Die derzeit installierte Kapazität von Batteriespeichern in Deutschland von rund 22 Gigawattstunden muss sich bis 2045 auf 500 bis 600 Gigawattstunden erhöhen. Dies ist das Ergebnis einer Analyse, die CAV Partners am Montag veröffentlichte. Diese etwa 25-fache Erhöhung sei notwendig, um das Stromnetz stabil zu halten, wenn der Stromverbrauch steigt und weiter Erneuerbaren-Anlagen zugebaut werden.
Der Bruttostromverbrauch wird dabei auf Basis verschiedener Analysen, die dazu veröffentlicht wurden und auf Szenarien zur Klimaneutralität beruhen, auf bis zu 1300 Terawattstunden für 2045 taxiert. Dies wäre mehr als eine Verdoppelung des aktuellen Verbrauchs von 512 Terawattstunden. In den Szenarien wird von einem weiteren Umstieg auf die Elektromobilität und Wärmepumpen sowie einer industriellen Elektrifizierung und weiteren Rechenzentren in Deutschland ausgegangen. Parallel dazu, so die Annahmen von CAV Partners, werden Photovoltaik und Windkraft weiter ausgebaut, während konventionelle Erzeugungskapazität aus politischen und wirtschaftlichen Gründen aus dem Markt verschwindet.
Auch wenn sich der Batteriespeicher-Ausbau in den vergangenen Jahren beschleunigt hat, so bleibt er doch deutlich hinter dem notwendigen Zubau zurück, so die Analyse weiter. Bereits 2030 seien nach verschiedenen Szenarien bereits rund 125 Gigawattstunden an installierter Batteriespeicher-Kapazität notwendig. Batteriespeicher würden dabei für zentrale Funktionen im Stromsystem gebraucht. Sie können kurzfristige Schwankungen aus Wind- und Solarstrom ausgleichen, die Frequenz und Netzbetrieb stabilisieren und die Flexibilität im Gesamtsystem erhöhen. „Großer Vorteil gegenüber den von Regierungsseite favorisierten Gaskraftwerken ist die schnelle Reaktionsgeschwindigkeit bei Strommangel oder -überschuss“, heißt es von CAV Partners weiter. Zudem würden sie auch für systemdienliche Anwendungen wie Regelenergie, Flexibilitätsmärkte und netzstabilisierende Dienstleistungen gebraucht.
Dazu kommt, dass die Systemkosten von Batteriespeichern in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind und noch weiter sinken. Aktuell liegen sie der Analyse zufolge bei etwa 320 Euro pro Kilowattstunde. „Für die kommenden Jahre werden mit größeren Produktionskapazitäten und einem erwarteten technischen Fortschritt weitere Kostendegressionen prognostiziert, sodass langfristig eine Reduktion um mehr als 60 Prozent gegenüber früheren Niveaus möglich erscheint“, sagt Thomas Hartauer, Vorstandschef von CAV Partners.
Die bisherigen Ausbaudaten würden zeigen, dass der Anteil großer Batteriespeicher bisher sehr gering ist. Zudem konzentriere sich der Zubau bisher stark auf wenige Bundesländer. CAV Partners zufolge findet sich mehr als die Hälfte der Speicherleistung in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Für den notwendigen weiteren Zubau müsse verstärkt privates Kapital mobilisiert werden, auch von institutionellen und semi-institutionellen Anlegern. Gerade für diese sucht und strukturiert CAV Capital nachhaltige Kapitalanlagen.
„Die Stabilität der Stromversorgung wird zunehmend von Flexibilitätsoptionen abhängen“, so Hartauer. „Der Ausbau von Speicher- und Netzinfrastruktur ist damit eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts und zugleich attraktiver Investmentsektor.“
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