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SH Netz veröffentlicht verschiedene FCA-Musterverträge

Es handelt sich um Musterverträge für flexible Netzanschlussvereinbarungen für Stand-alone-Batteriespeicher, Co-Location-Batteriespeicher mit Überbauung sowie flexible Großverbraucher auf der Bezugsseite. SH Netz setzt zudem künftig auch auf ein neues Zuteilungsverfahren für freie Netzanschlusskapazitäten, an dem alle Batteriespeichervorhaben ab 300 Kilowatt Leistung teilnehmen müssen.
Eco Stor, Bollingstedt, Großspeicher, Batteriespeicher
Der Speicherbetrieb von Eco Stor in Bollingstedt diente als Vorlage für die Ausarbeitung eines FCAs für Stand-alone-Speicher. | Foto: Eco Stor

Der Verteilnetzbetreiber Schleswig-Holstein (SH) Netz sorgte bereits im Sommer für Schlagzeilen. Kurz vor der Intersolar in München hatte Eon angekündigt, bis zum Jahresende standardisierte, flexible Netzanschlussvereinbarungen – kurz auch FCAs für flexible connection agreements – auf all seine Verteilnetztöchter ausrollen zu wollen. Vorbild dabei die Vereinbarung von SH Netz, die in Zusammenarbeit mit dem Betrieb von Eco Stors Großspeicher in Bollingstedt erprobt wurde. Schon zu der Zeit hatte SH Netz grobe Parameter für den Speicherbetrieb im Zuge eines FCAs veröffentlicht.


Am Dienstag sind nun die detaillierten Netzanschlussvereinbarungen samt Anlagen auf der Website des Verteilnetzbetreibers online. Dabei wird zwischen drei verschiedenen FCAs unterschieden: für Stand-alone-Batteriespeicher, für Co-Location-Batteriespeicher mit Überbauung sowie für flexible Großverbraucher.

Die Ankündigung von Eon sorgte für einige Unruhe in der Speicherbranche. Nicht wenige befürchteten, dass der Energiekonzern nun den Standard setzen wolle. Vertreter von Eon stellten jedoch im Gespräch mit pv magazine klar, dass bei der Ausgestaltung der FCAs auch regionale Netzbesonderheiten berücksichtigt werden sollen (mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: „Den Standard wird es nicht geben“ aus der September-Ausgabe 2026).

Parallel zur Veröffentlichung der FCAs hat SH Netz auch ergänzende Kundeninformationen zu Co-Location Batteriespeicher bereitgestellt sowie seine FAQs für Batteriespeicher und Biogasanlagen erweitert.

Neues Zuteilungsverfahren für vorhandene Netzanschlusskapazitäten

Zudem hat der Verteilnetzbetreiber sein Zuteilungsverfahren für Netzanschlusskapazitäten geändert. SH Netz setzt künftig auf ein kriterienbasiertes Zuteilungsverfahren, mit dem verfügbare Netzkapazitäten transparent, nachvollziehbar und diskriminierungsfrei vergeben werden sollen. Das Verfahren wird dabei für alle Netzanschlussvorhaben für Bezugskunden mit einer Leistung von mehr als 1000 Kilowatt und Batteriespeicher mit mehr als 300 Kilowatt Leistung. Das Anmeldeverfahren eröffnet SH Netz am kommenden Montag (12. Oktober), 12 Uhr. Die Anmeldung sind dann online bis zum 23.11., 12:00 Uhr für die aktuelle Vergaberunde möglich.

In den vergangenen Monaten haben die Übertragungsnetzbetreiber sowie erste Verteilnetzbetreiber ihre Netzanschlussverfahren geändert und auf diese Art von Reifegradverfahren umgestellt. Damit werden Netzanschlussbegehren nicht mehr zwangsläufig nach Zeitpunkt der Antragstellung abgearbeitet, sondern vorhandene Kapazitäten in Zyklen auf Basis verschiedener Kriterien vergeben.

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