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Neues Beratungsformat für FCAs in der Industrie gestartet

Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft, das Fraunhofer IPA und die Universität Stuttgart bieten künftig ein „Industrial FCA Assessment“ an. Dabei sollen die Industrieunternehmen bei der Bewertung, Ausgestaltung und Umsetzung flexibler Netzanschlussvereinbarungen unterstützt werden, die ihnen Elektrifizierungsvorhaben trotz begrenzter Netzanschlusskapazitäten ermöglichen.
Strommast
Foto: Thomas B. auf Pixabay

Bei flexiblen Netzanschlussvereinbarungen – abgekürzt aus dem Englischen auch FCAs genannt – denken viele sofort an Batteriegroßspeicher. Doch nicht nur für diese sind sie hochrelevant, sondern auch für andere Technologien und Industrieunternehmen. Die Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA sowie das Institut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) der Universität Stuttgart bieten daher ab sofort mit dem „Industrial FCA Assessment“ ein neues Beratungsformat an.

Hintergrund ist, dass viele Industrieunternehmen derzeit die Elektrifizierung von Produktions- und Energieversorgungssystemen, darunter Systeme zur Bereitstellung von Strom, Wärme oder Kälte, planen. Die Vorhaben stoßen aber oftmals auf begrenzte Netzanschlusskapazitäten. Während der für die Umsetzung der Projekte notwendige Netzausbau oft Jahre braucht, stellen FCAs eine kurzfristige Lösung dar, die Elektrifizierungsvorhaben direkt umzusetzen. In den flexiblen Netzanschlussvereinbarungen werden dabei Bedingungen und zeitliche Einschränkungen für die Nutzung des Netzanschlusses definiert.

Die Unternehmen wiederum stünden bei der Umsetzung von FCAs oftmals vor Herausforderungen, da sich die Vereinbarungen häufig hinsichtlich der zusätzlich verfügbaren Anschlussleistung, der Häufigkeit und Dauer möglicher Leistungseinschränkungen, der Vorlaufzeiten für Netzengpassmeldungen sowie der garantierten Mindestleistung unterschieden, heißt es von den beteiligten Instituten.

FfE, Fraunhofer IPA und die Universität Stuttgart setzen mit ihrem „Industrial FCA Assessment“ genau an diesem Punkt an. Auf Basis von Lastdaten, Elektrifizierungsplänen und Standortfaktoren würden die Eignung verschiedener FCA-Ausgestaltungen analysiert und bewertet. Denn die mit den Vereinbarungen verbundenen Anforderungen an Lastmanagement, Speicher oder Prozessflexibilität könnten erheblich variieren. „Ob ein FCA wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt daher maßgeblich von den Betriebsprozessen, Lastprofilen, Flexibilitätsoptionen und Elektrifizierungsplänen eines Unternehmens ab“, heißt es weiter. Als Resultat der Prüfung und Bewertung erhalten die Unternehmen einen „standortspezifischen Action Plan“. Auf dieser Basis könnten sie dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Die Analysen bilden auch die Grundlage für die anschließende technische, wirtschaftliche und vertragliche Umsetzung der Vorhaben. Dabei würden in den Simulationen auch unterschiedliche Szenarien untersucht, beispielsweise der Einsatz von Batteriespeichern, Lastmanagementmaßnahmen oder Eigenversorgungslösungen zur Einhaltung FCA-bedingter Leistungsgrenzen am Netzanschluss. Das Assessment sei dabei als Einstieg in den FCA-Prozess konzipiert. Den beteiligten Instituten zufolge schafft die Kombination energiewirtschaftlicher, technologischer und betrieblicher Perspektiven eine fundierte Grundlage für die Ausgestaltung von FCAs und die Planung weiterer Umsetzungsschritte.

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