UPPPs

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Liebe Leserin, lieber Leser,

wir wollen Sie für „UP“ gewinnen. Das ist eine neue Kampagne von pv magazine, mit der wir dazu beitragen wollen, die Solarbranche noch nachhaltiger zu machen. Es geht um Themen wie Stoffströme, Recycling, Müll und giftige Komponenten. Und es geht um die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen.

Wenn es einfach wäre, benötigten wir keine Kampagne. Jeder muss mit etlichen Widersprüchen zurechtkommen. Zum Beispiel, weil das eigene Unternehmen im Wettbewerb dem Preisdruck nachgeben und sich für eine günstigere, aber mehr Abfall erzeugende Produktionsmethode entscheiden muss, oder weil die Dienstreise zwar vielleicht nicht der Energiewende und dem Kampf gegen den Klimawandel dient, aber dem Absatz der eigenen Produkte und der Sicherung von Arbeitsplätzen.

Egal, wie die Entscheidungen ausfallen, für sie gibt es Gründe. Manchmal helfen kollektive Maßnahmen, etwa bestimmte Zertifizierungen oder Label, um zu nachhaltigeren Entscheidungen zu motivieren. Was sinnvoll ist und welche Kriterien richtig sind, gehört auch zu dieser UP-Diskussion, für die wir mit unseren Medien und Veranstaltungen eine Plattform bilden (Seite 44).

Bei allem „Verbessern“ darf man nicht vergessen, was die Solarenergie schon heute leisten kann. Während der Produktion dieser pv magazine Ausgabe haben die Wissenschaftler um Christian Breyer von der finnischen Lappeenranta Universität eine neue Studie vorgestellt, die nicht nur zeigt, dass eine auf Wind- und Solaranlagen basierte Energieversorgung weltweit günstiger sein wird als die heutige. Das war schon länger bekannt. Allerdings hieß es auch immer, dass man zunächst einmal in den Umbau investieren, sozusagen einen Berg überwinden muss. In der neuen Studie kommen die Wissenschaftler nun zu der Erkenntnis, dass ein sehr konsequenter Umstieg schon heute nicht teurer wäre als ein weiter so. Brennstoffkosten würden schlicht durch Investitionen in Erneuerbare ersetzt. Der Umstieg führt also nicht mehr über einen Berg, sondern entlang eines leicht abschüssigen Wanderwegs.

Um einen solchen Umstieg zu beschleunigen, bietet sich eine Steuer auf CO2– und Methan und eine Radioaktivitätssteuer an. Die Diskussion insbesondere über die CO2-Steuer hat in den letzten Monaten auch spürbar an Fahrt aufgenommen. Derzeit muss man für eine Tonne erzeugtes CO2 rund 24 Euro bezahlen. Die Schäden, die das Treibhausgas anrichtet, schätzt das Umweltbundesamt jedoch auf 180 Euro pro Tonne. Bei einer angemessenen Bepreisung müsste die Solarbranche nicht über Arbeitsbedingungen und Umweltstandards, die gegebenenfalls die Preise etwas erhöhen, diskutieren, sondern könnte sie einfach umsetzen. Solch eine Bepreisung würde im Übrigen auch den Einzelnen bei seinen Entscheidungen entlasten, da klimaschädliches Verhalten dann auch nicht mehr ökonomisch rational wäre.

Auf der The smarter E, zu der Intersolar Europe und ess nun gehören, können Sie uns Ihre Meinung zu dem Thema am Stand A2.540 sagen. Wir freuen uns auch, wenn Sie auf unserem Future PV Roundtable und auf unserem Quality Roundtable mitdiskutieren. Beide Veranstaltungen haben sich in den letzten vier Jahren etabliert und finden am Donnerstag, 16. Mai, statt. Mehr Informationen finden Sie auf Seite 11 und im zweiten Schwerpunkt „Nachhaltig mit Qualität“ ab Seite 58, in dem wir unter anderem die Fallbeispiele beschreiben, aus denen wir lernen wollen.

Ihr
Michael Fuhs
(Chefredakteur)