21 Highlights und die Top 5

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Die zukünftige Energiewelt, sagen wir mal in 30 Jahren, könnte so aussehen: Generatoren sind schon lange nicht mehr im Einsatz. Ein Speicher-Wind-Regelkraftwerk ersetzt die Trägheit der rotierenden Massen und finanziert sich über den neu geschaffenen Markt für Momentanreserve. Die Netze wurden zwar etwas ausgebaut, aber es wurden zigtausende Ladepunkte für Elektroautos in den Städten geschaffen, wobei mit extrem kleinen Batteriespeichern und Siliziumkarbidtechnologie die Ladeleistung verzehnfacht wird.

Wenn wirklich einmal kurze Versorgungslücken absehbar werden, springen die thermischen Speicher ein, deren Energie teilweise rückverstromt werden kann. Auch auf den Inseln hält der Fortschritt Einzug. Die Dienstleister, die dort Mikronetze errichten, sind inzwischen sehr routiniert und installieren im Nu kleine Anlagen mit dezentralen Batteriespeichern, so dass keine Dieselaggregate mehr nötig sind.

Die Top 5 des diesjährigen storage highlight Wettbewerbs, den pv magazine mit der Energy Storage Europe in Düsseldorf veranstaltet hat, erlauben bereits einen Blick auf einen wesentlichen Bereich des zukünftigen Energiesystems. Wie schon im vergangenen Jahr haben sechs renommierte unabhängige Juroren die Einreichungen der Aussteller nach den Kriterien Innovation, Relevanz, Stärke, Erfolgsaussichten, und wie sehr sie der Energiewende dienen, evaluiert.

Es ist bemerkenswert, dass die Plätze 1 bis 5 besonders stark in der Kategorie Relevanz sind. Die Einreichungen auf den Plätzen 6 bis 10 punkten mehr in der Kategorie Innovation. Dort finden sich unter anderem Entwicklungen, die noch kommerzialisiert werden müssen, wie eine neuartige Batteriezelle, ein Kühlschrank, der breit ausgerollt, allein in Deutschland ein bis zwei Gigawatt an schnell verfügbarer elektrischer Verschiebeleistung freisetzen würde – beachtlich bei einer Maximallast um 80 Gigawatt. Es geht weiter mit Superkondensatoren, die besonders schnelle Lastpeaks puffern und einem vollkommen energieautarken Mehrfamilienhaus, das eine Power-to-Gas-Technologie nutzt. Also alles Technologien der Zukunft. Einige haben wir im folgenden Schwerpunkt dargestellt.

 

Die Highlight Jury

Xavier Daval ist ein internationaler Solar- und Speicherexperte sowie Vorstandsvorsitzender des französischen Beratungsunternehmens kiloWattsol SAS, das der Elektroingenieur 2007 gegründet hat. Er ist auch Vizepräsident des französischen Verbandes für erneuerbare Energien, Syndicat des Energies Renouvelables, und dort Vorsitzender der Solarkommission und Direktor des Global Solar Council.

 

Logan Goldie-Scot leitet das Energiespeicher-Insight-Team von Bloomberg NEF. Er führt die Analysen des Unternehmens zu den globalen Energiespeichermärkten durch und bietet Einblicke in Technologie, Märkte, Richtlinien und Vorschriften sowie die Wettbewerbslandschaft.

 

 

Rolf Heynen ist Direktor von Good! Neue Energie. Good! ist bekannt für den jährlichen niederländischen Solar Trend Report, die internationale Fachmesse Solar Solutions und die Solar Business Day Konferenz. Good! ist außerdem in den Bereichen erneuerbare Wärme, smarte Beleuchtung und Gebäude, Energiespeicherung, Beratung, Energiemodellierung und Marktforschung tätig.

 

Mark Higgins ist COO von Strategen, einem Dienstleistungsunternehmen, das sich auf die Marktentwicklung für ein erneuerbares Stromnetz konzentriert. Zu seinen vielfältigen Erfahrungen im Energiesektor vor Strategen gehören seine Tätigkeit bei Sunedison, Hu Honua Bioenergy und Pazifik Gas & Elektrik.

 

Julian Jansen ist Forschungsleiter bei IHS Markit Technology. Er leitet die weltweite Forschung der Gruppe zu stationären Energiespeichern und bietet Einblicke zu Marktthemen und neu aufkommenden Geschäftsmodellen, die die Speicherbereitstellung in Europa und Nordamerika beschleunigen. Jansen liefert auch strategische Beratung für Projekte mit neuen Energietechnologien.

 

Florian Mayr ist Partner bei Apricum und Leiter im Bereich Energiespeicherung, digitale Energieversorgung und umweltfreundliche Mobilität. Er ist Experte für Strategie, Geschäftsentwicklung und Transaktionsberatung in globalen Märkten für erneuerbare Energien. Mayr berät Cleantech-Unternehmen bei Finanzierungen. Vor Apricum war er acht Jahre in leitenden Positionen bei McKinsey und RWE tätig.