Im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur wurden bis zum 17. Februar 37.368 Photovoltaik-Anlagen mit Inbetriebnahmedatum im Januar gemeldet; die Gesamtleistung dieser Anlagen beläuft sich auf 1.011,8 Megawatt. Gleichzeitig gingen 1.529 Anlagen mit 7,1 Megawatt vom Netz. Den resultierenden Netto-Zubau von 1.004,7 Megawatt versieht die Bundesnetzagentur in ihren am Dienstag veröffentlichten Zahlen wie immer mit einem Zuschlag wegen der erfahrungsgemäß zu erwartenden Zahl nachträglicher Meldungen (die Frist hierfür beträgt einen Monat nach Inbetriebnahme). Die Behörde gibt hier für den Januar circa 100 Megawatt an, sodass sich nach aktuellem Stand für den Januar ein Photovoltaik-Zubau von 1.104,7 Megawatt beziehungsweise rund 1,1 Gigawatt ergibt.
Den Zahlen zufolge hat sich auch der zuletzt für den Dezember veröffentlichte Wert noch leicht verändert: Mitte Januar hatte die Bundesnetzagentur hier 1.312,8 Megawatt angegeben, mittlerweile sind es 1.401 Megawatt. Damit erhöht sich auch der Gesamtwert für das Jahr 2025 – im Januar mit 16.458 Megawatt angegeben – leicht auf nun 16.866 Megawatt. Die Anfang des Jahres vom Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) veröffentlichte Abschätzung von 17.500 Megawatt erscheint da recht optimistisch. Der Verband weist allerdings mit gutem Grund darauf hin, dass auch Mitte Februar 2025 erst 16,65 Gigawatt Zubau für 2024 registriert waren und sich dieser Wert durch Nachmeldungen und Korrekturen inzwischen auf gut 17,5 Gigawatt erhöht hat.
Die Januar-Zahlen könnten durch die kalte Witterung beeinflusst sein – das wäre aus Sicht der Solarbranche zumindest zu hoffen, denn sie liegen um 21,1 Prozent unter dem Zubau vom Dezember und um 29,4 Prozent niedriger als die im Januar 2025 registrierten 1.564,8 Megawatt.

Grafik: Bundesnetzagentur
Wie auch schon in den vergangenen Monaten verteilte sich der Januar-Zubau – wie es gemäß Zubauplanung der Bundesregierung auch vorgesehen ist – relativ gleichmäßig auf Gebäude und Freiflächen. In den Jahren bis 2024 war hingegen stets deutliche mehr Leistung auf Dächern als auf Freiflächen installiert worden.
Die neu registrierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen an oder auf Gebäuden summiert sich auf 484,9 Megawatt, hinzu kommen 15,2 Megawatt an steckerfertigen Solaranlagen (so genannten Balkonkraftwerken) – in Summe also 500,1 Megawatt. Mit 511,3 Megawatt an Freiflächenanlagen sowie 0,4 Megawatt in der Kategorie „sonstige Solaranlagen“ (zumeist auf großen Parkplätzen oder an Lärmschutzwänden) hat dieser Teil des Zubaus mit insgesamt 511,7 Megawatt sogar ein leichtes Übergewicht. Allerdings sind in diesem Teil der Statistik die erwarteten Nachmeldungen nicht enthalten, bei denen erfahrungsgemäß kleine Dachanlagen überrepräsentiert sind.

Grafik: EWS
In einer detaillierten Auswertung der Januar-Zahlen nach Leistungskategorien (ohne den von Bundesnetzagentur vorgenommenen Aufschlag für erwartbare Nachmeldungen) kommt das Systemhaus EWS aus Handewitt zu dem Schluss, dass der Zubau gegenüber dem Vormonat in nahezu allen Segmenten rückläufig ist. Den prozentual größten Rückgang gab es demnach bei steckerfertigen Anlagen mit minus 32,3 Prozent (von 22,4 auf 15,2 Megawatt), gefolgt von kleinen Anlagen bis 10 Kilowatt (minus 22,8 Prozent, von 83,1 auf 64,2 Megawatt) und Anlagen von 10 bis 30 Kilowatt (minus 14,6 Prozent, von 228,5 auf 195,1 Megawatt). Zugenommen haben hingegen die für gewerblich betriebene Anlagen typischen Leistungskategorien von 10 bis 30 Kilowatt (plus 13,8 Prozent, von 54,7 auf 62,2 Megawatt) und von 100 bis 1.000 Kilowatt (plus 41,3 Prozent, von 163,1 auf 230,5 Megawatt.
