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Studie: Deutschlands kann durch Energiewende jährlich 75 Milliarden Euro an Importausgaben einsparen

Im Auftrag des WWF Deutschland hat das Öko-Institut die Energieimporte der EU und Deutschlands untersucht. Deutschland hat demnach 2025 netto, also abzüglich der Exporterlöse, 76 Milliarden Euro für fossile Energieimporte aufgewendet, die EU 296 Milliarden Euro.
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Die Menge fossiler Energieimporte hat abgenommen, die Ausgaben wuchsen trotzdem. | Foto: Pixabay / anita_starzycka

Die Europäische Union hat 2025 für Importe von fossilen und nuklearen Energieträgern 399 Milliarden Euro aufgewendet. Abzüglich der Erlöse für eigene Exporte waren es 299 Milliarden Euro. Für Deutschland belaufen sich die entsprechenden Ausgaben auf 101 beziehungsweise 76 Milliarden Euro. Dies sind Kernzahlen der Studie „Kostenfalle fossile Abhängigkeit – Energieimporte nach Deutschland und in die Europäische Union“, die im Auftrag des WWF Deutschland vom Öko-Institut erstellt wurde.

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Energieaußenhandel Deutschlands, 2015 bis 2026 | Grafik: Öko-Institut

Aufgrund der turbulenten Preisentwicklung haben sich diese Ausgaben seit 2015 nicht linear entwickelt und auch nicht parallel zu den Einfuhrmengen. Die Importe von Energieträgern nach Deutschland gingen von 2015 bis 2025 um rund ein Viertel zurück, wobei sie bis 2018 zunächst noch steigende, danach schwankende und erst 2022 deutlich fallende Tendenz aufwiesen. Die Kosten lagen 2025 aber um 17 Prozent höher als 2015 – was indes immer noch einer Erholung gegenüber den Vorjahren gleichkommt, denn 2024 lagen die Kosten um 19 Prozent höher als 2015, im Jahr 2023 um 39 Prozent und im Jahr 2022 – dem Jahr der Erdgaskrise – um ungefähr den Faktor 2,2. Weil aber inzwischen schon die nächste Krise bei Öl- und Gaspreisen ausgebrochen ist, dürften die Importkosten 2026 wieder höher ausfallen als 2025: Für das erste Halbjahr deuten die Einfuhrmengen zwar auf eine leicht fallende Tendenz hin, bei den Kosten hingegen ist die Entwicklung umgekehrt.

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Monetärer Wert des deutschen Energieaußenhandels, 2015 bis 2026 | Grafik: Öko-Institut

Allein diese Zahlen illustrieren die erhebliche Volatilität des Marktes vor allem für Öl und Erdgas. Die Analyse zeige deshalb auch klar, „dass der klimaneutrale Umbau des Energiesystems nicht nur den Klimaschutz stärkt, sondern auch die Versorgungssicherheit sowie die Resilienz und die Souveränität der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Felix Matthes, Forschungskoordinator Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut.

Öl und Gas treiben die Preisdynamik

Deutschland importiert der Studie zufolge nahezu seinen gesamten Mineralölbedarf und rund 90 Prozent seines Erdgases. Bei letzterem hat sich in den vergangenen Jahren zwar der Anteil von LNG stark erhöht, er stieg von EU-weit 10 Prozent im Jahr 2015 auf 40 Prozent 2025. Das änderte aber nichts daran, dass die monetären Werte der Energieimporte seit 2022 deutlich stärker von Erdgas getrieben werden als von Öl. 2026 allerding ist die Kostendynamik wieder deutlich stärker von den gestiegenen Ölpreisen geprägt.

Durchbrechen ließe sich diese Dynamik – hier kommt die Studie zum gleichen Schluss wie vergleichbare Analysen – durch Elektrifizierung und erneuerbare Energien. In Deutschland hatte der Verkehr 2025 mit einem Anteil von 34 Prozent den größten Anteil an den Nettoimportkosten, gefolgt von der Industrie mit 25 und der Energiewirtschaft mit 17 Prozent. Private Haushalte stehen für 16 Prozent der Energieimportkosten, der Sektor Gewerbe, Handel und Dienstleistungen für 7 Prozent.

Sinkende Importmengen allein reichen nicht

Allein die Elektrifizierung von Verkehr, Industrie und Wärme – und damit eine viel höhere Effizienz – könnte dem gegenüber die Nettoimportkosten, bezogen auf das Jahr 2025, um rund 40 Prozent (30 Milliarden Euro) senken. Der Einsatz von erneuerbaren Energien einschließlich Umweltwäre kann weitere 30 Prozent (23 Milliarden Euro) einsparen. Für Energie- und Ressourceneffizienz sowie Veränderungen der Verkehrsnachfrage nennt die Studie ein Einsparpotenzial von etwa 15 Prozent, für Wasserstoff und Wasserstoffderivate etwa 11 und für Fernwärme etwa 4 Prozent.

Die bisherige Entwicklung von mengenmäßig zwar rückläufigen, in der Anschaffung aber immer teurer werdenden Importen fossiler Energien zeige hingegen, „dass sinkende Importmengen allein nicht ausreichen, um die wirtschaftlichen Risiken fossiler Energieabhängigkeit zu begrenzen“, so Matthes. „Solange Deutschland große Mengen Öl und Gas importiert, bleibt die Volkswirtschaft anfällig für internationale Preisschwankungen. Eine beschleunigte Energiewende ist deshalb auch eine Investition in wirtschaftliche Stabilität und Garant für einen größere Unabhängigkeit.“

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Kommentare

frank.dreesbach
21 Stunden

Ganz nett. Interessiert hakt in der Regierung niemanden.

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peter.rentfort
3 Stunden

„Uninteressant“ auch deshalb, weil von den Kosten die gesamte Welt gleichermaßen betroffen ist, alle Konkurrenten ebenso. Aber ein „Verzicht“ auf die „76 Mrd.-Energie“ würde wieviel kosten, und sich ab wann armotisieren, also erstmalig Gewinn bringen?
Wie lang ist eine Regierungsperiode, die doch mit Gewinn abschließen muss?
Und bei den „guten“ Produkten wird es keine Kostenschwankungen geben, auch durch besondere Ereignisse? Man denke an Taiwan etc..