Seit Samstag herrscht Krieg im Iran. Die USA und Israel haben einen militärischen Großangriff gestartet, der Iran hat die Straße von Hormus gesperrt, und der Ölpreis ist innerhalb weniger Stunden um über 13 Prozent gestiegen – auf über 82 US-Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit Januar 2025. Analysten von Barclays und Goldman Sachs halten 100 US-Dollar oder mehr für möglich, sollte die Blockade andauern. Und in den Community-Foren der Heizölhändler liest man Sätze wie: „Sicherheitshalber mal 1.000 Liter bestellt. Man weiß ja nie.“
Was mich an dieser Situation am meisten beschäftigt, ist nicht der Ölpreis selbst. Es ist die Tatsache, dass Millionen deutscher Haushalte an einem Montagmorgen aufwachen und feststellen: Ihre Heizkosten hängen davon ab, ob ein Tanker durch eine Meerenge am Persischen Golf fahren kann. Über diese Meerenge laufen mehr als 20 Prozent des weltweiten Öltransports. Und ob dieser Tanker fährt oder nicht, entscheiden weder die Bundesregierung noch die Hausbesitzer. Es sind geopolitische Kräfte, auf die Endverbraucher keinen Einfluss haben, die den Takt angeben. Weder die Bundesregierung noch die deutsche Bevölkerung hätten die USA davon abhalten können, ihre Raketen loszuschicken.
Wer aber eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, eine Wärmepumpe im Keller und einen Speicher an der Wand, für den ändert sich an diesem Montag nichts. Der Sonnenpreis steigt nicht.
Die Rechnung, die jetzt auf dem Tisch liegt
Am Montag (2. März 2026) lag der Heizölpreis in Deutschland bei durchschnittlich 118,42 Euro pro 100 Liter. Im Vergleich zum Vortag ein Plus von 14,55 Prozent, wie das Portal „heizöl24.de“ zeigt.
Im Dezember 2025 lag der Preis noch bei etwa 88 Euro. Für einen typischen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500 Litern bedeutet das: Die jährlichen Heizkosten sind innerhalb weniger Wochen um mehrere Hundert Euro gestiegen. Und das ist möglicherweise erst der Anfang.
Die OPEC+ hat am Sonntag mit einer Produktionserhöhung von 206.000 Barrel pro Tag reagiert. Das entspricht weniger als 0,2 Prozent der weltweiten Nachfrage. Jorge Leon von Rystad Energy hat das richtig eingeordnet: Die Preise reagieren auf die Lage am Golf und den Status der Schifffahrtswege, nicht auf eine relativ kleine Produktionssteigerung. Sollte die Straße von Hormus länger blockiert bleiben, fehlen dem Weltmarkt acht bis zehn Millionen Barrel Rohöl pro Tag.
Aber hier liegt das zentrale Paradoxon: Die gesamte Reservekapazität der OPEC befindet sich geografisch genau dort, wo der Konflikt tobt: am Persischen Golf in den Lieferstaaten Saudi-Arabien, Bahrain, Irak, Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Qatar. Selbst wenn einer der Staaten seine Förderung hochfahren wollte, kommt das Öl nicht aus der Region heraus, solange Hormus blockiert ist.
Was das für deutsche Hausbesitzer bedeutet
Die Auswirkungen treffen jeden, der mit Öl oder Gas heizt. Wer dagegen auf erneuerbare Wärme setzt, bleibt von den Preisschocks verschont. Die folgende Gegenüberstellung zeigt, wie unterschiedlich die aktuelle Krise zwei Eigenheimbesitzer trifft:
Heizkostenvergleich: Ölheizung vs. Wärmepumpe (Einfamilienhaus, 30.000 Kilowattstunden Wärmebedarf)
| Ölheizung | Wärmepumpe + Photovoltaik | |
| Energieverbrauch / Jahr | ca. 3.000 Liter Heizöl | ca. 10.000 kWh Strom |
| Kosten vor Iran-Krise (Jan. 2026) | ca. 2.700 Euro | ca. 2.200 Euro (mit WP-Tarif) |
| Kosten aktuell (2. März 2026) | ca. 3.350 Euro (+24 Prozent) | ca. 2.200 Euro (unverändert) |
| Kosten bei 100 $/Barrel Szenario | ca. 4.000+ Euro | ca. 2.200 Euro (unverändert) |
| Geopolitisches Preisrisiko | Hoch (fossile Importe) | Gering (heimischer Strom) |
Quellen: heizoel24.de; BWP; eigene Berechnungen auf Basis aktueller Marktdaten. Wärmepumpe mit JAZ 3,0 und Wärmepumpenstromtarif (ca. 22 ct/kWh).
