messungen wollen sie ausgewählte Systeme hinsichtlich ihrer Energieeffizienz, ihrer CO2-Einsparung und ihrer Wärmegestehungskosten bewerten, Markthemmnisse überwinden und Potenziale erschließen.

TWL-Technologie auf der Intersolar Europe

Die TWL-Technologie GmbH stellt ihre PVT-Kollektoren und ihre Projekte vom 23. bis zum 25. Juni auf der weltweit führenden Fachmesse für die Solarwirtschaft Intersolar Europe in München vor. Besucher finden das Unternehmen auf dem Messegelände in München in Halle A2, Standnummer 115. Journalisten bietet das Unternehmen individuelle Einzelgespräche an seinem Messestand an.