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4,2 Milliarden Euro weniger Haushaltsbelastung durch EEG-Anlagen als geplant

Die sinkenden Kosten sind unter anderem damit begründet, dass alte Photovoltaik- und Windkraftanlagen mit hoher Förderung aus dem EEG gefallen sind. Stärker ist jedoch der Effekt der stark gestiegenen Strompreise.
Energy-Charts, durchschnittliche Börsenstrompreise in den Monaten 2026
Die Grafik zeigt den aktuellen Stand. Für November sind damit bislang nur sechs Tage berücksichtigt. | Quelle: Energy-Charts/Fraunhofer ISE

Die Ausgaben des Bundes für die EEG-Förderung werden in diesem Jahr voraussichtlich deutlich geringer ausfallen als noch 2025. „Das EEG-Konto wird im Jahr 2026 voraussichtlich um 4,2 Milliarden Euro weniger belastet. Eine gute Nachricht für den Bundeshaushalt“, erklärte dazu Ursula Heinen-Esser, Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) am Freitag. Medienberichten zufolge hatte das Bundesfinanzministerium für das laufende Jahr 16,6 Milliarden Euro für das EEG-Konto bereitgestellt, zu erwarten sei nun aber ein Bedarf von lediglich 12,4 Milliarden Euro.

Nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber auf netztransparenz.de sind im vergangenen Jahr knapp 16,5 Milliarden Euro vom Bund geflossen, um die Ausgaben für die EEG-Förderung zu decken. In diesem Jahr summieren sich die Zahlungen des Bundes an die Übertragungsnetzbetreiber nach drei Quartalen auf fast 12,6 Milliarden Euro. Die Aktualisierung des EEG-Kontos mit Stand Ende Oktober ist von den Übertragungsnetzbetreibern bisher noch nicht erfolgt. Ende September stand allerdings noch ein Plus von rund 2,25 Milliarden Euro auf dem Konto. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, prognostizieren die Netzbetreiber inzwischen einen Gesamtbedarf von 12,4 Milliarden Euro an Bundeszuschüssen für 2026.

Nach Ansicht des BEE waren die sinkenden Kosten „seit langem absehbar“, da die alten Anlagen mit höheren Fördersätzen sukzessive aus dem EEG laufen. In diesem Jahr hat allerdings der zuletzt stark gestiegene Strompreis einen besonders großen Effekt. Dies führt der BEE auf den sehr hohen Gasanteil im Strommix zurück, wobei die Gaskraftwerke aktuell eine der teuersten Stromerzeugungsformen in Deutschland seien. Zugleich bedeutet ein hoher Strompreis geringere EEG-Förderkosten, da die durchschnittlichen Erlöse des Stroms aus den EEG-Anlagen höher ausfallen und somit weniger als Ausgleich an die Anlagenbetreiber gezahlt werden muss.

Die Daten von Energy-Charts vom Fraunhofer ISE zeigen den signifikanten Anstieg der Börsenstrompreise in den letzten Wochen. So lag der durchschnittliche Börsenstrompreis im Oktober bei 165,45 Euro pro Megawattstunde und in den ersten Novembertagen erreicht er aktuell sogar 258,86 Euro pro Megawattstunde. Gegenüber den Vorjahresmonaten stellt dies einen drastischen Anstieg dar. Im Oktober 2025 lag der durchschnittliche Börsenstrompreis demnach bei 82,39 Euro pro Megawattstunde und im November bei 103,17 Euro pro Megawattstunde.

„Wir müssen davon ausgehen, dass der Effekt, dass fossile Energieträger die Strompreise in die Höhe treiben, auch in Zukunft anhalten wird. Die fossile Preiskrise ist keine temporäre Krise, sondern wird mit jedem neuen geopolitischen Konflikt wieder aufflammen“, sagte Heinen-Esser weiter. Das Ziel des BEE sei daher, die EEG-Kosten so gering und die Strompreise so niedrig wie möglich zu halten. „Dies kann nur über einen weiter wachsenden Anteil von Erneuerbaren im Netz und mehr Speicher erreicht werden. Der Gesetzgeber muss Investitionen verlässlich planbar machen, Finanzierungskosten senken und durch Digitalisierung die vorhandenen Erzeugungs- und Infrastrukturkapazitäten besser nutzen“, forderte Heinen-Esser. Zudem müssten die eingesparten Mittel zur Senkung der Stromsteuer für Privathaushalte genutzt werden.

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