Abo Energy meldet positiven Verlauf der Gläubigerversammlung und erfolgreiche Speicher-Inbetriebnahme

Batteriespeicher, Großspeicher, Waldkappel, Abo Energy, Field

Teilen

Der Projektentwickler Abo Energy hatte am Montag zu einer Gläubigerversammlung eingeladen, die aus Sicht des Unternehmens erfolgreich verlaufen ist. Mit ihren Beschlüssen haben die Gläubiger einer 2024 begebenen Anleihe auf bestimmte Konditionen verzichtet und damit „das klare Signal gesandt, dass sie an die erfolgreiche Sanierung der Abo Energy glauben und diese unterstützen“, so Geschäftsführer Karsten Schlageter. „Diesen Rückenwind werden wir nutzen und konsequent daran weiterarbeiten, Abo Energy so schnell wie möglich wieder auf die Erfolgsspur zu bringen.“

Im Prinzip hatte das Unternehmen bereits im Februar bei einer ohne Versammlung durchgeführten Abstimmung die notwendige Stimmenmehrheit erreicht. Das hierbei für die Beschlussfähigkeit erforderliche Quorum von 50 Prozent wurde allerdings verfehlt, es waren nur rund 38 Prozent des ausstehenden Kapitals an der Abstimmung beteiligt. Dies lag vor allem daran, dass die Anleihe kleinteilig strukturiert und nach Angaben des Unternehmens auf mehrere Tausend Gläubiger verteilt ist.

Diese waren auch bei der erneuten Abstimmung nicht alle physisch präsent, aber in ausreichender Zahl durch Vertretung repräsentiert. Mit 38,7 Millionen Euro waren den Angaben zufolge 48 Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen vertreten, das erforderliche Quorum lag bei dieser Form der Versammlung bei 25 Prozent. Mit gut 99 Prozent des vertretenen Kapitals haben die Gläubiger Rechtsanwalt Markus Kienle, Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), zum Gemeinsamen Vertreter bestellt.

Auch die anderen Beschlüsse wurden Abo Energy zufolge mit Mehrheiten über 99 Prozent gefasst. Dies betraf zum einen die Aussetzung einer in den Anleihebedingungen enthaltene Negativverpflichtung bis zum 31. Dezember 2026. Nach Umsetzung dieses Beschlusses kann das Unternehmen Sicherheiten bestellen, um Aval- oder Barmittelkreditlinien in Anspruch zu nehmen. Dies ist vor allem für die Teilnahme an Ausschreibungen, bei denen Bürgschaften gestellt werden müssen, erforderlich.

Zum anderen beschlossen die Gläubiger den Verzicht auf etwaige Kündigungsrechte im Zusammenhang mit der laufenden Restrukturierung des Unternehmens. Dies gelte auch rückwirkend für bereits erklärte Kündigungen. Damit sei die Gefahr ausgeräumt, dass einzelne Anleihegläubiger die laufendende Restrukturierung durch Kündigungen gefährden.

Erstes deutsches Speicherprojekt für Field

Unmittelbar nach diesen wichtigen Entscheidungen konnte Abo Energy auch aus dem operativen Geschäft eine positive Nachricht vermelden. Nach rund acht Monaten Bauzeit wurde in Waldkappel (Hessen) ein Batteriepark mit 16 Megawatt Leistung und 33 Megawattstunden Kapazität in Betrieb genommen. Bereits vor Baubeginn war die Anlage an den europaweit aktiven britischen Batteriespeicher-Entwickler und -Betreiber Field veräußert worden.

Das Projekt ist für Abo Energy der vierte Stand-alone-Speicher in Deutschland, aber nach eigenen Angaben der erste 2-Stunden-Speicher. Selbst ein mit 16 Megawatt vergleichsweise großer, 2023 in Betrieb genommener Batteriespeicher in Rechtenbach (Hessen) wurde mit 16 Megawattstunden als 1-Stunden-Speicher konzipiert, ebenso zwei kleine Projekte mit 1,5 beziehungsweise 0,5 Megawatt. In Nordirland hat Abo Energy hingegen bereits 2022 einen 2-Stunden-Speicher mit 25 Megawatt/50 Megawattstunden realisiert.

Beim jetzt in Betrieb genommenen Projekt in Waldkappel sind die Systemkomponenten nicht, wie bei den meisten Batterieparks, in Schiffscontainern untergebracht. Abo Energy setzt stattdessen auf einem Stahlrahmen montierte modulare Racks ein. Diese konnten bereits vorgerüstet zur Baustelle geliefert werden, die Montagezeit vor Ort sei dadurch verkürzt worden. Zudem ist jedes Rack mit einem eigenen Wärmemanagement- und Schutzsystem ausgestattet.

Für Field ist dieses Projekt das erste in Deutschland und „ein wichtiger Meilenstein in der Umsetzung unserer Strategie in Deutschland und beim weiteren Ausbau unserer europäischen Flexibilitätsplattform“, erklärte Luke Gibson, COO des Unternehmens.

Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.

Popular content

Geleakter EEG-Entwurf: Vereinfachungen bei Stecksolargeräten mit Speicher geplant 
10 März 2026 Balkonsolar mit Speicher könnte künftig leichter installierbar werden: Der geleakte EEG-Entwurf 2027 sieht für bestimmte Systeme vereinfachte Regeln v...