Während die Heizkosten mit Öl innerhalb weniger Tage auf über hundert Euro gestiegen sind, bleibt die Wärmepumpe stabil. Wer zusätzlich eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, erzeugt einen Teil des Stroms selbst und senkt die Kosten weiter ohne Angst vor geopolitischen Einflüssen. Denn Sonnenstrahlung wird nicht verschifft, nicht durch Meerengen transportiert und nicht an Börsen gehandelt.
Ein Muster, das sich wiederholt
Was wir gerade erleben, ist kein Einzelfall. Wir haben es 2022 beim russischen Angriff auf die Ukraine gesehen, als die Gaspreise explodierten und Millionen Haushalte plötzlich vor der Frage standen, ob sie sich das Heizen noch leisten können.
Wir haben es bei den Huthi-Angriffen im Roten Meer gesehen, als Handelsrouten unterbrochen wurden.
Und wir sehen es jetzt wieder beim Iran-Konflikt und der Sperrung der Straße von Hormus.
Jedes Mal dasselbe Bild: Steigende Energiepreise, Verunsicherung bei Verbrauchern, hektische politische Reaktionen. Und jedes Mal hätten dezentrale erneuerbare Energien den Schock abgefedert. Wer 2022 bereits eine Photovoltaik-Anlage mit Speicher und Wärmepumpe hatte, hat die Gaskrise deutlich gelassener überstanden als seine Nachbarn mit Gasheizung. Und wer dieses System heute hat, schaut auch auf die Nachrichten aus dem Persischen Golf mit einem anderen Gefühl.
Aus meiner Sicht ist es höchste Zeit, dass wir die Diskussion über erneuerbare Energien aus der Klimaschutzecke herausholen. Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe sind nicht nur gut für das Klima. Sie sind Sicherheitspolitik. Jedes Dach mit einer Photovoltaik-Anlage, jeder Speicher im Keller, jede Wärmepumpe, die Umgebungswärme statt importiertem Öl nutzt, macht Deutschland ein Stück unabhängiger von geopolitischen Krisen.
Der Wärmepumpenmarkt zwischen Chance und Preisdruck
2025 war die Wärmepumpe mit 299.000 abgesetzten Geräten und einem Marktanteil von fast 48 Prozent erstmals Marktführerin im deutschen Heizungsmarkt. Der Gas-Brennwertkessel verlor 36 Prozent. Für 2026 rechnet der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie mit rund 410.000 Wärmepumpen. Die Verbraucher haben längst verstanden, wohin die Reise geht.
Die steigenden Öl- und Gaspreise werden diese Nachfrage nach Wärmepumpen weiter befeuern.
Aber eine plötzlich steigende Nachfrage kann auch bei Wärmepumpen zu Engpässen und Preissteigerungen führen. Wir haben das 2022 erlebt, als die Preise für Luft-Wasser-Wärmepumpen um bis zu 40 Prozent anzogen und Lieferzeiten von bis zu 12 Monaten die Regel waren.