Die kumulierte installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland beläuft sich nach aktuellem Stand nun auf 118,49 Gigawatt. Um den geltenden Zubaupfad einzuhalten, müssten bis Ende dieses Jahres 128 Gigawatt erreicht sein, was monatlich 951 Megawatt entspräche. Der Pfad geht allerdings von einem in den kommenden vier Jahren erheblich steigenden Tempo aus und sieht 215 Gigawatt installierte Leistung bis Ende 2030 vor. Bei gleichmäßiger Verteilung auf die bis dahin verbleibenden 59 Monate wären pro Monat somit rund 1,64 Gigawatt erforderlich.
– Der Beitrag wurde am 19. Februar, 12.00 Uhr um die Angaben und die Grafik zur Detailauswertung von EWS ergänzt.
– Am 23. Februar, 13 Uhr haben wir den Beitrag um die Erläuterungen zur BSW-Zubauprognose von circa 17,5 Gigawatt ergänzt. Zuvor war diese Prognose im Text als „definitiv etwas zu optimistisch“ bezeichnet worden, was aber so nicht haltbar ist – der BSW hat vielmehr definitiv gute Gründe für seine Abschätzung.
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In der ersten Bildunterschrift steht „monatlich 16,4 Gigawatt“. Da ist wohl ein Komma verrutscht.
In der Tat – vielen Dank für den Hinweis (ist korrigiert, es muss natürlich 1,64 Gigawatt heißen).
Die niedrigeren Zubauzahlen sind nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns nächstes Jahr bevorsteht, falls es Bundeswirtschaftsministerin Reiche gelingen sollte, ihre Förderpläne für Stromkonzerne und Netzbetreiber gegenüber dem Koalitionspartner durchzusetzen. Der Solarbranche droht der Verlust zehntausender Arbeitsplätze, und der Windenergiesparte dürfte ähnliches bevorstehen. Wird der Klimaschutz von den Konservativen erneut mit Füßen getreten, so wie es unter Peter Altmaier bereits einmal der Fall war?
Hass und Hetze
Die Strompreise sind gesunken, deswegen lohnt sich PV auch etwas weniger.
Und auch wenn es die Grünen und PV-Youtuber nicht verstehen, die Leute haben Angst um Ihren Arbeitslatz und halten ihr Geld zusammen.
Der Doppelpunkt hinter „Hass und Hetze“ fehlt.
Wieder einmal Nonsens-Blabla von n.mt.
Arbeitsplätze in Windenergie und PV sind dem Troll nichts wert. Subventionen für fossile Energieerzeugung und weitere Abhängigkeit von Importen aus Verbrecherstaaten werden dagegen nicht hinterfragt. Stattdessen Beleidigungen und Hetze gegen Menschen, die sich für Erneuerbare Energien und den Erhalt unserer Lebensbedingungen einsetzen.
Nein, solche disruptiven „Meinungsäußerungen“ gehören nicht in ein Fachmagazin.
khk
Legen Sie mir nicht Worte in den Mund wo ich nicht gesagt habe.
Verlassen Sie ihre Ideologie und kommen Sie mit Argumente.
Es gibt weitere Gründe warum der PV Markt zusammenbricht als Frau Reiche.
Aber es geht nur noch um Hass und Hetze
niranbunmi.mt hat hier meiner Ansicht komplett Recht:
– wenn Frau Reiche durch ihre Pläne irgendeine direkte Schuld hätte, müssten grade die Zubauzahlen explodieren, da alle noch die bisher gegebene Förderung mitnehmen wollten. Man kennt diesen Effekt zB durch die massive Senkung der Förderung ab 2013 herum, welche 2012 damals zum Rekordjahr des Zubaus machte.
– Das letzte Jahrzehnt war von Jobsicherheit und Arbeitskräftemangel geprägt, während jetzt große Entlassungswellen anstehen. Natürlich bindet man in solch unsicheren Zeiten nicht zigtausend Euro an Kapital in Form einer PV-Anlage.
Dazu kommt, dass die Zinsen zum Vergleich bis 2022 recht hoch sind. Heißt, man bekommt woanders mehr Geld für seine Geldanlage, bzw. muss bei einer Kreditfinanzierung einer PV-Anlage mehr zahlen.
– Ebenso stimmt es, dass grade hohe Strompreise, wie zB 2022, sehr zur Anschaffung einer PV-Anlage motivieren. Da die Strompreise aber wieder relativ moderat sind, fällt dieser Aspekt weg.
Da dieses Thema allerdings bei einigen sehr ideologiebeladen ist, scheinen selbst solch schlüssige Argumente uninteressant.
Es wurde auch ein Aufruf gestartet, der von uns unterschrieben werden kann, um das ruinöse Netzpaket zu stoppen:
dabeisein.gruene.de/forms/katherina-reiche-zerstort-die-energiewende-und-macht-uns-abhangig-rette-die-erneuerbaren-energien-mit-uns
Ich hab es unterschrieben, vielleicht finden sich hier noch weitere Mitstreiter.
