Photovoltaik-Anlagen speisen im Juli erstmals mehr als 12 Terawattstunden ins öffentliche Netz ein
Die in Deutschland installierten Photovoltaik-Anlagen haben im Juli erstmals mehr als 12 Terawattstunden ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Statistik von Energy-Charts vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zeigt ganz genau 12,0355 Terawattstunden für den vergangenen Monat an. Gegenüber dem Vormonat, in dem erstmals die Marke von 11 Terawattstunden übertroffen wurde, ist dies eine nochmalige deutliche Steigerung.
Besonders drastisch fällt jedoch der Vergleich mit dem Juli 2025 aus. Damals speisten Photovoltaik-Anlagen nur 8,376 Terawattstunden ins öffentliche Stromnetz ein. Zum damaligen Zeitpunkt lag die kumuliert installierte Photovoltaik-Leistung bei gut 107 Gigawatt, mittlerweile sind es 125 Gigawatt. Neben dem Zubau sorgte auch die deutlich höhere Zahl an Sonnenstunden für den Anstieg um 41 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, der nur 189 Sonnenstunden verzeichnete.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD gab es im Juli 2026 hingegen „ungewöhnliche 272 Sonnenstunden“. Dies seien etwa 30 Prozent mehr als im Schnitt der Periode 1961 bis 1990 (211 Stunden). Im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2020 sei der Anstieg nicht ganz so stark. Dennoch kommt der DWD auch hier noch auf ein Plus von 46 Stunden oder etwa 20 Prozent. „Gebietsweise bewegte der Südwesten sich auf Rekordniveau. Regional gab es dort 325 bis 350 Sonnenstunden und damit im Schnitt elf bis zwölf Sonnenstunden täglich“, wie der DWD weiter schreibt.
Ende vergangener Woche hatte Energy-Charts eine Auswertung veröffentlicht, wonach in Deutschland Solarstrom erstmals drei Monate in Folge einen Anteil von mehr als 30 Prozent in Deutschland an der Last erreichte. Europaweit waren es in den Monaten Mai, Juni, Juli immerhin durchschnittlich konstant mehr als 20 Prozent. Der Solarstrom, der direkt in den Photovoltaik-Eigenverbrauch von Haushalten und Gewerbe fließt, ist in den Zahlen nicht enthalten.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: [email protected].
Please login to comment
Die überdurchschnittlich vielen Sonnenstunden sprechen übrigens nicht gegen PV („ja aber in der Dunkelflaute, das ist ja nur ein einmaliger Effekt“).
Das Klima ändert sich. So, dass Ungarn und Rumänien gerade ernsthafte Probleme mit der ach so wetterunabhängigen Kernkraft haben. Die müssen nun von Nachbarn Strom importieren. Ungarn lässt ganze Industrien abschalten.
Was bringt einem ungarischen Verbraucher, wenn wir weiter Solar ausbauen? Führen Sie sich doch mal vor Augen, was beispielsweise eine 400W Balkonanlage für Auswirkungen für Ihr Nachbardorf haben. Keine! Da kommt nix mehr an. Die dafür notwendige Infrastruktur ist einfach nicht darstellbar und ein europäisches Netz, das aktuell produzierten Windstrom der Nordsee für Verbraucher in Süditalien zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stellt, einfach nur utopisch.
Natürlich macht es Sinn, wenn Ungarn selbst in Erneuerbare investiert. Solange sie aber Strom aus dem Ausland importieren, ist da halt auch Erneuerbarer Strom dabei – und bilanziell auch vom Überschuss des Balkonkraftwerks hierzulande (physikalisch fließt der Strom natürlich zum nächsten Verbraucher, z.B. in die Klimaanlage des Nachbarn).
Naja wir bei uns auch passieren, wenn man weiter Gaskraftwerke verteufelt und nur auf Batterien setzt.
Zudem ist es nicht ein Problem der Technik, sondern der Anbindung an das Flußwasser und AKWs ohne Kühltürme.