Die gute Nachricht: Die Branche ist heute besser aufgestellt als damals. Die Hersteller haben allein 2024 und 2025 über sieben Milliarden Euro in neue Werke und Serienfertigung investiert. Die Installationskapazitäten sind gewachsen, die Lieferzeiten deutlich kürzer. Aber: Wenn die Nachfrage durch die geopolitische Lage schlagartig anzieht, werden auch die Preise reagieren. Wer jetzt handelt, hat bessere Konditionen als jemand, der wartet, bis der Heizölpreis bei über 1,50 Euro pro Liter steht und alle gleichzeitig auf Wärmepumpe umrüsten will.
Was jetzt zu tun ist
Die Iran-Krise ist kein Argument für Panik. Aber sie ist ein Weckruf für die Politik und für jeden Eigenheimbesitzer, der gerade vor der Entscheidung steht, welche Heizung er in sein Haus einbauen soll.
Wer als Eigenheimbesitzer langfristig denkt, investiert jetzt in Unabhängigkeit. Eine Photovoltaik-Anlage, ein Speicher und eine Wärmepumpe machen unabhängig von Ölpreisschocks, steigenden CO₂-Abgaben und geopolitischen Krisen. Die Investition amortisiert sich in zehn bis zwölf Jahren. Das kann kein Tanker aus dem Persischen Golf bieten.
Und wenn die Politik es ernst meint mit der Energiesicherheit des Landes, muss der Umstieg auf erneuerbare Wärme erleichtern statt erschwert werden. Das bedeutet: Heizstrom für Wärmepumpen muss deutlich günstiger werden als fossile Brennstoffe. Die Förderung für den Heizungstausch muss verlässlich und ausreichend finanziert sein. Zumindest letzteres wurde im Gebäudemodernisierungsgesetz festgelegt.
Ein letzter Weckruf für die Erneuerbaren
Die Eskalation am Golf führt uns in Echtzeit vor Augen, was Energieabhängigkeit bedeutet. Wir haben uns abhängig gemacht von vermeintlich günstigem Gas und Öl. Nun tragen wir die Kosten, mit explodierenden Rechnungen. Öl und Gas werden zum Luxusgut. Gleichzeitig zeigt uns die Situation. Der eigentliche Ausweg ist eine dezentrale, erneuerbare Energieversorgung vom Dach des eigenen Hauses.
Wer heute eine Öl- oder Gasheizung kauft, bindet sich für 20 bis 30 Jahre an einen Brennstoff, dessen Preis von der Straße von Hormus, von Kriegen, Sanktionen und Börsenspekulanten abhängt. Wer stattdessen auf Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe setzt, macht sich unabhängig von all dem. Vielleicht ist dieser Moment, in dem der Ölpreis wieder einmal durch die Decke geht, genau ein Anstoß.
— Der Autor Lucas Flügel ist seit Januar 2023 Unternehmenssprecher von Enerix, der führenden Fachbetriebskette für Energie- und Wärmelösungen. Er verantwortet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. In dieser Rolle ist er zentraler Ansprechpartner für Medien und Branchenakteure, ordnet energiepolitische Entwicklungen ein und positioniert das Unternehmen zu Smart-Energy-Home-Lösungen. Seit 2024 ist Flügel zudem Pressesprecher des Bundesverbands des Solarhandwerks (bdsh) und vertritt dort die Perspektive des Solarhandwerks in der öffentlichen Debatte. —
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Volle Zustimmung!
Wie war noch der Spruch von Hr. Spahn?! „Der Heizungskeller wird wieder zur Privatsache“. Nie war das so falsch wie jetzt! Aber es passt zum „Intelligenzniveau“ von Hr. Spahn und zur verfehlten Energiepolitik der CDU.
„Öl, Gas und Sonne – Deutschlands Abhängigkeiten sind gefährlich“
hier ⤵️ schön zu erkennen, wie „böse“ die Sonne ist…
https://data.nordpoolgroup.com/auction/day-ahead/prices?deliveryDate=2026-03-04¤cy=EUR&aggregation=DeliveryPeriod&deliveryAreas=GER
Och Menno Uwe, du hast es immer noch nicht begriffen, dass Öl und Gas doch Sicherheit bedeuten!