Guter Hinweis, gute Aktion, ich habe letzte Woche bereits unterzeichnet.
Ich hoffe, Aufrufe dieser Art kommen im Wirtschaftsministerium auch an.
Zumindest sind sie ein wichtiger Bestandteil der dringend nötigen öffentlichen Information und Diskussion.
🍀🍀🍀
Der Bau von neuen Gaskraftwerken ist auch volkswirtschaftlich schwachsinnig, da sie nur bereits existierende Kohlekraftwerke ersetzen. Sie werden wenn mit Fracking LNG aus USA betrieben die CO2 Bilanz der erzeugten KWh nicht großartig verbessern. Man hat nur Mrd. € zum Fenster rausgeschmissen. Wenn die Betriebsstunden eh gegen Null gehen bei fossilen Kraftwerken, können wir auch die Kohlekraftwerke behalten. Das freut auch die Kohlekumpel in der Lausitz und mit unserer Kohle kann uns kein Schurkenstaat erpressen.
Frau Reiche soll den Markt für Speicher eröffnen und nicht verhindern.
Außerdem müssen die Netzknoten tatsächlich ausgelastet werden. Aktuell sind sie nach maximal Leistung aller Anschlüsse gleichzeitig ausgelegt, was nie vorkommt.
Ich würde hier noch etwas abwarten.
Für Januar 2025 wurden anfangs auch nur 1.021 MW gemeldet, was sich dann durch Nachmeldungen in den Monaten danach auf 1.565 MW erhöhte.
Also haben wir jetzt erstmal nur ein Minus von vernachlässigbaren 17 MW bzw. 1,66%
Ich gebe Gunnar recht. und vom Zubau in 2024 warten im Feb 2025 auch erst 16,7 GWp registiert… mittlerweile sind es laut BNetzA 17,5 GWp…
Das ist korrekt, wir haben inzwischen die entsprechende Passage im Beitrag deshalb auch geändert – der BSW hat zum Glück gute Gründe für seine optimistische Einschätzung.
„dass der Zubau gegenüber dem Vormonat in nahezu allen Segmenten rückläufig ist. Den prozentual größten Rückgang gab es demnach bei“
… jetzt müsste man noch die (regionalisierten) Schneehöhenvergleiche/Aussentemperaturen(min:max:mittel) und Krankheitstage (gemittelte Bevölkerungszahlen) in den Artikel einfügen, damit man eine genauere, angenäherte Einschätzung für die reale Veränderungen der Jahre 2025 und 2026 abgeben könnte 🙂
‚vermutlich‘ hat das Solarspitzengesetz (private Zurückhaltung und gewerblicher/unternehmerischer, witterungsunabhängiger Ausbaufortschritt) doch auch Auswirkungen(?), also erst mal abwarten …
Das ist Spökenkiekerei, wenn man aus den Zubauzahlen eines einzelnen Monats irgendwelche Trends herauslesen will. Auch wenn man den Vergleich mit dem Vorjahresmonat anschaut, sagt das nichts aus. Man muss schon über mehrere Monate mitteln. Schaut man sich das Schaubild nach Leistungsklassen an, wird auch sofort klar, warum: Bei den Großanlagen, deren Bedeutung noch dazu ständig zunimmt, gibt es so starke Schwankungen, dass die Zubauraten von Monat zu Monat zwischen +40% und -40% schwanken.
Außerdem ist die Betrachtung der Bundesregierung natürlich die realistischere: Es ist unwahrscheinlich, dass wir von heute bis Ende 2030 einen konstanten Zubau haben werden. Der hier dargestellte „Ausbaupfad“ ist also keiner. Realistischer ist die Annahme, dass es einen konstanten prozentualen Anstieg der Zubauzahlen gibt. Das Ergebnis ist dann eine exponentielle Steigerung mit kleiner Prozentzahl.
Rechnet man das ganze durch (einfaches Excel-Sheet) unter Berücksichtung einer minmalen Mittelung über die vergangenen drei Monate, kommt man auf eine monatlich notwendige Steigerung von ca. 0,8%, entsprechend einer jährlichen Steigerung von 10%, um das 2030-Ziel von 215GW zu erreichen.
Ich muss mich an dieser Stelle allerdings entschuldigen: Ich habe diesen Wert ja in den vergangenen drei Jahren schon öfter berechnet. Ich habe dabei aber einen Fehler gemacht: Ich habe als notwendige monatliche Steigerung einen Wert angegeben, der eigentlich für die 2-monatliche Steigerung gilt, also doppelt so hoch ist. Entsprechend war auch die jährliche Steigerung immer falsch angegeben. Wer sich über angeblich notwendige 20%-ige Jahres-Steigerungen wunderte, hat sich zu recht gewundert.