Der Insolvenzverwalter der Glasmanufaktur Brandenburg GmbH (GMB) in Tschernitz hat am Donnerstag das Scheitern einer Investorenlösung bekanntgegeben, wie das Landeswirtschaftsministerium am Freitag mit Bedauern zur Kenntnis nahm. So sei die Übernahme des insolventen Solarglas-Herstellers durch einen Investor überraschend gescheitert. Dies habe zur Folge, dass den etwa 215 verbliebenen Mitarbeitern nun auch gekündigt werde. GMB befindet sich bereits seit Juli in einem Insolvenzverfahren.
„Das ist eine schreckliche Nachricht für die Beschäftigten der GMB und ihre Familien. Ich kann die grenzenlose Enttäuschung nachempfinden und habe volles Verständnis für die große Wut und Verärgerung der Beschäftigten“, erklärte Brandenburgs Wirtschaftsminister Daniel Keller. „Wir haben bis zuletzt und bis an die Grenzen des rechtlich Vertretbaren an Möglichkeiten weiterer Unterstützung gearbeitet“, so Keller weiter, ohne jedoch Details zu nennen. Er gehe jedoch davon aus, dass mit dem Scheitern der Investoren-Lösung der letzte europäische Hersteller von Solarglas seinen Betrieb endgültig einstellen müsse. „Die EU läuft damit sehenden Auges in eine Abhängigkeit von außereuropäischen Produkten, vor allem aus China. Das ist eine fatale Entwicklung, die mit Blick auf den besonders sensiblen Bereich der Energiegewinnung schlichtweg fahrlässig ist“, so Keller weiter.
Auch die IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) zeigte sich „zutiefst enttäuscht über die dramatische Entwicklung“. Die Gewerkschaft berichtet, dass der potenzielle Investor seine Zusage zurückziehen musste, da er sich für die Übernahme anscheinend keine Finanzierung sichern konnte. Nach der Mitteilung der IG BCE sollen die Mitarbeiter bereits zum 1. Dezember freigestellt werden. Die vollständige Betriebsschließung werde dann voraussichtlich im März erfolgen, wenn die Kündigungsfristen abgelaufen sind.
„Nach Monaten voller Hoffnungen, Gespräche, Prüfungen und intensiver Verhandlungen ist das ein schwerer Schlag für die Belegschaft. Die Kolleginnen und Kollegen haben bis zuletzt alles getan, um dieses Werk zu retten“, sagt Anis Ben-Rhouma, stellvertretender Bezirksleiter der IGBCE Lausitz. „Dass der Investor jetzt aussteigt, lässt die Menschen im Stich und zerstört das Vertrauen, das viele in den Prozess gesetzt haben.“
Neben dem abgesprungenen Investor und dem fehlenden beherzten Eingreifen auf Bundesebene kritisiert die IGCBE aber auch den vormaligen Gesellschafter: die indische Muttergesellschaft Borosil. „Kurzarbeit, dann Insolvenz, dann haut man ab und zieht sich aus der Verantwortung“, so Ben-Rhouma: „So geht das nicht! Das werden wir uns alles nicht gefallen lassen und unserer Wut Ausdruck verleihen.“ Die Gewerkschaft rief die Beschäftigten für Montag zu einer Protestaktion in Tschernitz auf.
Das Wirtschaftsministerium hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten gemeinsam mit dem Betriebsrat von GMB, der Geschäftsführung des Unternehmens, der Wirtschaftsförderung Brandenburg, dem Landkreis Spree-Neiße und dem Amt Döbern-Land verschiedene Unterstützungsangebote diskutiert und Initiativen zum Erhalt des Standortes ergriffen. Dabei ging es unter anderem um eine politische Initiative zur Senkung der Energiepreise und dem Umgang der Kosten für Kurzarbeit.
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Auch hier ein Zulieferer der Solarindustrie, welcher nicht ein einziges Solarmodul selbst benutzt.
„Insolvenzantrag des letzten deutschen Solarglasherstellers
GMB war der letzte Solarglashersteller mit Sitz in Deutschland. Die wirtschaftlichen Bedingungen ließen eine Sanierung nicht zu. Geschäftsführer Nico Succolowsky erklärte, dass „die schwierige wirtschaftliche Lage in der europäischen Solarindustrie trotz intensiver Bemühungen und Investitionen“ keine Lösung ermöglicht habe. Steigende Energiekosten und unfaire Marktverzerrungen verhinderten jede Chance auf Erholung.“
Steigende Energiekosten …
Was bleibt da noch zu sagen? Kein Vertauen in die eigenen Produkte ist kein guter Start für ein erfolgreiches Geschäft.
Es is traurig. Nicht ein PV Modul weit und breit. Weder auf den Hallen oder dem Verwaltungsgebäude. Auch der Parkplatz ist nicht mit PV überdacht. Auf den Flächen um die Fabrik keine Freiflächen-PV. Aber sich über zu hohe Energiepreise beschweren.
