Die Optimierungssoftware „Heartbeat AI“ steuert aktuell mehr als 60.000 dezentrale Energiesysteme. Sie verbindet dabei Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Wallboxen mit dem Strommarkt, wie es von 1Komma5° heißt, das sein Softwaregeschäft Ende 2024 in die Tochtergesellschaft Heartbeat AI GmbH auslagerte. Bislang lag die Konzentration auf der Installation bei Endkunden. Ab sofort will das Unternehmen aber in das Drittgeschäft einsteigen, wie 1Komma5° am Montag mitteilte.
So sollen künftig auch Energieversorger und Hersteller von Energiesystemen die Optimierungssoftware für ihre eigenen Anwendungen nutzen können. „Wir sehen einen fundamentalen Umbruch im Markt und Heartbeat AI ist die Antwort darauf – für Energieversorger, Hersteller und alle, die ihren Kunden ein zukunftsfähiges Energiesystem anbieten wollen“, sagte Barbara Wittenberg, Geschäftsführerin von Heartbeat AI. Energieversorger könnten für ihre Kunden Angebote aufsetzen, ohne die technologischen und operativen Voraussetzungen selbst entwickeln zu müssen. „Gerade mit Blick auf die Direktvermarktung und die optimierte Steuerung von Anlagen stehen viele Energieversorger unter hohem Umsetzungsdruck“, so Wittenberg weiter.
Auch die Hersteller von Wärmepumpen, Speichern, Wallboxen oder Wechselrichtern könnten die Software-Plattform nun nutzen. Sie könnten damit ihren Installations- und Vertriebspartnern über „Heartbeat AI“ nicht nur intelligente Steuerung, sondern auch Smart Meter, dynamischen Tarif, Direktvermarktung und weitere Services anbieten, heißt es weiter. Den Herstellern wird dabei auch eine Schnittstellenkompatibilität lizenzkostenfrei angeboten. Damit wolle Heartbeat AI die Vernetzung der Geräte im Massenmarkt fördern.
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Bitte etwas besser recherchieren. 1KOMMA5 hat „Heartbeat“ nicht entwickelt, das war die Firma GridX.
GridX war schon immer systemoffen. Bleibt die Frage, wie sich damit auch tatsächlich relevante Umsätze für den Prosumer erzielen lassen.
Spannende Entwicklung – ich sehe sie dennoch kritisch.
Aus unserer Sicht braucht es keine Aggregatoren oder zentralen Plattformen, um dezentrale Anlagen netzdienlich zu errichten und zu betreiben. Genau dort beginnt für mich der Widerspruch: Eigentlich sprechen wir über Dezentralität, am Ende entsteht daraus aber wieder ein zentraler Vermarktungsansatz.
Kritisch wird es besonders dann, wenn Kundenflexibilitäten wirtschaftlich genutzt werden, während Betreiber die Steuerungslogik ihres eigenen Systems kaum noch nachvollziehen oder beeinflussen können. Wenn die volle Hoheit praktisch erst wieder zurückkommt, sobald der Netzwerkstecker gezogen wird, läuft etwas grundsätzlich schief.
Wir glauben deshalb an einen anderen Weg: netzdienliche, offene und transparente Energiesysteme, bei denen der Kunde jederzeit die Kontrolle über seine eigene Anlage behält.
Wir würden diese Produkte nie an unsere Kunden vertreiben.