/Sarkasmus
„…dass Öl und Gas doch Sicherheit bedeuten!“
Genau. Aus Sicht vom Norweger.
Nur merkt man gerade nicht, wie es Norwegen die Beine unterm Boden wegzieht.
Dauert nicht mehr lange, da sitzt man im Rollstuhl (ohne Beine)
😜
Über 10.000kWh / Jahr hatte ich, als ich noch die Speicherheizung hatte. Das ist 200 Jahre altes Natursteinhaus (Industrie) mit wesentlich weniger Isolierung als vom Architekten beim Umbau (fast 20 Jahre her) eigentlich vorgesehen. Mit Wärmepumpe bin ich eher im Bereich von 6,000kWh/Jahr ohne Solar. Mit Solar reduziert sich das noch einmal deutlich.
Der Solar- plus Wärmepumpenhaushalt dürfte im Bestand deutlich unter den 2.200Euro/Jahr liegen, realistisch wären eher 1.200-1.500 Euro. Außer natürlich, da versucht Jemand Bitcoin zu farmen. Bei Neubauten sind es dann eher ein paar hundert Euro oder weniger.
Die ca. 3.000 Liter Heizöl sind grob 36.000kWh, bei einer typischen Effizienz von 75% und weniger sind das etwa 27.000kWh Wärmebedarf und bei einem SCOP von 3,5 etwa 7.700kWh Wärmepumpe. Packen wir 2.500kWh für den Haushalt drauf, sind wir grob bei den angenommenen 10.000kWh/Jahr und müssen aber Solar noch abziehen. Sagen wir, eine kleine 3kWp Anlage und damit bleibt ein Netzbezug von ca. 7.000kWh/Jahr.
Heizöl- oder Gas-erzeugende Module gibt es eher nicht zu erwerben. Da muss man kaufen, ob man will oder nicht. Man kann sich zwar einen Solarzaun hinstellen, aber keinen Gas- oder Ölzaun.
Die Ölvariante kam schon nicht gut weg, aber hier irrt der Autor noch einmal deutlich zu Gunsten der Ölvariante. Tatsächlich sieht es noch deutlich schlimmer aus für die Brennfetischisten.
Ich kann dem Gesagten nur bedingt zustimmen. Solar und Strom im Winter bedeuten hingegen volle Abhängigkeit vom lokalen Stromversorger und dessen Netz. Winterlich steht nur wenig bis keine Sonne zur Verfügung, die für Heizung genutzt werden kann, es bleibt nur Öl/Gas/Ofen als sicheres Backup. Zudem ist es ab -10 Grad in der Regel deutlich wirtschaftlicher auf die Wärmepumpe zu verzichten. Demnach lieber auf eine Hybridlösung setzen, als die eine bisherige Abhängigkeit in eine andere zu überführen (Berlin lässt grüßen).
Bernd schrieb
„es bleibt nur Öl/Gas/Ofen als sicheres Backup.“
Ohh, deine Öl/Gas/Holzheizung funktioniert ohne Strom?
Wohl eher nicht.
Notstromaggregat?
Gute Einschaetzung.
Eine kleine Korrektur betr. „Wir haben es 2022 beim russischen Angriff auf die Ukraine gesehen, als die Gaspreise explodierten und Millionen Haushalte plötzlich vor der Frage standen, ob sie sich das Heizen noch leisten können.“
Die Gaspreise explodierten bereits 2021 – vor dem Angriff – weil die AKWs zerbroeselten:
https://www.irishexaminer.com/business/economy/arid-40767462.html
Frankreich lieferte damals Gas nach Deutschland (zum gestiegenen Marktpreis!) um dort Kraftwerke zu betreiben die dann wiederum den Strom nach F lieferten.
In F schlossen energieintensive Betriebe wie Metallschmelzer(Alu,Zink) und Baeckereien.Und waren dann auch komplett Pleite,haben nie wieder aufgemacht.
Der BS das der Ukrainekrieg die Gaspreise hochtrieb ist eingeimpft.