Wie hoch ist momentan eigentlich der Industriestrompreis für energieintensive Unternehen? Ich gehe mal stark davon aus, dass eine Glasmanufaktur dazu gehört.
natürlich sind auf dem Gelände Solarmodule vorhanden.
Das ein solcher Betrieb kein einziges PV-Modul auf dem Gelände hat, kann auch an der Bandlastregelung liegen, die die Netzentgelte um 80% und mehr reduziert. Hierfür muss man 7.000 Vollbenutzungsstunden im Jahr erreichen, was bei der Glasherstellung nicht unüblich ist. Eine PV-Anlage senkt die Anzahl der Vollbenutzungsstunden und man läuft Gefahr die wirtschaftlich attraktiven Vergünstigungen zu verlieren. Vor diesem Hintergrund ist die Nichtinstallation von PV zum Eigenverbrauch wirtschaftlich nachvollziehbar.
Strategisch darauf zu setzen, dass eine Regelung hoffentlich einen Teil der Energiebezugskosten reduziert, oder aber zu wissen, dass die Solaranlage den Bezug definitiv senkt …
Der Unterschied ist, eine aktive Vorwärtsstrategie zu haben oder aber zu beten, dass sich nichts ändert, während man gleichzeitig daran arbeitet, dass sich etwas ändert.
Wenn ich als Aktionär die Wahl habe, ein Management, welches auf Verschleiß fährt und als Strategie hat, zu beten, dass ich meine Geld nicht verliere oder aber ein Management, welches aktiv darauf hinarbeitet, mein Geld zu vermehren, was würde ich wohl wählen? Das erstere Management fällt in in der Regel extrem weich, während die Aktionäre den Schaden haben, das zweitere mag den Profit in einzelnen Jahren nicht maximieren aber arbeitet daran, das Kapital der Aktionäre zu erhalten und gar zu vermehren.
Da haben wir noch nicht einmal Ethik und ESG in Betracht gezogen.
Nur einen Teil der Kosten zu senken ist eben nicht das Gleiche wie Kapitalerhalt, genaugenommen in Fällen wie diesem sogar aktive Kapitalvernichtung.
Es ist sehr schade, das ein weiterer Solarmodulzulieferer aufgeben muss. In welchen Solarmodulen wird, bzw. wurde das dort hergestellte Glas eingesetzt?
Apropro Solarglas bei vielen Glas-Glas-Modulen wurde die Stärke der Glasscheiben massiv verringert, tlw. bis auf 1,6mm. Wie hoch ist die Gefahr z.B. durch Hagelschlagschäden dadurch gestiegen? Würdet Ihr ein schweres Glas-Glas-Modul im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Dauerbeständigkeit vorziehen? … Übrigens wird u.a. in der Schweiz die sog. Hagelwiderstandsfähigkeits genauer geforscht und die Glasprodukte untersucht
Extremwetter
s.a.
hagelforschung.ch
durch die #Klimakrise werden die Gefahren m.M.n. massiv steigen, da jene eindeutig heftiger werden. #Donnerregen öfters Hagel-Hotspots im SüdWesten und im Windschatten – Lee von Gebirgen zu erwarten … haben sich um >60% erhöht .. dlf.de/forschung
‚Risiko Extremwetter – Gewitter, Hagel und Starkregen‘ Doku von Torsten Mehltretter
z.B. am 2025-07-02 NDR
Lud fragte:
„Apropro Solarglas bei vielen Glas-Glas-Modulen wurde die Stärke der Glasscheiben massiv verringert, tlw. bis auf 1,6mm. Wie hoch ist die Gefahr z.B. durch Hagelschlagschäden dadurch gestiegen?“
Ich hatte vor einer Weile eine Studie in der Hand, welche nicht unbedingt den Hagelschlag, aber Temperaturänderungen als Risiko von Solarglas herausstellte und dort den Trend dünneren Glasses und die steigende Schadenszahl zumindest in einen möglichen Zusammenhang brachte.
Allerdings sollte man hier auch die Frage stellen, wann was wofür. Zum Beispiel liest man jetzt häufiger von Solarzaunprojekten. Diese vertikale oder nahezu vertikale Aufständerung zum Beispiel hat ein sehr geringes Hagelschlag-Risiko, da grössere Partikel eine geringere Horizontalgeschwindigkeit aufweisen.
Leider bewegen wir uns auf Zeiten hin, in denen extreme Stürme und Niederschläge zur Norm werden. Und unsere gewählten Vertreter tun offensichtlich alles, um dieses Risiko zu maximieren (Erdgasbeschleunigung 3, Solar-/Windbeschleunigung -1). Von daher ist fraglich, ob auch die grössere Glasdicke in solchen Extremereignissen überhaupt Schaden verhindern kann.