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Montagesystem für Photovoltaik-Anlagen auf Gabionen

Das von Diconal bereits auf der Intersolar vorgestellte System ist für Gabionen konzipiert, wie sie etwa an Lärmschutzwänden, für Hangsicherungen oder im Gartenbau verwendet werden. Gemeinsam mit den Firmen Wi Solar und Karl Ditandy wurde eine Lösung für die flexible Befestigung von Solarmodulen an mit Natursteinen befüllten Drahtgittern entwickelt und nun in einer Anlage in Bingen baupraktisch geprüft.
Montagesystem für Gabionen, Wi Solar, Karl Ditandy, Alutecta/Contecta, Diconal
Unregelmäßige Strukturen mit einem Standard-Montagesystem verbinden: Für dieses Aufgabe wurde das Gabionen-System entwickelt. | Foto: Wi Solar

Die Firmen Wi Solar, ein Entwickler gewerblicher Photovoltaik-Anlagen, und die auf Naturstein-, Wasser- und Gabionenbau spezialisierte Karl Ditandy GmbH haben in Kooperation mit dem Montagesystemhersteller Diconal eine Lösung für die Befestigung von Solarmodulen an Gabionen entwickelt. Potenzial für die Anwendung sieht Diconal, das die Neuentwicklung bereits auf der diesjährigen Intersolar Europe in München vorstellte, zum Beispiel bei Lärmschutzwänden. Die jetzt durchgeführte Erprobung in der Praxis erfolgte allerdings in kleinerem Maßstab mit einer Anlage aus neun Modulen auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau der Stadt Bingen.

Die Herausforderung für das System bestand in der Anbindung der oft unregelmäßigen Struktur der steinbefüllten Drahtgitter von Gabionen an die Komponenten eines Standard-Montagesystems. Die Montage in Bingen sei aber einwandfrei verlaufen, berichtet Sven Endris, Inhaber und Geschäftsführer von Wi Solar. „Wir freuen uns sehr, dass die baupraktische Prüfung erfolgreich abgeschlossen wurde. Photovoltaik-Module lassen sich nun mit unserer Klemmkonstruktion unkompliziert an Gabionen montieren und in unterschiedlichen Größen verbauen. Damit sind die Klemmen als skalierbare Systemlösung einsetzbar.“

Das Bauunternehmen Karl Ditandy suchte den Angaben zufolge eine Montagemöglichkeit für PV-Module an seinen Gabionen und zog hierfür Wi Solar hinzu. Mit den hierfür definierten Anforderungen entwickelte Diconal – ein Schwesterunternehme der Alutecta GmbH & Co. KG – einen Prototyp, der dann gemeinsam erprobt und verfeinert wurde.

Es ging insbesondere darum, dass Unterkonstruktion und Module maßhaltig sind und keine zu großen Stöße zwischen den Modulen aufweisen. Hierfür muss die Klemme flexibel positionierbar sein, weil Gabionenwände besonders bei großen Bauhöhen Maßtoleranzen aufweisen. Die Körbe lassen sich nicht millimetergenau positionieren, deshalb können Maschenfelder leicht versetzt liegen oder unterschiedlich groß sein. Aufgrund hervorstehender Kanten der Steinschüttung lassen sich zudem notwendige Maschenfenster teilweise nicht nutzen. Die Klemmkonstruktion muss dann im jeweils benachbarten sowohl vertikal als auch horizontal greifen können. Dies wird unter anderem durch Langlöcher in beiden Achsrichtungen erreicht. Bei alldem muss die Befestigung aber den – je nach Einsatzort – unter Umständen sehr großen Druck- und Sogwirkungen durch Windlast standhalten. Weiterhin muss eine hinter den Modulen laufende Verkabelung ebenso möglich sein wie „mit vertretbarem Aufwand“ durchzuführende Wartung.

Als Einsatzgebiete nennt Wi Solar „alle Anwendungen, bei denen Gabionenwände modulgerecht, das heißt mit einer Höhe von mindestens drei Metern, verbaut werden: an Stützwänden, Lärmschutzwänden, Schwerlastmauern, bei der Hangsicherung oder bei Sichtschutzwänden“.

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