Die Redaktion von PV Magazin sollte hier die Zensur walten lassen,hatte ja selbst ueber den Kollaps der franz. und belg. und schweitzer AKWs berichtet – und die Konsequenzen auf den Gaspreis bzw. den Strompreis.
Der Hoehepunkt des Gaspreises wurde spaeter im Sommer ’22 durch den kriegerischen Akt der Ukraine erreicht: die Sprengung der Nordstream pipeline.
Jetzt ist wieder Krieg,deer Gaspreis steigt … und mit Sicherheit sind die Russen dran Schuld.
Always follow the money …
Typische vereinfachende Grünen-Sichtweise, die die Thematik (mal wieder) nur unzureichend adressiert. Erste Frage daher: Woher bezieht denn Deutschland Öl und Gas? Nein, nicht vom persischen Golf. Zweite Frage: wie funktioniert das Stromnetz bei Dunkelflauten, die im Winter schon mal häufiger vorkommen? Mit Photovoltaik? Wünschenswert, aber – eher nicht. Daran können auch Batterie-Speicher nicht viel ändern – dreimal Null ist Null ist Null … Also doch grundlastfähige Gaskraftwerke – und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt der Diskussion. Neuer Vorschlag bitte.
„Neuer Vorschlag bitte.“
Bitteschön ⤵️
Schau Dir den Chinesen an, der macht’s vor.
Und wenn Europa weiter pennt (wenn es nicht schon zu spät ist), trudelt Europa in die nächste extreme Abhängigkeit. Die wird nur länger anhalten, als 100 Jahre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Tatsache ist, seit Kriegsbeginn am Samstag ist die Wetterlage in Deutschland so, dass alle Haushalte mit ausreichend dimensionierte PV-Anlage und Speicher völlig autark laufen.
Gut, mag Zufall sein. Zeigt aber, dass es Stand heute bereits möglich ist. Zumindest ab heute bis ca. Ende Oktober. Die ganze Zeit bräuchten wir nicht 1 Kubikmeter Gas aus Katar, Schweden oder den Niederlanden und könnten es in den fast leeren Gasspeichern für den Winter lagern. Genauso, wie es seit Jahrtausenden mit vielen anderen lebenswichtigen Dingen (Kartoffeln, Weizen usw) getan wird.
Die vereinfachte Sichtweise der derzeitigen (Kohle-) schwarzen Regierung ist, einfach diese Zeit des möglichen Stromüberschusses möglichst klein zu halten.
Übrigens ist es egal, woher Deutschland Öl und Gas bezieht. Der steigende Preis zählt für alle. Und der steigende Gaspreis zieht sehr zeitnah die Strompreise nach oben. Bereits ab heute liegen die Strompreise an den Börsen ca. 50-70% über den normalen Werten. Nur zur sonnigen Mittagszeit liegen dank vielen PV-Anlagen nahe 0 Cent/kWh.
Wir sollten daher alles dafür tun, die erneuerbaren Energien und Speicher sehr schnell weiter auszubauen. Aus Regierungskreisen kommt bisher allerdings nichts zur aktuellen Energiekrise. Da sind die Grünen damals schneller über ihren Schatten gesprungen und haben auf aus ihrer Sicht böse Gasimporte gesetzt. Bin gespannt, was von Reiches Gasministerium kommt.
