Wärmepumpen sind aktuell wichtigster Wachstumstreiber im Heizungsmarkt
Der deutsche Heizungsmarkt hat gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich zugelegt, dennoch verharrt das Modernisierungstempo weiterhin auf einem zu geringen Niveau. Das ist die Einschätzung des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), der am Dienstag die aktuellen Zahlen veröffentlichte. Demnach stieg der Absatz von Wärmeerzeugern um 19 Prozent an. Insgesamt seien 352.000 Wärmeerzeuger abgesetzt worden, davon entfielen 194.500 Geräte auf Heizungs-Wärmepumpen (+40 Prozent), 134.000 auf gasbasierte Wärmeerzeuger (+1 Prozent), 9500 auf ölbasierte Wärmeerzeuger (-11 Prozent) und 14.000 auf Biomasseheizungen (-1 Prozent).
Wärmepumpen seien damit die wichtigsten Wachstumstreiber auf dem Heizungsmarkt. Der BDH fordert, diese Dynamik auf Basis der verabschiedeten Rahmenbedingungen zu verstetigen. Allerdings müsse zugleich auch das Vertrauen der Verbraucher in die Heizungsmodernisierung insgesamt gestärkt werden, so der Verband. So zeige die BDH-Halbjahresreihe 2019 bis 2026 deutlich, dass das Marktvolumen weiterhin unter dem Niveau früherer Jahre liegt. Verständliche Regeln seien elementar. Sie können nach Ansicht des BDH die Investitionsentscheidungen erleichtern und somit die Modernisierungen im Heizungsmarkt in der Breite stärken.
Auf das Gesamtjahr hochgerechnet erwartet der BDH einen Absatz von rund 700.000 Wärmeerzeugern. Dies würde eine Stabilisierung im Vergleich zu 2025 bedeuten. Mit Blick auf den Markt reiche dieses Tempo jedoch nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Nach Angaben des Verbands sind etwa vier Millionen Heizungen in Deutschland älter als 30 Jahre. Mehr als 40 Prozent der 21,5 Millionen Heizungen würden nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen.
Kurz vor der parlamentarischen Sommerpause hat die Bundesregierung im Juli noch das Gebäudemodernisierungsgesetz durch Bundestag und Bundesrat gebracht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat es mittlerweile auch unterzeichnet und die Neuregelungen sind im Bundesanzeiger veröffentlicht worden. Zudem hat die Regierung im Juli auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), über die unter anderem Wärmepumpen bezuschusst werden, angepasst. Dem BDH zufolge sind damit „klare und verständliche Rahmenbedingungen geschaffen worden“, die die notwendige Investitionssicherheit bieten. Sie müssten nun jedoch auch langfristig bestehen bleiben und dürften nicht jede Wahlperiode neu ausgehandelt werden, mahnt der Verband.
Zudem dürfe die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz versprochene Wahlfreiheit nicht durch eine einseitige Begünstigung des Wärmenetzausbaus eingeschränkt werden. Fernwärmenetze seien nach Einordnung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages natürliche Monopole, so der BDH. Zudem seien Netzbetrieb und Versorgung bislang nicht voneinander getrennt. „Förderung und Ordnungsrecht müssen deshalb technologieoffen, systemneutral und wettbewerblich ausgestaltet sein. Vor der Förderung neuer oder erweiterter Netze braucht es einen technologieoffenen Vollkostenvergleich mit dezentralen Lösungen und vorhandenen Infrastrukturen“, erklärte der Verband weiter.
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