„Die Engpässe bei den Netzanschlusskapazitäten sind nicht nur für die Netzbetreiber eine Herausforderung, sondern für alle Wirtschaftsbranchen ein wachsendes Problem.“ Das sagte Sebastian Bolay, Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Der Mangel an Netzanschlusskapazitäten bremse zunehmend den Wirtschaftsstandort Deutschland aus, Neuansiedlungen blieben aus, der Ausbau von Speicher- und Erzeugungstechnologien falle zurück.
Gemeinsam mit Vertretern aus Industrie, Gewerbe, Energiewirtschaft, Batteriespeicherbranche und von Rechenzentren hat die DIHK deshalb ein Impulspapier mit dem Titel „Zukunftssichere Netzanschlüsse“ erarbeitet, in dem drei zentrale Forderungen aufgestellt werden. So gehe es darum, dass Anschlussvergabeverfahren zu modernisieren, eine optimale Auslastung vorhandener Netzkapazitäten zu erreichen sowie die Verfahren insgesamt zu vereinfachen und zu harmonisieren. „Bereits heute sind vielerorts die Anschlusskapazitäten bis 2029 ausgeschöpft. Ursachen sind zu langsamer Netzausbau, bürokratische und unzeitgemäße Verfahren, ein Mangel an Digitalisierung sowie fehlendes Personal“, sagte Bolay weiter.
Zentraler Baustein ist dem DIHK-Impulspapier die Priorisierung von Netzanschlussvergaben. „Wir brauchen deshalb dringend einen bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen, bei dem der Reifegrad und die Verbindlichkeit eines Projektes zum Zeitpunkt der Antragsstellung über die Priorisierung entscheiden“, sagt Bolay. Bisher fehlten jedoch spezifische regulatorische und rechtliche Vorgaben dafür. Im DIHK-Impulspapier wird für eine Art Reifegradverfahren geworben, wie es die Übertragungsnetzbetreiber nun zum 1. April einführen wollen. Es sei aber nötig, dass es bundesweit einheitliche Vorgaben gebe. Aktuell dürfe jeder Netzbetreiber sein eigenes Verfahren zur Kapazitätszuteilung entwickeln, solange es diskriminierungsfrei, angemessen und transparent sei.
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Nach dem ersten erfolgreichen und ausgebuchten BBDF letzten Juli findet das Event am 31. März und 1. April 2026 zum zweiten Mal in Frankfurt statt. Auch wieder mit zwei Deep Dives Germany, zu Netzanschlüssen und FCAs sowie zu Co-Location mit Photovoltaik-Anlagen. Ein großes Thema wird sein, wie man FCAs verhandelt, und wie man Risiken minimiert, die dadurch entstehen, dass Netzanschlussbedingungen teilweise im Nachhinein geändert werden.
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„Die fehlenden einheitlichen Vorgaben führen zu einem Flickenteppich unterschiedlicher Verfahren und einer unkoordinierten Praxis bei der Vergabe von Netzanschlüssen in Deutschland“, heißt es im DIHK-Impulspapier. „Besser wäre ein bundesweit gültiger Rechtsrahmen, welcher die Leitplanken für ein einheitliches Vergabeverfahren von Netzanschlusskapazitäten setzt, in welchem regionale Spezifika ausreichend integriert werden können.“ Es brauche ein Zuteilungsverfahren, bei dem der Reifegrad und die Verbindlichkeit eines Projektes zum Zeitpunkt der Antragsstellung über die Priorisierung entscheide. Wichtig sei, dass entsprechende Nachweise von allen Netzanschlusssuchenden gleichermaßen erbracht werden können. Auch bundeseinheitliche Gebühren für Netzanschlussanfragen sowie Reservierungsgebühren im Falle einer Zusage für Batteriespeicher und Erzeugungsanlagen seien sinnvoll, um vorwiegend spekulative Anfragen zu vermeiden. Eine an sich vorrangige Priorisierung einzelner Technologien oder Industrie- und Gewerbezweige sieht die DIHK in ihrem Impulspapier mit Blick auf einen diskriminierungsfreien Ansatz kritisch.
Neben den Anschlussverfahren gibt es im Impulspapier auch Vorschläge für eine bessere Nutzung des vorhandenen Netzes. So sollte die Möglichkeit zur Überbauung von Netzanschlusspunkten mehr genutzt werden. Zudem sei die Standardisierung flexibler Netzanschlussvereinbarungen dringend geboten, die zudem verpflichtend gemacht werden sollten, wie im DIHK-Impulspapier gefordert wird. Es empfiehlt auch finanzielle Anreize, um das Abschließen der flexiblen Vereinbarungen attraktiver zu machen. Das bestehende Netz könnte so für mehr Anlagen genutzt werden.
Der dritte wichtige Punkt, der im Papier benannte wird, ist die Digitalisierung der Netze und Prozesse. Mit einer Digitalisierung der Netzanschlussverfahren könnte die Effizienz des kompletten Prozesses gesteigert werden. Ein Weg sei eine Verpflichtung für die Netzbetreiber, eine gemeinsame Internetplattform für die Abwicklung des Netzzugangs aufzubauen. Ferner wird in dem DIHK-Impulspapier für Digitalisierung des Stromnetzes selbst geworben, um sie überhaupt fit für dynamische und regional differenzierte Netzentgelte zu machen. „Nur so können marktwirtschaftliche Anreize für eine netz- und systemdienliche Nutzung der Stromnetze geschaffen werden. Kurzfristig können auch Baukostenzuschüsse mit regionaler Steuerungsfunktion diesen Effekt bewirken“, heißt es weiter.
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„um vorwiegend spekulative Anfragen zu vermeiden“
Transparenz zur Stromnetzauslastung (lokal, überregional) und übersichtliche, statistische Informationsleistungen für Bürgerinnen und Bürger und Bürgerorganisationen … (?)
übersichtiche Auflistung aller Anträge und Genehmigungen, mit für die Öffentlichkeit relevanten Basisdaten, eines Jahres (aller Jahre) auf einer offiziellen (vorhandenen, gereiften) Internetseite(?) für D. bzw. Europa(?)
einfach: ‚das transparente, anschauliche SmartMeter an der Netzrendite'(?)