„Exemplarisch hat der DWD ausgewertet, wie oft in der Vergangenheit über einen Zeitraum von 48 Stunden in bestimmten Gebieten die mittlere Energieproduktion aus Wind und Sonne unter zehn Prozent der Nennleistung blieb. (Abbildung 1) Zugrunde gelegt wurden Leistungsmerkmale heutiger Windkraftwerke und Photovoltaikanlagen. Bei Windkraftanlagen auf dem deutschen Festland trat dieser Fall im Mittel etwa 23 Mal im Jahr auf. Werden auch Offshore-Windkraftanlagen in den ausschließlichen Wirtschaftszonen Deutschlands in Nord- und Ostsee hinzugenommen, muss die Energie-wirtschaft mit 13 Fällen pro Jahr rechnen. Becker betont: „Diese Verbesserung zeigt, dass die Offshore-Gebiete aus meteorologischer Sicht einen wesentlichen Beitrag zu einer zuverlässigen Stromversorgung aus erneuerbaren Energien leisten können.“ Die Kombination von Windkraft auf Land und See mit Photovoltaik ergab dann im Mittel für Deutschland noch 2 Fälle. Bei einer europaweiten Betrachtung trat der Musterfall schließlich nur noch 0,2 Mal im Jahr auf. Die Verwendung anderer Schwellenwerte bei den Erträgen oder Zeitperioden führe, so der DWD, zu ähnlichen Ergebnissen. „Im Durchschnitt ergänzen sich Wind und Sonne gut. Das stabilisiert die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien.“ Es könnten aber in Deutschland trotzdem Situationen auftreten, in denen beide Energieformen gleichzeitig nur wenig Strom einspeisen. Ein weiterer Ausbau erneuerbarer Energien erfordere deshalb zugleich Strategien, wie zum Beispiel durch Reservekraftwerke, Speicher oder großräumigen Stromaustausch die Netzstabilität garantiert werden kann.“
2018, https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/DE/2018/20180306_pressemitteilung_klima_pk_news.html
… es geht damit auch um Grundsatzfragen zur europäischen Stromvernetzung und der Priorisierung von Technologien bzw. der in ‚Brennstoffen‘ gespeicherten Energie (europäische „EntwicklungsZuversicht‘ oder „nationaler Verantwortungsvorrang“?) und damit auch um Einflüsse auf StromnetzausbauPlanungen/-Strategien und europäische Innovationsvorhaben?
… die Positionen ‚europäischer WählerInnen‘ (in ‚allen‘ Ländern Europas) sind dazu ‚eher unbekannt‘?
also die hier propagierten deutschlandweiten Dunkelflauten hab ich noch nicht gesehen. Zudem weht gerade im Winter der Wind auch wenn die Sonne nicht scheint – sogar nachts. Das die Stromtrassen durch Deutschland ausgebaut gehören ist unstrittig – ist aber bei jeder Art der Stromerzeugung notwendig, um den erhöhten Bedarf zu decken und auch entsprechende Redundanzen zu ermöglichen. Eine gewisse Gasreserve ist aber dennoch nicht zu verleugnen, diese sollte aber eben für Reserve sein und nicht für Grundlast. Denn egal wo das Gas oder Öl herkommt, der Preis wird an der Börse bestimmt. Und wenn dort die Preise hochgehen, gehen auch unsere Strompreise aus Gaskraftwerken hoch – was leider auch im Artikel unterschlagen wird. Denn auch Ökostrom ist an akt. Marktpreise gekoppelt – auch das konnte man 2022/23 gut sehen. Hier kann der einzelne nur durch Eigenerzeugung Risiko minimieren.
Leider wird diese ganze Debatte viel zu Ideologisch geführt. Denn selbst wenn man es rein wirtschaftlich betrachten wollte, fehlen oft ein paar Parameter oder es werden wohlwollende Annahmen für die „eigene Zielvorstellung“ getroffen. Hatte neulich eine interessante Diskussion dazu zwecks Nutzung der „Restlaufzeiten“/Weiterbetrieb der Atomkraftwerke. Sicherlich kann man da mit Abschreibungen argumentieren und das die reinen Betriebskosten ultra niedrig sind (2-3ct/kWh). Aber so lang da immer noch kein Endlager gefunden ist, ist hier eine preisliche unbekannte nicht berücksichtigt – denn ich gehe nicht davon aus das die Befürworter sich jeder ein paar Kilo davon in den Keller legen wollen.
@Karl Käfer: Auch wenn DE wenig Gas/Öl aus dem Nahen Osten bezieht, die anderen haben jetzt „Lust“ auf unsere „Quellen“ – und deren Preis wird steigen ! Logisch oder ?
