Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) ist solide in das Geschäftsjahr 2026 gestartet: In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat das Unternehmen ein Adjusted EBITDA von 1,2 Milliarden Euro (Vorjahr 1,4 Mrd. Euro) erzielt. Der operative Geschäftsverlauf erwies sich dabei als robust. Über 80 Prozent des Ergebnisses stammen aus risikoarmen Geschäftsbereichen, vor allem aus dem Netzgeschäft. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2026 bleibt unverändert: Das Adjusted EBITDA wird in einer Bandbreite von 4,6 bis 5,1 Milliarden Euro erwartet.
Thomas Kusterer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand, betont:
„Der Großteil unseres Ergebnisses stammt aus den risikoarmen Geschäftsbereichen Netze und Erneuerbare Energien. Bei Letzteren, etwa bei unseren Offshore-Windparks, sind die Erlöse größtenteils über langfristige Stromlieferverträge abgesichert, sogenannte PPAs. Unser aktuelles Großprojekt „He Dreiht“ schreitet gut voran: Bis heute wurden 45 von 64 Turbinen installiert. Für den Großteil der Kapazität haben wir bereits PPAs abgeschlossen. Die Breite unseres Portfolios und unsere integrierte Aufstellung sorgen für hohe Stabilität und Robustheit. Gerade in einer geopolitisch angespannten Zeit mit einem schwierigen Marktumfeld bleibt EnBW so verlässlich und ertragsstark.“
Deutliche Fortschritte bei Dekarbonisierung im ersten Quartal 2026
Die EnBW setzt die schrittweise Dekarbonisierung ihres Erzeugungsportfolios konsequent fort. Das Unternehmen hat auf seinem Weg zur Klimaneutralität im Jahr 2035 mit Ablauf des ersten Quartals 2026 im Kraftwerk Stuttgart-Münster letztmalig Strom und Wärme aus Kohle erzeugt. Darüber hinaus wurde am 1. März 2026 das Kraftwerk Heilbronn 7 mit einer Leistung von 778 Megawatt in die Netzreserve überführt. Bereits Ende 2025 hatte die EnBW ihre Geschäftsanteile am Braunkohlekraftwerk Lippendorf veräußert. Bedingt durch den Ausstieg aus der Braunkohle und den Rückgang der Erzeugung aus Steinkohle sank der Umsatzanteil der Kohleverstromung am Gesamtumsatz in den ersten drei Monaten 2026 deutlich auf nur noch rund 3 Prozent.
Parallel dazu hat sich die installierte Leistung aus erneuerbaren Energien von 3,7 Gigawatt (GW) bzw. 28 Prozent im Jahr 2018 auf zuletzt 7,4 GW bzw. rund 66 Prozent im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Bis 2040 will das Unternehmen seine eigenen Emissionen auf Netto-Null reduzieren, bis spätestens 2050 auch die Emissionen entlang der vor- und nachgelagerten Lieferkette. Diese und andere Nachhaltigkeitskennzahlen sind im aktualisierten ESG-Factbook 2026 dokumentiert. Die Umsetzung der EnBW-Klimaziele setzt voraus, dass die entsprechenden politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen erfüllt sind.
Ergebnisentwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen
Im Segment Systemkritische Infrastruktur, das die Transport- und Verteilnetze für Strom und Gas umfasst, wurde in den ersten drei Monaten 2026 ein stabiles Adjusted EBITDA von rund 667 Millionen Euro erreicht (Vorjahr 684 Mio. Euro). Höhere Personalaufwendungen sowie ein temporärer Einmaleffekt dämpften den Ergebnishochlauf. Wesentliche positive Effekte waren die Rückflüsse aus den hohen Investitionen in den für den Umbau des Energiesystems erforderlichen Netzausbau.
Das Segment Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur erzielte ein Adjusted EBITDA von 429 Millionen Euro. Das Ergebnis hatte im Vorjahreszeitraum 691 Millionen Euro betragen. Dazu beigetragen haben geringere Erlöse aus der Vermarktung der Erzeugungsmengen sowie der Rückgang der Kohlekraftwerkskapazität, unter anderem aus dem Verkauf des Braunkohlekraftwerks Lippendorf. Zudem ging die Stromproduktion aus Laufwasserkraftwerken aufgrund einer deutschlandweit niedrigen Wasserführung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück.
Im Einzelnen:
Im Bereich Erneuerbare Energien lag das Ergebnis bei 275 Millionen Euro (Vorjahr 303 Mio. Euro). Die Entwicklung der Erzeugungsmengen aus Laufwasser, Wind On‑ und Offshore sowie Photovoltaik entsprach dabei dem bundesweiten Trend. Eine geringere Wasserführung belastete das Ergebnis der Laufwasserkraftwerke, während höhere Erzeugungsmengen aus Onshore‑ und Offshore‑Windparks positiv wirkten. Im Offshore‑Bereich trugen gute Windbedingungen und die teilweise Inbetriebnahme des Offshore‑Parks EnBW He Dreiht positiv zum Ergebnis bei.
Im Bereich Thermische Erzeugung und Handel lag das Adjusted EBITDA bei 154 Millionen Euro (Vorjahr 388 Mio. Euro). Der Ergebnisrückgang resultierte aus niedrigeren Erzeugungsmengen infolge des planmäßigen Ausscheidens von Braun- und Steinkohlekapazitäten, gesunkenen Margen bei der Vermarktung der Strommengen sowie rückläufigen Erträgen aus dem Handelsgeschäft.
Das Adjusted EBITDA des Segments Intelligente Infrastruktur für Kundinnen und Kunden lag im ersten Quartal bei 143 Millionen Euro und verbesserte sich damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (120 Mio. Euro). Der Ergebnisanstieg ist wesentlich auf positive Entwicklungen beim Ausbau der Schnellladeinfrastruktur für Elektromobilität zurückzuführen.





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