Vorläufiger Insolvenzverwalter führt Geschäftsbetrieb von EKD weiter
In der vergangenen Woche hatten sechs Unternehmen der Energiekonzepte Deutschland (EKD)-Gruppe einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Leipzig gestellt. Die Richter bestellten nun Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing zum vorläufigen Insolvenzverwalter für alle diese Gesellschaften. Zudem hieß es in einer gemeinsamen Presseerklärung vom Montagabend, dass auch die siebte Gesellschaft der Gruppe, die ES Energiesysteme GmbH aus Edermünde in Kürze einen Insolvenzantrag stellen werde.
Flöther will den Geschäftsbetrieb aller Unternehmen im vorläufigen Verfahren fortführen. Die Löhne und Gehälter der rund 400 EKD-Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sei bereits eingeleitet worden, damit Löhne und Gehälter möglichst rasch ausgezahlt werden können. Zudem seien die Mitarbeiter am Montag über das Verfahren und die weiteren Schritte informiert worden.
„Vorläufige Insolvenzverwaltung und Geschäftsführung beabsichtigen, alle Unternehmen während des gesamten vorläufigen Verfahrens fortzuführen“, erklärte Flöther. Er verschaffe sich mit seinem Team derzeit in Gesprächen mit dem Management ein Bild der Lage. „Unser Ziel ist es, die Geschäftsbetriebe und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten“, so Flöther weiter. Dazu sollen bis zur voraussichtlichen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Dezember alle Optionen zur Sanierung der EKD-Gruppe geprüft werden. Denkbar sei etwa eine Investorenlösung. Die geeigneten Maßnahmen will Flöther in Abstimmung mit den Gläubigern vorbereiten.
Der Auslöser für die Insolvenz der EKD-Unternehmen war nach den Angaben, dass die Gruppe eine für die Fortführung notwendige Finanzierung durch den Investor nicht mehr sichern konnte. Weitere Finanzierungsgespräche seien zudem bislang erfolglos gewesen.
Neben den etwa 400 festangestellten Mitarbeitern verfügt EKD zudem über rund 1000 Vertriebler, die bundesweit für den Verkauf von Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeichern und Wallboxen unterwegs sind. Diese seien bereits vor der Stellung der Insolvenzanträge persönlich informiert worden, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Auch die Kunden von EKD sollen direkt informiert werden. Dabei sei geplant, laufende und anstehende Montage- und Servicetermine zeitnah wieder aufzunehmen. Da Kunden ihre Zahlungen nach aktuellem Projektfortschritt leisten, sei davon auszugehen, dass sie durch die Insolvenzanträge keinen finanziellen Verlust erleiden, hieß es weiter.
Bereits Tage vor der Insolvenzeröffnung hatten „Taucha kompakt“ und das „Handelsblatt“ über die geplanten Anträge unter anderem für die Energiekonzepte Deutschland GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Holding GmbH, die Energiekonzepte Deutschland Investorenholding GmbH und die Energiekonzepte Deutschland PV-Montage GmbH berichtet. Der Investor und Eigentümers Pemberton bestätigte dabei den Rückzug aus der weiteren Finanzierung des Photovoltaik-Unternehmens. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage von pv magazine: „Dieser Schritt erfolgte infolge eines erheblichen und anhaltenden Rückgangs des deutschen Marktes für Photovoltaik-Anlagen in Privathaushalten.“ Angesichts dieses anhaltenden starken Marktrückgangs sei deutlich geworden, dass das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig sei.
EKD wurde 2018 gegründet. Im Jahr 2025 übernahm Pemberton das Unternehmen. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mehr als 45.000 Photovoltaik-Anlagen installiert. Es bietet dazu auch Batteriespeicher, Wallboxen, Wärmepumpen und Energiemanagementlösungen. Bereits Ende 2025 gab es wirtschaftliche Schwierigkeiten und EKD kündigte damals 86 Mitarbeiter.
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