Das Stromnetz in DE funktioniert auch bei DunkelFlaute oder HellBrise, welchen Angstmacher haben Sie noch ? Und je mehr PV auf den Dächern (Macht die Dächer voll !), desto geringer bleibt das Delta im Winter.
Und den PV -/Windüberschuß in Jahreszeitenspeicher zwischenlagern, – fertig ist die Laube !
Autonom wollen wir fahren, den Mond und den Mars besiedeln, aber eine 100% EE Versorgung für nicht möglich erklären zu wollen ! Warum diese fehlende Fantasie ? Woher dieser Pessimismus ?
Nein, keine neuen Gaskraftwerke mehr. Bislang ist unser Weg: PV + Windkraft und wenn die nicht liefern, dann Gaskraftwerke, die am St. Nimmerleinstag auf Wasserstoff umgestellt werden. Die Gaskraftwerke würden in dem Szenario auf 1.000-3.000 Volllaststunden pro Jahr kommen.
Neuer Weg bis 2050: PV + Windkraft dazu massiver Batterieausbau und Backup über Kohlekraftwerke. Alle normalen Schwankungen bügeln wir mitBatterien weg, so dass wir die Kohlekraftwerke lediglich in ausdehnten Dunkelflauten brauchen. Die laufen dann nur noch 100-300 Stunden im Jahr.
1. Argument: strategische Unabhängigkeit
Das ist das, was auch China macht. Die Leute wundern sich immer, warum China wirklich gigantisch in PV, Windkraft und Batterien investiert, aber gleichzeitig zahlreiche neue Kohlekraftwerke baut. Das scheint sich zu widersprechen. Tut es nicht, denn Chinas oberste Ziel ist energetische Autarkie. Kohle gewinnt China im Inland. Gas nicht (nennenswert). Deshalb Kohle statt Gas als Backup. Wir sollten auch energetische Autarkie anstreben. Gerade sehen wir zum x. mal, warum!
2. Argument: Kosten
Alle Studien sagen weiter drastisch fallende Systemkosten für Batterien voraus, u.a. weil bei Natriumzellen kritische Metalle weitgehend entfallen. Häufig werden 30-50 USD/kWh für 2045 prognostiziert. Systemkosten, nicht Zellkosten. Selbst wenn wir noch mit 100 Euro/kWh rechnen: Wenn wir uns 2.000 GWh Batterie hinbauen, würde das 200 Mrd. Euro kosten. Unseren großen Erzeugern schwebt für einen Kapazitätsmarkt mit etwa 20 GW basierend auf Gaskraftwerken über 20 Jahre eine Vergütung von 430 Mrd. Euro vor.
3. Argument: Klimaschutz
Wenn die Gaskraftwerke zunehmend mit LNG betrieben werden, weil norwegische Gasvorkommen in etwa 15 Jahren erschöpft sind, dann sind Gaskraftwerke nicht mehr klimafreundlicher als Kohle-Kraftwerke. Die gesamte Produktionskette berücksichtigt, werden mit Strom aus LNG sogar mehr Klimagase ausgestoßen als mit Kohle. Das Hauptargument für Gaskraftwerke statt Kohlekraftwerke entfällt. Kohlekraftwerke sind dann lokal zwar dreckiger, aber angesichts von nur noch 100-300 Volllaststunden statt aktuell um die 4.000 Volllaststunden im Jahr ist das tolerierbar.
Um 2050 brauchen wir wahrscheinlich keine Backupkraftwerke mehr, weil dann auch 5.000 oder 10.000 GWh an Batteriekapazität realistisch werden.
Eigenartige Provokation, der Artikel handelt von der ganzjährigen Abhängigkeit von den Fossilen, die wie URAN eingekauft werden müssen und sie halten sinngemäß dagegen, dass man anstelle, Fossiles nur noch in der Dunkelflaute zu beziehen, dies am besten ganzjährig macht.
