Solaredge stellt neuen Heimspeicher „Nexis“ vor

Nexis Solaredge Heimspeicher draußen am Haus im Garten Außenwand

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Mit „Nexis“ bringt Solaredge eine neue Wechselrichter- und Speicherlösung für das Segment der Heimanlagen auf den Markt. Das System kombiniert einen flexibel konfigurierbaren Hybridwechselrichter mit einer modularen Hochvoltbatterie. Der Nexis-Wechselrichter folgt dem, was der Hersteller ein Multi-Range-Konzept nennt und was die Logistik für Installateure vereinfachen soll. Statt unterschiedlicher Gerätemodelle deckt ein Gerät mehrere Leistungsklassen ab. Die AC-Nennleistung lässt sich in sechs Stufen zwischen 8 und 20 Kilowatt einstellen.

Der maximale Dauerstrom pro Phase reicht dabei von 12,3 Ampere in der kleinsten Konfiguration bis zu 29 Ampere in der höchsten Ausbaustufe. Der maximale Kurzschlussstrom liegt je nach Einstellung zwischen 14,8 und 35 Ampere. Bis zu 200 Prozent DC-Überdimensionierung sind möglich. Vier MC4-Anschlüsse stehen für Photovoltaik und Batterie zur Verfügung. Solaredge setzt beim Nexis-Wechselrichter auf Siliziumkarbid-Leistungselektronik. Diese soll sowohl im Photovoltaik- als auch im Batteriebetrieb hohe Wirkungsgrade ermöglichen. Der europäisch gewichtete Wirkungsgrad liegt laut Hersteller zwischen 98,4 und 98,75 Prozent.

Das Gerät ist lüfterlos ausgeführt und erreicht im Betrieb eine Lautstärke von unter 40 Dezibel. Mit Schutzklasse IP65 ist es für die Außeninstallation geeignet und kann in einem Temperaturbereich von minus 40 bis plus 60 Grad Celsius betrieben werden. Die Abmessungen liegen bei 200 × 428 × 488 Millimetern. Das Gewicht beträgt 30 Kilogramm.

Ein zentrales Feature ist die integrierte Ersatzstromfunktion. Der Nexis-Wechselrichter kann dreiphasig bis zu 20 Kilowatt bereitstellen, entweder bei 230 oder 400 Volt. Pro Phase sind maximal 6,6 Kilowatt möglich. Die Umschaltzeit bei Netzausfall liegt laut Hersteller bei unter 50 Millisekunden.

Parallel zum Wechselrichter führt Solaredge eine neue Heimspeicherbatterie ein, die speziell für Nexis entwickelt wurde. Ein zentrales Merkmal: Es gibt nur noch eine Batterievariante, die sowohl in einphasigen als auch in dreiphasigen Systemen sowie in AC- und DC-gekoppelten Anwendungen eingesetzt werden kann.

Ein wesentlicher Unterschied zu bisherigen Solaredge-Speichern ist die deutlich erhöhte Lade- und Entladeleistung. Pro Batteriestack sind bis zu 14 Kilowatt möglich. Das markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber früheren Systemen mit rund fünf Kilowatt. Eine weitere Leistungssteigerung auf 28 Kilowatt ist laut Hersteller für das dritte Quartal 2026 geplant. Die höhere Ladeleistung zielt insbesondere auf die Aufnahme von Mittagsspitzen ab und spiegelt damit veränderte Marktbedingungen wider.

Die Batterie ist modular aufgebaut. Jedes Modul bietet 4,9 Kilowattstunden Kapazität. Die Batterie wird über Schnellverbinder mit Wandhalterung montiert und modulweise gestapelt. Ein einzelner Stack kann auf bis zu 20 Kilowattstunden erweitert werden, im Parallelbetrieb sind bis zu 78 Kilowattstunden möglich.

Jedes Batteriemodul verfügt über einen eigenen DC-DC-Steller mit einer Umwandlungseffizienz von 92 Prozent. Diese Architektur ermöglicht  Monitoring und Optimierung auf Modulebene. Zudem lassen sie so einzelne Module austauschen, oder das System auch deutlich nach Inbetriebnahme flexibel skalieren. Die Batteriemodule arbeiten im Hochvoltbereich. Der DC-Spannungsbereich liegt zwischen 370 und 480 Volt im einphasigen sowie 715 bis 950 Volt im dreiphasigen Betrieb. Durch die höheren Spannungen werden die Ströme reduziert, was Verluste im Zwischenkreis verringert.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich im Teillastbetrieb: Bei geringer Last wird nur ein Modul angesteuert, während bei hoher Photovoltaik-Leistung alle Module gleichzeitig arbeiten. Wird zum Beispiel in der Mittagsspitze im Sommer eingespeichert, kann das System mit drei Batteriemodulen mit 10,5 Kilowatt laden, über alle Batteriemodule gleichmäßig hinweg. Wenn nachts geringe Lasten bedient werden, entlädt das System nur ein Batteriemodul, aber lastet die dazugehörige Leistungselektronik besser aus. Laut Hersteller soll das System im Teillastbereich dadurch bis zu 30 Prozent effizienter sein.

Die Batterie verfügt über die Schutzklasse IP65 und kann bei Temperaturen von minus 20 bis plus 55 Grad Celsius betrieben werden. Zusätzlich ist sie gegen Überflutung geschützt: Das System kann laut Hersteller bis zu 72 Stunden in Wasser stehen, bei einer maximalen Tiefe von 37 Zentimetern. Ein Batteriemodul wiegt 55 Kilogramm, das sogenannte Link-Modul 15,8 Kilogramm. Die Garantie beträgt zehn Jahre.

Vereinfachte Installation

Solaredge hat auch an der Installation gearbeitet. Der Wechselrichter muss für die Inbetriebnahme nicht geöffnet werden, sämtliche Kommunikationsanschlüsse sind von außen zugänglich.

Weitere Neuerungen sind eine integrierte Antenne, wodurch kein zusätzlicher Verkabelungsaufwand entsteht. Die AC-Anschlüsse verfügen über Kniehebelklemmen, was ein Crimpen von Kabeladern überflüssig macht. Zudem gibt es ein selbsterklärendes System zur Kennzeichnugn welche Leistungsklasse bei Inbetriebnahme eingestellt wurde, zur Vermeidung von Fehlkonfigurationen bei nachträglichen Arbeiten oder Erweiterungen der Anlage.

Im Bereich Konnektivität setzt Solaredge auf die Integration von Wärmepumpen über den EEBus-Standard. Die Zusammenarbeit mit Herstellern wie Vaillant ist bereits umgesetzt, weitere Integrationen mit Nibe, Bosch, Buderus und Wolf sind vorbereitet.

Die Einbindung erfolgt über die Solaredge-Go-App, in der Geräte gekoppelt sowie Leistungs- und Verbrauchsdaten visualisiert werden können.

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