Aurora Energy Research: Redispatchvorbehalt trifft Wind an Land härter als Photovoltaik
Im Entwurf für das Netzpaket hat die Bundesregierung die Einführung eines Redispatch-Vorbehalts vorgesehen. Dies bedeutet, dass neue Photovoltaik-Anlagen und Windparks zwar in Netzgebieten angeschlossen werde können, in denen hohe Abregelungen vorliegen. Doch bis zu sechs Jahre sollen 18 bis 20 Prozent der erzeugten Strommengen im Falle einer Abregelung in den als kapazitätslimitierten Gebieten durch die Netzbetreiber nicht entschädigt werden.
Aurora Energy Research hat die Auswirkungen der Regelung, wie sie aktuell im Entwurf enthalten sind, hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit und finanziellen Machbarkeit neuer Erneuerbaren-Anlagen durchgerechnet. Die Analysten haben dafür pauschal in ihrem Konzept den maximalen Erzeugungsverlust von 20 Prozent simuliert, wenngleich Aurora Energy Research nach seinen Modellierungen deutlich weniger erwartet.
In ihrer Rechnung mit 20 Prozent sinkt die erwartete interne Rendite (IRR) bei Photovoltaik-Projekten um 0,8 Prozentpunkte und bei Onshore-Windparks um einen Prozentpunkt. Nach der Aurora-eigenen Modellierung zu den erwarteten Redispatch-Abregelungen läge das Minus für beide Technologien nur bei jeweils 0,3 Prozentpunkten.
Die 20 Prozent-Annahme beim Redispatchvorbehalt könnte nach Ansicht der Analysten für Windprojekte somit selbst in windreichen Regionen zum Kipppunkt werden, zumal zusätzlich noch Netzentgelte und Baukostenzuschuss die Wirtschaftlichkeit der Anlagen schmälern. Dabei kommt zum Tragen, dass Windparks eher in Zeiten höherer Börsenstrompreise abgeregelt werden. Die Abregelung von Photovoltaik-Anlagen erfolgt dagegen eher in Zeiten, wenn die Börsenstrompreise allgemein niedrig oder auch negativ sind.
„Der negative Effekt des Redispatchvorbehalts ist zu 90 Prozent durch den bilanziellen Ausgleich getrieben. Wenn tatsächlich nur der finanzielle Ausgleich (die Marktprämien) betroffen wäre, wie man den Gesetzesentwurf auch interpretieren könnte, wären die negative Auswirkung vernachlässigbar“, so das Fazit der Analysten.
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