AG Energiebilanzen erwartet spürbaren Rückgang beim Energieverbrauch 2026
Der Energieverbrauch in Deutschland wird 2026 gegenüber dem Vorjahr wohl um knapp drei Prozent sinken. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgemeinschaft (AG) Energiebilanzen auf Basis ihrer Jahresprognose, die sich auf vorliegende Daten der ersten neun Monate 2026 stützt. Die energiebedingten CO2-Emissionen könnten sogar um fast vier Prozent zurückgehen. Gründe für den spürbar sinkenden Energieverbrauch in diesem Jahr seien die verhaltene Wirtschaftsentwicklung und der kräftige Anstieg der Energiepreise, teilte die AG Energiebilanzen am Mittwoch mit. Witterung und sonstige Einflussfaktoren hätten hingegen nur einen geringen Einfluss auf die Entwicklung des Energieverbrauchs.
Nach den ersten drei Quartalen liegt das Minus beim inländischen Primärenergieverbrauch bei 3,6 Prozent im Jahresvergleich. Er sank auf 7470 Petjoule. Während Mineralöl und Braunkohle rückläufig waren, verzeichneten Erdgas einen leichten sowie Erneuerbare und Steinkohle einen stärkeren Verbrauchsanstieg. Mineralöl hat mit 34 Prozent weiterhin den höchsten Anteil am Primärenergieverbrauch, gefolgt von Erdgas mit 26 Prozent und Erneuerbaren mit 22,5 Prozent. Die Steinkohle hat mit 7,6 Prozent in diesem Jahr die Braunkohle überholt.
Das Plus der Erneuerbaren belief sich im Jahresvergleich auf 5,7 Prozent, was zu einer Erhöhung von 20,5 auf 22,5 Prozent des Gesamtanteils führte. Vor allem die Windkraft legte aufgrund günstigerer Witterungsbedingungen um 14 Prozent zu. Die Photovoltaik erhöhte ihren Beitrag um 12 Prozent. Im Wärmebereich nahm der Einsatz erneuerbarer Energien nur leicht zu, so die AG Energiebilanzen weiter. Allerdings verzeichnete die mit elektrischen Wärmepumpen nutzbar gemachte Umweltwärme und die oberflächennahe Geothermie ein Plus von 19 Prozent. Bei der Wasserkraft gab es witterungsbedingt dagegen ein Minus von 24 Prozent. Im Verkehrssektor erhöhte sich insbesondere der Verbrauch von biogenen Dieselkraftstoffen um 39 Prozent, wie die AG Energiebilanzen erklärt. Dies sei eine Folge der novellierten Treibhausgasminderungsquote.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 verzeichnete der Stromaustausch mit den Nachbarländern einen leichten Exportüberschuss. Nach den Daten der AG Energiebilanzen flossen 1,9 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom ins Ausland als von dort bezogen wurde. Im Vergleich dazu habe es in den zwei Jahren zuvor noch einen deutlichen Importüberschuss gegeben. Die Stromexporte nahmen demnach insgesamt um 18,2 Prozent auf 50,1 Milliarden Kilowattstunden zu, die Stromimporte gingen um 16,4 Prozent auf 48,2 Milliarden Kilowattstunden zurück.
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