KI für Asset Management und Due Diligence: Wie Aevy Prozesse in Solarparks automatisieren will

Schreenshot von App-ansicht

Teilen

Künstliche Intelligenz hält auch im Asset Management von Photovoltaik-Anlagen Einzug. Dokumentationspflichten, Vertragsprüfungen und die Überwachung von Betriebs- und Wartungsprozessen binden erhebliche personelle Ressourcen. Sie sind häufig geprägt von manueller Arbeit und fragmentierten Datenquellen. Das norwegische Unternehmen Aevy verspricht, mithilfe von Künstlicher Intelligenz solche Aufgaben zu automatisieren.

Aevy wurde vor rund zwei Jahren gegründet und richtet sich primär an Betreiber großer Freiflächenanlagen. Das Unternehmen ist bereits in mehreren Märkten aktiv, darunter Großbritannien, Frankreich, Spanien, die USA sowie erste Projekte in Deutschland und Zypern.  Im Zentrum der Plattform stehen zwei Anwendungsbereiche: Compliance bei Dokumentationspflichten und die Überwachung von Betriebs- und Wartungsprozessen

Ursprünglich lag der Fokus auf dem operativen Asset Management. Inzwischen erweitert Aevy sein Angebot auch auf den Bereich der technischen Due Diligence. Die Plattform kann dabei Dokumentationen aus verschiedenen Projektphasen analysieren und konsistent bewerten.

Gerade im Bereich Compliance sieht das Unternehmen erhebliches Automatisierungspotenzial. Asset Manager verbringen heute viel Zeit damit, relevante Dokumente zusammenzusuchen, Fristen zu überwachen und regulatorische Anforderungen zu prüfen. Bei Aevy analysiert ein KI-Agent vorhandene Dokumente, identifiziert relevante Inhalte für regulatorische Anforderungen und leitet daraus konkrete Maßnahmen ab. Das können etwa das Setzen von Fristen oder die Bewertung des Erfüllungsstatus sein.

Aevy liest Wartungsberichte, Prüfprotokolle und weitere Betriebsdokumente aus und gleicht diese mit vertraglichen Vereinbarungen sowie technischen Erwartungen, etwa aus PVsyst-Simulationen, ab. Die Plattform gibt dabei Hinweise auf Abweichungen und Optimierungspotenziale.

Alles auf einem Dashboard

Neben der inhaltlichen Analyse bietet die Plattform eine strukturierte Aufbereitung zentraler Informationen. Dazu gehören Vertragsübersichten, Asset-Dashboards, die technische und kommerzielle Kennzahlen einzelner Anlagen bündeln, und Performance-Analysen, die Ist-Daten mit Planung und Verträgen vergleichen. Diese Funktionen sollen helfen, die Informationsbasis für Entscheidungen zu verbessern und die Abhängigkeit von manueller Datensuche zu reduzieren.

Technisch setzt Aevy auf eine cloudbasierte Plattform, die sich laut Unternehmen innerhalb weniger Minuten einrichten lässt. Die Integration erfolgt über bestehende Dokumentenablagen, etwa vergleichbar mit gängigen Kollaborationstools.

Aevy setzt nach eigenen Angaben auf eine Kombination verschiedener KI-Modelle unterschiedlicher Anbieter. Zum Einsatz kommen unter anderem aktuelle Modelle wie GPT-5.4 von OpenAI, die über Microsoft Azure betrieben werden, sowie Mistral Document AI für dokumentenbasierte Anwendungen. Entscheidend ist dabei die regionale Datenverarbeitung: Für europäische Kunden werden sämtliche Prozesse in europäischen Rechenzentren, etwa in Deutschland, Schweden oder der Schweiz, ausgeführt. Perspektivisch sieht das Unternehmen auch die Möglichkeit, vollständig auf europäische Modelle wie Mistral zu setzen, um die Abhängigkeit von US-Anbietern weiter zu reduzieren. Aktuell käme so ein Schritt jedoch noch mit Abstrichen bei der Leistungsfähigkeit.

Nach eigenen Angaben strebt Aevy an, noch in diesem Jahr Verträge für Anlagen mit einer Gesamtleistung von fünf bis zehn Gigawatt abzudecken. Unterstützt wird das Wachstum durch Risikokapital, unter anderem von Investoren aus Norwegen.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

Anker Solix Solarbank Max AC, Präsentation in Amsterdam
Anker Solix stellt 7-Kilowattstunden-Plug-in-Heimspeicher zur Nachrüstung von bestehenden Photovoltaik-Dachanlagen vor
09 April 2026 Das neue Produkt „Anker Solix Solarbank Max AC“ geht über die übliche Speicherkapazität für Balkonanlagen hinaus. Es verfügt über einen 3,5-Kilowatt-W...