Berlin/Frankfurt am Main, 29.04.2026: Führende Verbände aus Energiewirtschaft, Industrie, Handel und Handwerk fordern nach der erneuten Verschiebung des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) verlässliche Leitplanken für eine planbare und investitionssichere Wärmewende im Gebäude.
Ursprünglich wollte sich das Bundeskabinett heute mit dem Gesetzentwurf befassen. Nun wurde das GModG erneut vertagt – voraussichtlich auf Mitte Mai. Aus Sicht der Verbände sollte diese Zeit genutzt werden, um die Pläne der Bundesregierung für den Gebäudesektor inhaltlich zu präzisieren und praxisnah weiterzuentwickeln.
Aus Sicht der Verbände heißt das:
- In vielen Netzgebieten ist absehbar, dass dort in Zukunft kein Biomethan zum Einsatz kommen wird. Die Vorgabe der Biotreppe weckt die falsche Erwartung über eine flächendeckende Bereitstellung klimaneutraler Energieträger in den Gasnetzen. Es sollte keine teure Aufrechterhaltung der gesamten Gasinfrastruktur durch Biomethan in Aussicht gestellt werden.
- Das GModG muss auf Basis der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) gedacht und umgesetzt werden.
- Die bestehende Förderung muss stabil bleiben und über 2029 hinaus erhalten werden. Sie sollte erst langfristig abgeschmolzen werden.
- Die Bundesregierung muss ein klares Signal setzen und die Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß senken. Nur so lassen sich zukunftssichere, elektrische Lösungen wirksam anreizen.
- Die Ausweitung des europäischen Emissionshandels auf den Gebäudesektor muss wie vorgesehen erfolgen. Sie schafft Planbarkeit und trägt zur Gegenfinanzierung energetischer Förderprogramme bei.
Nicht zuletzt die geopolitischen Spannungen und die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Energieimporten machen deutlich: Eine beschleunigte Wärmewende im Gebäudesektor ist zwingend notwendig. Zugleich betonen die Verbände, dass Tempo allein nicht ausreiche. Schnelle Entscheidungen dürften nicht zulasten von Planungssicherheit und Investitionsvertrauen gehen. Politische Hauruck-Aktionen seien keine Lösung.
Das GModG müsse als verlässlicher Rahmen wirken – und dürfe nicht erneut zu Verunsicherung, Investitionsaufschub und Akzeptanzverlust führen. Die Verbände appellieren an die Bundesregierung, das Gesetz als wirksames Modernisierungsinstrument auszugestalten, nicht als weiteres Regelwerk ohne spürbare Wirkung.
Die Verbände machen deutlich: Die Wärmewende im Gebäude entscheidet sich jetzt – an Klarheit, Verlässlichkeit und konsequenter Umsetzung. Jede weitere Verzögerung gefährdet Investitionen, Klimaziele und die wirtschaftliche Dynamik im Land.





Mit dem Absenden dieses Formulars stimmen Sie zu, dass das pv magazine Ihre Daten für die Veröffentlichung Ihres Kommentars verwendet.
Ihre persönlichen Daten werden nur zum Zwecke der Spam-Filterung an Dritte weitergegeben oder wenn dies für die technische Wartung der Website notwendig ist. Eine darüber hinausgehende Weitergabe an Dritte findet nicht statt, es sei denn, dies ist aufgrund anwendbarer Datenschutzbestimmungen gerechtfertigt oder ist die pv magazine gesetzlich dazu verpflichtet.
Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. In diesem Fall werden Ihre personenbezogenen Daten unverzüglich gelöscht. Andernfalls werden Ihre Daten gelöscht, wenn das pv magazine Ihre Anfrage bearbeitet oder der Zweck der Datenspeicherung erfüllt ist.
Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.