Am Busbetriebshof Alsterdorf der Hamburger Hochbahn steht ein Batteriespeicher mit einer Leistung von 4 Megawatt und einer Kapazität von 4,6 Megawattstunden. Er hat die Aufgabe, die Lastspitzen im Verteilnetz in Hochlastzeitfenstern möglichst niedrig zu halten. Ohne die „Energiesparbüchse“ der Hochbahn würde die Ladung der Fahrzeuge nur dem Fahrplan folgen und womöglich das Verteilnetz in Bedrängnis bringen.
Schon 193 Busse kommen täglich zum Laden auf den Hof. Bis Anfang der 2030er-Jahre soll die gesamte Busflotte auf umweltfreundliche Antriebe umgestellt werden. Ein Forschungsprojekt soll künftig eine Koordinierung zwischen dem Lastmanagement, dem Strommarkt und dem Verteilnetz herstellen. Im Moment ist der Koordinierungsbedarf aber noch gering. Das Lastmanagement sorgt vor allem dafür, dass die Limits der elektrischen Betriebsmittel nicht überschritten werden, erläutert Ramy Soliman, Projektleiter für Batteriespeicher und Ladetechnik der Hochbahn. „Kritisch sind auch die Abendzeitpunkte, wenn viele Busse zwischen 18 und 20 Uhr zurückkommen, weil die Hochlastzeitfenster in dieser Zeit enden.“
Dynamische Stromtarife nutzt das Unternehmen noch nicht. Ein hohes Einsparpotenzial bieten aber die Netzentgelte, denn der Verkehrsbetrieb bezieht überwiegend nachts Strom. Mit dem Batteriespeicher kann er jetzt zusätzlich tagsüber den Bezug auf 2,5 Megawatt beschränken, wenn im Netz Hochlastzeitfenster gelten, während die Leistung nachts auf 7,8 Megawatt hochgeht. Die Einsparungen direkt durch die Batterie schätzt Ramy Soliman für 2025 auf einen niedrigen sechsstelligen Betrag. Hochlastzeitfenster gibt es jedoch nur im Herbst und Winter. Damit die Batterie auch im Frühling und Sommer Geld verdient, soll sie am Strommarkt vermarktet werden und wird dafür dem Batterieoptimierer Suena Energy zur Verfügung gestellt. „Gerade im Sommer sind die Preisspreads besonders hoch“, sagt Lennard Wilkening, Geschäftsführer von Suena Energy. Daher ergänzten sich die Nutzungszeiten gut.
Highlights und spotlights

Preis für gute Ideen: In der Februar-Runde zeichnet pv magazine eine Einreichung als highlight top business model aus. Das sagt die Jury:
Suena: Gewerbespeicher für Peakshaving und gebührenbefreiten Stromhandel
Batteriespeicher, die am Energiemarkt handeln, können Strompreisspitzen dämpfen und den Wert des mittäglichen Solarstroms heben – mit Vorteilen für Stromverbraucher wie -produzenten. Sinnvoll ist das nur mit Netzentgeltbefreiung. Diese gilt für Gewerbespeicher nur vor dem Stromzähler. Peakshaving geht nur hinter dem Stromzähler. Suena hat mit der Hamburger Hochbahn nach eigenen Angaben einen Weg gefunden, beides zu verbinden. Die Jury zeichnet die Lösung als top business model aus.
Die Juroren:
Volker Quaschning ist Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin. Hans Urban ist langjähriger Experte und Consultant für Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität. Winfried Wahl ist seit über 15 Jahren bei verschiedenen Herstellern im Bereich erneuerbare Energien tätig.
Mehr Infos, bisherige Preisträger (seit 2014) und alles zur Bewerbung unter: www.pv-magazine.de/highlights
Einsendeschluss für die nächste Runde: 17. April 2026
Was sich einfach anhört, bringt jedoch administrative Hürden mit sich. Ein Speicher zur Vermeidung von Lastspitzen agiert im Betrieb hinter dem Netzanschluss. Für den Strom müssen alle Netzgebühren und Steuern für Letztverbraucher gezahlt werden. In der Vermarktung im Sommer soll der Speicher jedoch von Netzgebühren, Steuern und Abgaben befreit sein, denn der Strom geht nach der Speicherung direkt ins Netz zurück. Außerdem kommt die bezogene Menge bilanziell nicht mehr vom Energieversorger der Hochbahn, sondern gehört zum Bilanzkreis von Suena Energy.
Zusätzlich zur Marktlokation für den gesamten Betriebshof wurde deshalb eine weitere für den Batteriespeicher eingeführt. Ein virtueller Messpunkt rechnet automatisch die vom Speicher bezogenen Kilowattstunden aus dem Lastprofil des Betriebshofs heraus. Über die jeweilige Marktlokation werden auch die Netzentgelte abgerechnet. Diese Lösung, die den kaufmännisch-bilanziellen Wechsel zwischen interner und externer Nutzung ermöglicht, ist neu. Suena Energy kann sich das auch für viele andere Kunden vorstellen, vorausgesetzt, ihr Speicher ist groß genug. Für diese Innovation verleiht die pv magazine Jury das Prädikat top business model.
Im Prinzip hätte die Batterie noch Spielraum, um auch nachts, außerhalb der Hochlastzeitfenster, vermarktet zu werden. Diese ständigen Wechsel mehrmals am Tag hätten aber die Prozesse des beteiligten Netzbetreibers überfordert. Außerdem würden zusätzliche Zeitfenster im Winter die Vermarktungschancen im Sommer beeinträchtigen.
Suena Energy erwirtschaftet mit dem Ein-Stunden-Speicher für die Hochbahn Erträge in einer ähnlichen Größenordnung wie das Peakshaving im Winter. Somit werde sich die Investition in fünf bis sechs Jahren amortisieren. Jetzt erkundet das Forschungsprojekt, ob perspektivisch Busse, die gerade nicht laden oder fahren, auch bidirektionale Flexibilität für das Stromnetz bereitstellen können.
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Ein weiteres Beispiel dafür, dass man die Netzentgelte als Zählergrundgebühr erheben sollte, und nicht auf den Arbeitspreis umlegen. Auch wenn die Linken dann wieder Schnappatmung bekommen. Keep it simple!! Dann läuft’s auch. Geredet wurde genug.