Die Zustimmung zu Erneuerbare-Energien-Projekten in Österreich ist allgemein hoch – sie war aber schon einmal höher. Dies ist der zentrale Befund einer im Herbst 2025 durchgeführten repräsentativen Umfrage. Ein Team der Uni Graz, der Management- und Strategieberatung Deloitte und des Energieunternehmens Wien Energie hat die elfte Auflage des Stimmungsbarometers (Erneuerbare Energien in Österreich 2026) vorgestellt, die vor allem für Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und an Fassaden hohe Zustimmungswerte ausweist.
67 Prozent der insgesamt 1.182 Befragten sind dafür, dass diese Art der Energieerzeugung ausgebaut wird; davon nannten 19 Prozent auf einer Skala von 1 bis 5 den Wert 4 („soll ausgebaut werden“) und 48 Prozent den Wert 5 („soll voll ausgebaut werden). Kleiner Wermutstropfen: 2024 lag die Zustimmung mit 69 Prozent etwas höher. Bei Freiflächen-Photovoltaik ist die Entwicklung gegenläufig. Sie erreicht nur 45 Prozent Zustimmung, das ist aber immerhin mehr als die 42 Prozent vom Vorjahr.

Grafik: Uni Graz/Deloitte (2026)
Die im Stimmungsbarometer ermittelten Zustimmungswerte für Erneuerbare-Energien-Projekte in der eigenen Gemeinde sind durchweg hoch, aber über die vergangenen Jahre rückläufig: 79 Prozent der Befragten stimmen demnach einem Photovoltaik-Projekt zu (wobei nicht nach Dach- oder Fassadenanlagen differenziert wurde). Der höchste Wert für diese Frage lag allerdings mit 89 Prozent im Jahr 2022 noch deutlich höher. Kleine Wasserkraftwerke erreichen derzeit 69 Prozent Zustimmung, auch hier gab es 2022 den bisherigen Höchstwert mit 79 Prozent. Windkraft hat mit 59 Prozent eine vergleichsweise knappe Mehrheit; 2022 waren es 69 Prozent.
Die Hälfte der Befragten hat Interesse an Energiegemeinschaften
Fast ein Drittel der Befragten hat eine eigene Photovoltaik-Anlage, die wichtigsten Motive hierfür sind der Umfrage zufolge Kosteneinsparungen (69 Prozent), positive Umweltaspekte (34 Prozent) und öffentliche Förderung (34 Prozent). Nahezu die Hälfte der Befragten mit eigener Photovoltaik-Anlage besitzt auch einen Batteriespeicher.
Der hohe Anteil von Besitzern einer Photovoltaik-Anlage unter den befragten dürfte ein Grund dafür sein, dass der Anteil derjenigen, die demnächst in eine solche Anlage investieren wollen, von Jahr zu Jahr abnimmt. 17 Prozent wollen dies innerhalb der nächsten zwölf Monate tun, im Vorjahr waren es 23 Prozent. Pläne mit etwas längerfristiger Perspektive – innerhalb der nächsten zwei Jahre – haben aktuell allerdings 33 Prozent und damit deutlich mehr als im Vorjahr (26 Prozent). Langfristig – innerhalb der nächsten fünf Jahre – ist der Anteil mit 50 Prozent nahezu gleich geblieben (Vorjahr: 51 Prozent). Erfahrungen mit vergleichbaren Umfragen zeigen allerdings ohnehin, dass Absichtserklärungen nicht mit realer Umsetzung gleichzusetzen sind.
Das in Österreich bereits umgesetzte Energy Sharing, das in Deutschland erst ab Juni möglich sein wird, revolutioniert zwar nicht unbedingt das gesamte Verbraucherverhalten, zeigt aber durchaus Wirkung: 15 Prozent der Befragten sind an einer Energiegemeinschaft beteiligt, im Vorjahr waren es 10 Prozent. Von denjenigen, die noch nicht Mitglied einer Energiegemeinschaft sind, könnten sich 46 Prozent eine Teilnahme vorstellen (2024: 48 Prozent).
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