Evonik startet Produktion von AEM-Membranen für Elektrolyseure
Evonik Industries hat die Produktion von Anionenaustauschmembranen (AEM) für Elektrolyseure im industriellen Maßstab aufgenommen. Die Membranen werden am Standort Marl hergestellt und vom Unternehmen entwickelt und vertrieben. Nach Angaben von Evonik erlaubt die Produktionsanlage die Fertigung von Membranen für Elektrolyseure mit einer Leistung von mehr als 2,5 Gigawatt pro Jahr.
Nach Angaben des Unternehmens richtet sich der Ausbau der Aktivitäten nach der wachsenden Nachfrage nach kostengünstigen Elektrolysetechnologien. Ziel sei es, die AEM-Technologie schneller in industrielle Anwendungen zu überführen und ihre Verbreitung zu beschleunigen.
Die AEM-Technologie gelte als vielversprechender Ansatz für die Herstellung von grünem Wasserstoff. Sie soll sich besonders für den flexiblen Betrieb mit schwankend verfügbarem Strom aus erneuerbaren Energien eignen. Ein weiterer Vorteil der Technologie bestehe darin, dass Wasserstoff direkt unter Druck erzeugt werden kann. Zusätzliche und kostenintensive Kompressionsschritte entfielen dadurch. Evonik verweist in dem Zusammenhang auf Fachstudien, die der Technologie rund 25 Prozent geringere Kosten für die Investition in fertige Elektrolyseure attestieren.
„Unsere Membran ist hochleistungsfähig und senkt die Investitionskosten. So kann sie der innovativen AEM-Technologie zur Wasserstofferzeugung zum Durchbruch verhelfen“, sagt Christian Däschlein, Leiter der New Growth Area AEM in der Evonik Innovation Factory.
Die Beschichtungsanlage in Marl zählt laut Evonik mit rund 20 Metern Länge zu den weltweit größten ihrer Art. Sie stellt die Membran in einer Breite von bis zu einem Meter her und eignet sich damit für die Produktion großflächiger Elektrolyseure. Nach Unternehmensangaben können die Membranen aufgrund der vollständigen Rückwärtsintegration von den Ausgangsmaterialien bis zum fertigen Produkt in großen Mengen und mit gleichbleibend hoher Qualität gefertigt werden. Bei Bedarf lasse sich zudem eine Gewebeverstärkung integrieren, um die Membranen für den Einsatz in großtechnischen Systemen zu optimieren.
Besonders groß schätzt Evonik das Marktpotenzial der AEM-Technologie in China ein. Parallel zum Produktionsstart in Deutschland nimmt das Unternehmen daher ein neues AEM-Zentrum in Shanghai in Betrieb. Das Anwendungszentrum soll die Integration der Technologie in Wasserstoffinfrastrukturen vorantreiben und Kunden bei der Erprobung unter industriellen Bedingungen unterstützen. Hierfür kooperiert Evonik unter anderem mit lokalen Partnern.
Bereits jetzt gebe es industrielle Abnehmer, die in der Produktion von AEM-Elektrolyseuren tätig sind und die „Duraion-Membran“ von Evonik beziehen.
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