See all

Enerparc-Schwestergesellschaft meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an

Pvwerk ist auf die Installation von Photovoltaik-Kraftwerken und Batteriespeichern spezialisiert. Mit Hilfe des Verfahrens sollen möglichst viele der etwa 100 im Bau befindliche Solarparks und Batteriespeicher, die im Auftrag der Enerparc AG errichtet werden, ans Netz gebracht werden.
PV-Speicheranlage in Büttel (SH),
Seit der Gründung 2011 hat Pvwerk mehr als 500 Solarparks mit einer Gesamtleistung von über 5,5 Gigawatt realisiert, zuletzt auch Batteriespeicher. | Foto: Enerparc AG

Nach der Insolvenzanmeldung der Enerparc AG veröffentlichte nun auch die Schwestergesellschaft Pvwerk, dass sie am Montag beim Amtsgericht Hamburg einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gestellt habe. Das Gericht eröffnete die voläufige Eigenverwaltung und bestellte Bernd Richter von der Pluta Rechtswalts GmbH zum Generalhandlungsbevollmächtigten. Gemeinsam mit Kollegen aus seiner Kanzlei werde er mit dem Pvwerk-Geschäftsführer Florian Gösch am Erhalt des Unternehmens arbeiten. Die Hamburger Richter bestellten zudem Tjark Thies von der Kanzlei Reimer zum vorläufigen Sachwalter, der das Verfahren im Interesse der Gläubiger begleitet.

Pvwerk ist als Schwestergesellschaft von Enerparc auf die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen und zuletzt auch Batteriespeichern spezialisiert. Seit der Gründung 2011 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 500 Solarparks mit einer Gesamtleistung von über 5,5 Gigawatt realisiert. Es beschäftigt rund 60 Mitarbeiter, die neben der Errichtung auch für die Inbetriebnahme verantwortlich sind. Deren Gehälter sind nun für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.

Der Geschäftsbetrieb von Pvwerk soll weiterlaufen. Ziel sei es, die bereits im Bau befindlichen Solarparks und Batteriespeicher fertigzustellen. Rund 100 von Enerparc beauftragte Projekte befinden sich aktuell in der Bauphase, wie es weiter hieß. Nun soll genau analysiert werden, welche der im Bau befindlichen Solarparks fertiggestellt werden können. Dies werde auch in enger Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter der Enerparc AG, Stefan Denkhaus, erfolgen.

„Wir wollen die bereits im Bau befindlichen Solarparks möglichst fertigstellen, um damit einen zeitnahen Netzanschluss zu ermöglichen“, sagte Geschäftsführer Florian Gösch. Dazu sollen Projekte priorisiert und auf ihre Werthaltigkeit geprüft werden. „Wir wollen damit auch die Voraussetzungen für eine dauerhafte Fortführung der pvwerk GmbH legen, weil wir davon überzeugt sind, dass wir ein wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell haben“, sagte Gösch weiter.

Der Generalhandlungsbevollmächtigter Bernd Richter erklärte mit Blick auf die Firma, er sehe „eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen, aus denen sich ihre Wettbewerbsfähigkeit ableitet“. Nun gehe es darum belastbare Fertigstellungskosten für die Projekte zu ermitteln. „Wir sind davon überzeugt, dass auf dieser Basis die Vorteilhaftigkeit der Fertigstellung der im Bau befindlichen Projekte herausgearbeitet werden kann und sich daraus auch eine langfristige Fortführungsperspektive für die Pvwerk GmbH ergeben wird, die auch für Investoren interessant sein müsste“, so Richter. Der vorläufige Sachwalter Tjark Thies betonte, dass angestrebt werde, den Auftragsbestand möglichst vollständig abzuarbeiten.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].

Kommentare

PB
Sep 11, 2026

nach 500 Solarparks und 100 im Bau, sind die Gesellschafter Multimillionäre und zahlen muss das Insovenzgeld der Steuerzahler