Was in aller Welt, wenn solche Kommentare kein persönlichen wirtschaftlichen Vorteil erzielen wollen, treibt Menschen dazu für 100 % Abhängigkeit zu plädieren?
Welche besondere Art der Obrigkeitshörigkeit treibt solche Aussagen?
„Das konnte niemand vorhersehen.“
Ich weiss nicht welches Land die CDU zu regieren glaubt , aber Deutschland kann es eigentlich nicht sein. Dieses ganze unmenschliche „Standort-Deutschland“ – Gesülze ist mir seit Jahren zuwider .
Deutschland ist nicht nur ein Standort der Arbeit , sondern auch ein schönes Zuhause für ganz viele Menschen.
Wenn dies alles so lässig betrachtet werden kann von den Politikern, dann empfehle ich eine proaktive zusätzliche Einbürgerung in andere Nationen. Personalausweise und Standort – Nationalitäten kann man nie genug haben.
Die Demokratische Volksrepublik Korea , die Russische Föderation oder Australien wären eine tolle Option für die Katherina Reiche . Wobei Nordkorea etwa 70 % seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen deckt . Eventuell doch nicht der richtige Missions-Standort für die fossile Katherina.
Der Friederich ist kein arger Wüterich. Beim best buddy in Israel könnte er wohl Ausweis ,Kost , Börsencomputer und Logis bekommen.
Nach der Einbürgerung kann man auf die Deutsche Staatsbürger verzichten.Aber erst dann ! Dies ist Deutsche Bürokratie vom feinsten, mit viel Hintersinn.
Von außen, aus einem anderen Land , betrachtet, ist Deutschland gar nicht so übel. Ganz überwiegend anständige arbeitsame Leute , die sehr ehrlich Steuern und Sozialversicherungsabgaben zahlen.
Die SPD ?….. Regiert immer irgendwie mit , aber keiner weiss mehr wozu und warum und wofür. Der letzte große SPD ler war der Hubertus Heil . Gefühlt hat der Hubertus einfach jedes seiner Vorhaben verwirklicht.
Ich denke eines ist doch schön: Deutschland ist ein kleines Land , und kann einen Teil seines Energiebedarfs auf den eigenen paar Quadratkilometern erzeugen. Was soll daran so verkehrt sein ?
Vielen Dank – auch aus Sicht des Enerix-Protfolio ist die Analyse nachvollziehbar aber etwas löcherig.
– 1/3 unser Energiemengen sind im Mobilitätssektor zu Hause. die E-Mobilität im Wohn- oder Gewerbebereich hat eine größere Wirkmächtigkeit im Zusammenspiel mit Photovoltaik = ganzjähriger Bedarf.
– aus geopolitisch Sicht fehlt wohl die Einordnung der völkerrechtswidrigen Entführung der Regierung in Venezuela, selbst wenn dies nicht im Stundentakt an Börsenpreisen abzulesen ist. Aber mit der Kontrolle nun der 1 und 3 größten Öl-Reserven der Welt durch die imperialistischen USA (nicht erst seit TrumP) wird für das Abschöpfen der EU-Bürger nun eine fixe Beständigkeit hoher fossiler eingerichtet! Dann sind wir das Rauf und Runter dieser Preis los, wenn die Kontrolle gelingt bleibt er dauerhaft oben. Aussitzen (mit leeren Speichern) hilft dann nicht mehr.
Und es stabilisiert die gezielte Deindustrialisierung energieintensiver Branchen in der EU. Raub der Wirtschaftskraft durch Öl-Konzerne und einer zugewandten politischen Führung (auch in der EU)
Das für alle Fatale daran, Ölsande wie in Alberta oder eben Venezuela sind erst oberhalb einem Preis von 75 $ richtig rentabel, denn 1/3 des Öls wird ja zum „auskochen“ des Sandes dort verbrannt (deutsche Erfindung). Was das für eine Klimarelevanz hat, ist nicht schwer zu erkennen, kann zur Erinnerung jedoch in dem frühen Report der SHELL selbst nochmals nachgelesen werden.