Schadensbegrenzung: Brandschutzfolie für Photovoltaik-Dachanlagen vorgestellt

Brandschutzfolie BNridgehill Bradntest zwei Flachdach aufbauten mit Folie darunter brennen

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Das norwegische Unternehmen Bridgehill hat eine Brandschutzdachfolie speziell für den Einsatz unter Photovoltaikanlagen entwickelt. Nach Angaben des Herstellers handelt es sich um die erste Membran, die gezielt als passive Brandschutzschicht für Photovoltaik-Anlagen konzipiert wurde. Ziel ist es, das Brandrisiko insbesondere bei gewerblichen und industriellen Dachanlagen zu reduzieren. In diesem Marktsegment gelten häufig hohe brandschutzrechtliche oder versicherungstechnische Anforderungen.

Die „Fireblock-Membran“ wird als zusätzliche Lage in den Dachaufbau integriert. Im Brandfall reagiert das Material mit einem Intumeszenz-Mechanismus. Dabei laufen mehrere aufeinanderfolgende Prozesse ab. Zunächst zersetzt sich eine im Material enthaltene Säurequelle und setzt eine mineralische Säure frei. Diese bewirkt die Dehydratisierung eines kohlenstoffhaltigen Bestandteils der Membran, wodurch sich eine stabile Kohleschicht bildet. Parallel dazu zerfällt ein Treibmittel und setzt gasförmige Bestandteile frei. Durch die Gasentwicklung bläht sich die Membran stark auf, während die entstehende Kohlestruktur eine mechanisch stabile, thermisch isolierende Barriere ausbildet. Diese Schutzschicht soll den Wärmeeintrag in den darunterliegenden Dachaufbau deutlich reduzieren und die Ausbreitung von Flammen verhindern.

Bridgehill gibt an, dass in internen Brandtests die Temperatur auf der Oberseite der Folie bis zu 900 Grad Celsius erreichte, während unterhalb der Membran selbst nach 25 Minuten simulierter Brandeinwirkung Temperaturen von rund 150 Grad Celsius gemessen wurden. Auf diese Weise sollen tragende Strukturen, Dämmstoffe und technische Installationen im Dachaufbau geschützt werden.

Ein weiterer Aspekt ist, dass die Membran im Brandfall ihre wasserabweisende und wasserdichte Funktion behält. Sie fungiert so als Barriere gegen eindringendes Löschwasser und soll so Folgeschäden am Gebäude minimieren, Das sei ein Problem, das laut Hersteller bei Dachbränden mit Photovoltaik-Anlagen regelmäßig auftritt.

Die Oberseite der Folie ist weiß ausgeführt und weist einen hohen Albedowert auf. Damit reflektiert sie einfallendes Licht zurück auf die Modulrückseiten und kann bei bifazialen Modulen zu höheren Energieerträgen beitragen. Die Installationskosten beziffert Bridgehill mit rund 30 Euro pro Quadratmeter.

Nach Unternehmensangaben befindet sich das Produkt aktuell in der finalen Markteinführungsphase. In diesem Zuge sollen länderspezifische Zertifizierungen, detaillierte Prüfberichte sowie Installationsanleitungen veröffentlicht werden.

Unterschiedliche Einbauvarianten für Flach- und Steildächer

Bridgehill sieht mehrere Einsatzmöglichkeiten der Fireblock-Membran vor, abhängig von Dachtyp und Bau- beziehungsweise Sanierungssituation.

Top-Layer-Anwendung auf Flachdächern: Bei dieser Variante wird die Membran als zusätzliche Brandschutzlage direkt unter der PV-Anlage auf der bestehenden Dachabdichtung verlegt. Sie bildet eine durchgehende, feuerbeständige Barriere, ohne dass Änderungen am üblichen Flachdachaufbau erforderlich sind. Die Lösung eignet sich sowohl für Neubauten als auch für Nachrüstungen.

Integration unter der Dachabdichtung: Alternativ kann die Membran im Flachdach zwischen Dämmung und Abdichtung eingebaut werden. In dieser Position schützt sie brennbare Dämmstoffe und Dachkonstruktionen vor einer Brandeinwirkung von oben und soll eine Ausbreitung des Feuers in den Dachaufbau verhindern. Diese Ausführung ist vor allem für Neubauten oder umfangreiche Dachsanierungen vorgesehen.

Einsatz bei Steildächern mit Bitumenabdichtung: Auch für geneigte Dächer mit Bitumenbahnen ist die Membran vorgesehen. Bei Neubauten oder Komplettsanierungen kann sie unter oder über der Bitumenabdichtung integriert werden. Für Bestandsdächer bietet Bridgehill zudem eine Nachrüstlösung an, bei der die Brandschutzfolie direkt auf der vorhandenen Bitumenabdichtung unterhalb der PV-Anlage verlegt wird, ohne die bestehende Dachhaut zu entfernen.

Nach Herstellerangaben lässt sich die Membran in gängige Dachkonstruktionen integrieren und soll Planern und Installateuren eine zusätzliche Option bieten, um Brandschutzanforderungen bei PV-Dachanlagen zu erfüllen.

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