Dirk, Du fällst gerade auf das AfD Gesappel vom Mann der Wissenschaft (nonsens.nt) rein…
Gruenstrom meinte:
„Naja wir bei uns auch passieren, wenn man weiter Gaskraftwerke verteufelt und nur auf Batterien setzt.“
Du hast also gesicherten Grund zu Annahme, dass die deutschen Solaranlagen demnächst abgebaut werden?
Ist es nicht genau umgedreht, gefährden die geplanten Gasanlagen nicht den Ausbau von Solar, obwohl (oder eher weil) diese erst verfügbar werden, wenn wir eigentlich Batterie + Solar + Wind schon soweit ausgebaut haben könnten, dass der Bestandskraftwerkspark zur Überbrückung reicht?
Aber da die neuen Gasanlagen die benötigten Erneuerbaren aus den Netzwerkknoten verdrängen, selbst wenn diese noch gar nicht verfügbar sind, sieht das ziemlich übel aus. Übrigens ist ein Solarpark (genaugenommen alle Erneuerbaren an dem Netzwerkknoten), an dem ich eine Beteiligung habe, derzeit komplett abgeschaltet über die Sommermonate, damit das Gaskraftwerk in der Nähe (an dem Netzwerkknoten) gewartet werden kann. Beides ist nun dieses Jahr nicht verfügbar, weil man Gas für eine tolle „Ergänzung“ hielt. Wobei der Solarpark immerhin mit stark eingeschränkter Kapazität ab Herbst wieder in das Netz darf, wenn alles gut geht. Das Gaskraftwerk bleibt wohl vermutlich noch bis Ende nächsten Jahres offline. Leider keine gute Kombination.
Und Gaskraftwerke sollen günstig sein und machen unabhängig? Ja, wir brauchen flexible Zusatzkapazitäten. Aber bitte nicht behaupten, diese wären günstig oder die Versorgung über Jahrzehnte wäre gesichert!
Hach ja, die guten alten „Dunkelflauten“ … ignorieren wir einfach die dazugehörigen Zahlen.
Der Graph verbirgt leider einen wesentlichen neuen Rekord. Nämlich den im Dezember 2024, der solarschwächsten Zeit des Jahres. Damals ist das erste Mal mehr als 1TWh Solar im Dezember eingespeist worden. Sechs Monate später, im Juni 2025, sind das erste Mal über 10TWh Solar eingespeist worden. Und nur etwas über ein Jahr später haben wir schon 12TWh Solar (nach einem 1,4TWh-Solar Dezember 2025).
Die „Dunkelflauten“ resultieren aus dem Fehlbetrag zwischen Erneuerbaren und Nachfrage. Allerdings, nicht zuletzt auch dank Balkonkraftwerken, ist die Nachfrage am Sinken, während gleichzeitig das Angebot stetig steigt. Kurz, der Fehlbetrag wird mit zunehmendem Ausbau der Erneuerbaren, und hier besonders Solar (+Batterie) immer kleiner. „Dunkelflauten“ werden zunehmend bedeutungsloser.
Auf Tagesniveau in den Graphen sieht man den Entwicklungsbedarf, wir benötigen massiv mehr (Nutzung der vorhandenen) Batteriekapazität und erheblich mehr Solar, um anfänglich auch nur im Sommer den Tagesbedarf zu decken. Etwas, was so manche Heimanlagen selbst im Frühling und Herbst beherrschen und manche sogar im tiefsten Winter.
Es braucht eigentlich kein Genie, um zu erkennen, wohin die Reise geht und doch gibt es offensichtlich keinen Mangel an Leuten (nein, nicht die PV-Magazine Redaktion), die die Bedingungen von 2010 ohne Anpassung in die Zukunft projektieren, obwohl das heute schon unzutreffend ist. Ist das Unwissen? Altersstarrsinn? Gewünschte Irreführung?