Adolf-Goetzberger-Preis für Consolar-Gründer Ulrich Leibfried

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Der Adolf-Goetzberger-Preis 2026 geht an Ulrich Leibfried. Die Auszeichnung wird seit 2025 von der Adolf-Goetzberger-Stiftung verliehen, die sich der Förderung von Wissenschaft und Forschung, Naturschutz, Umweltschutz und Klimaschutz, insbesondere der Sonnenenergie, verschrieben hat. Preis und Stiftung sind nach Adolf Goetzberger benannt, dem 2023 verstorbenen Gründer des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg. Auch das Photovoltaik-Symposium im Kloster Banz in Bad Staffelstein, in dessen Rahmen der Preis verliehen wird, entstand 1986 unter tatkräftiger Mitwirkung von Goetzberger.

Der diesjährige Preisträger gehörte 1994 zu den Gründern der Consolar Solare Energiesysteme GmbH und ist bis heute Mitglied der Geschäftsführung. Ausgezeichnet wurde die Entwicklung des Solink-PVT-Luft-Wärmekollektors, der Photovoltaik und Solarthermie (PVT) mit Umweltwärme und Wärmepumpen kombiniert. Das auch als Luft-Sole Kollektor (PVT-LS) bezeichnete System erzeugt, wie konventionelle PVT-Systeme auch, gleichzeitig Strom durch Photovoltaik und Wärme durch Solarthermie. Zudem ergänzt ein Wärmetauscher auf der Kollektorunterseite die solarthermische Wärmegewinnung um Energie aus der Luft und optimiert damit die Wärmeversorgung einer Wärmepumpe. Consolar macht vor allem die gute Flächennutzung und den geräuschlosen Betrieb ohne Ventilatoren als Vorteile geltend sowie eine Gesamteffizienz und damit einen Stromverbrauch, wie sie sonst nur durch Sonden oder Erdreich-Wärmetauscher erreichbar seien. Bei Solink hingegen reichten „in den meisten Fällen“ Dach- und Fassadenflächen aus.

„Wirkung, praktischer Mehrwert und Anwendbarkeit“

„Auch wenn es sich derzeit noch um ein spezialisiertes Marktsegment handelt, sieht die Jury darin ein zukunftsfähiges Konzept“, heißt es vonseiten der Adolf-Goetzberger-Stiftung. Begrenzte Dachflächen für getrennte Photovoltaik- und Solarthermieanlagen oder die für Luftwärmepumpen (beziehungsweise Luft-Wasser-Wärmepumpen) in verdichteter Bebauung unter Umständen problematischen Schallemissionsanforderungen seien mögliche Gründe für eine künftig größere Bedeutung solcher Systeme. Im Kern aber erfolgte die Preisverleihung, so der Vorsitzende des Stiftungs-Kuratoriums, Thomas Nordmann, „für technisches Know-how, Ausdauer und den Anspruch, aus bestehenden Ressourcen das Maximum an Nutzen zu erschließen“. Leibfrieds Entwicklung überzeuge „durch ihre Wirkung, ihren praktischen Mehrwert und ihre nachhaltige Anwendbarkeit. Sie hat das Potenzial, ein wichtiges Puzzlestück für das Gelingen der Energiewende zu werden.“

Der Preisträger erklärte in seiner Dankesrede beim PV-Symposium, Consolar habe „nach unserer Einschätzung eine Technologie geschaffen, die für den Umbau zur Klimaneutralität neue Möglichkeiten eröffnet, wo bisherige Wärmepumpenlösungen – Luft und Erdreich – an ihre Grenzen stoßen.“ Diese Möglichkeiten sieht Leibfried dabei nicht auf das eigene Unternehmen begrenzt: „PVT Luft-Sole-Kollektoren sind eine Riesenchance für die europäische Industrie, die in der Photovoltaik-Produktion ja bereits fast alles an China abgegeben hat und die jetzt bei Luftwärmepumpen die Bedrohung des gleichen Verdrängungsprozesses kommen sieht.“ Bei PVT, vor allem bei PVT Luft-Sole-Kollektoren hingegen bestehe noch eine europäische Technologieführerschaft. Auch Sole-Wärmepumpen, bei denen Europa ebenfalls führend sei, deren Anteile aber gegenüber Luftwärmepumpen ständig zurückgingen, „bekommen mit PVT-Kollektoren eine neue und europäische Wachstumsbasis“.

Das Preisgeld von 25.000 Euro will Leibfried nach Angaben von Consolar für die Realisierung eines Videos verwenden, das „auf breiter Basis positiv kommuniziert, dass die Lösungen für eine erneuerbare Energieversorgung heute vorhanden sind und sofort umgesetzt werden können“. Für diese Kampagne werden „Mitstreiter aus dem Bereich der erneuerbaren Energien sowie bekannte Persönlichkeiten“ gesucht, um über die sozialen Medien und die Presse eine Ansprache von Menschen „außerhalb der Erneuerbare-Energien-Blase zu bewirken.“

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