Ladesonne koppelt Schnellladepreis an Photovoltaik-Erzeugung
Ladesonne bietet an seinem Ladepark am Autohof Schwarmstedt in Buchholz (Aller) einen dynamischen Ladetarif an, dessen Preis von der aktuellen Photovoltaik-Erzeugung abhängt. Der Strom stammt aus einem rund 300 Meter entfernten Solarpark mit 4,6 Megawatt Leistung. Produziert die Photovoltaik-Anlage ausreichend Strom, zahlen Fahrer von Elektrofahrzeugen 29 Cent pro Kilowattstunde. Reicht die Solarstromerzeugung nicht aus, wird zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen. Dessen Preis orientiert sich am Spotmarkt. Werden Solar- und Netzstrom gleichzeitig genutzt, berechnet Ladesonne einen anteiligen Mischpreis. Der jeweils aktuelle Ladepreis wird auf einer Preistafel an der Einfahrt angezeigt.
Nach Angaben des Unternehmens kamen seit April mehr als 70 Prozent der an den Ladesäulen geladenen Energie direkt aus dem Solarpark. Erzeugungsanlage und Ladepunkte liegen hinter demselben Netzverknüpfungspunkt, sodass der Solarstrom ohne vorherige Einspeisung in das öffentliche Netz für die Fahrzeuge genutzt werden kann.
Messung im Viertelstundentakt
Für die Abrechnung werden die bezogenen Strommengen viertelstündlich nach Solar- und Netzstrom aufgeschlüsselt. Grundlage ist nach Angaben von Ladesonne ein eichrechtskonformes Mess- und Abrechnungskonzept. Nicht direkt verbrauchter Solarstrom wird ins Netz eingespeist und über einen Direktvermarkter verkauft.
Ladesonne sieht das Konzept auch als Modell für weitere Ladeparks. Das Unternehmen entwickelt sowohl Ladeinfrastruktur als auch Photovoltaik-Projekte und will vergleichbare Konzepte auch für andere Betreiber umsetzen. Potenzial sieht es insbesondere bei Ladeparks für Elektro-Lkw mit ihrem deutlich höheren Strombedarf.
Dynamische Preise sind beim öffentlichen Laden in Deutschland bislang wenig verbreitet. Einzelne Anbieter erproben bereits Modelle, bei denen sich die Ladepreise etwa an Börsenstrompreisen oder der Auslastung der Ladepunkte orientieren. Das Konzept in Schwarmstedt geht einen anderen Weg: Dort bestimmt zusätzlich die aktuelle Erzeugung des unmittelbar angebundenen Photovoltaik-Kraftwerks den Ladepreis.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].
Please login to comment
Super Ansatz und ein Gewinn für alle Seiten. BEV-Fahrer können zumindest zeitweise günstiger laden. Ladesonne dürfte mit dem Ansatz auch dann einen rentablen Preis für seinen PV-Strom einfahren, wenn im Sommerhalbjahr der Börsenpreis um die Mittagszeit um die Nullmarke pendelt. Netzentgelte entfallen dann auch noch.
Das muss der neue Standard werden! Ladepreiskopplung an Dynamische Strompreise und Netzentgelte.