Vor dem Hintergrund der Neuregelung der Strompreiskompensation und des geplanten Industriestrompreises bietet das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA eine Energiesystemplanung für Unternehmen an. Diese können auf massive Entlastungen aus den neuen Instrumenten hoffen und damit unter anderem die erwartbaren Energiekostensteigerungen aus dem Europäischen Emissionshandel kompensieren, müssen aber einen Gutteil der Förderung in die Dekarbonisierung investieren.
Für energieintensive Betriebe gerade in der Produktion summieren sich indirekte CO2-Kosten schnell zu Millionenbeträgen, so das Fraunhofer IPA. Die Strompreiskompensation fange aber bis zu 75 Prozent dieser Kosten auf, der geplante Industriestrompreis verspreche einen Deckel von fünf Cent pro Kilowattstunde für die Hälfte des Bedarfs. Es müssten aber für jeden Euro Förderung „50 bis 80 Cent nachweislich in Effizienzmaßnahmen fließen“. Die Frage für Unternehmen laute deshalb zunächst, wie sie dieses Geld möglichst rentabel investieren können.
„No-Regret-Maßnahmen“ identifizieren
Dabei müsse allerdings auch die Volatilität der politischen Debatte um Förderhöhen, Deckel und Fristen beachtet werden. Deshalb soll der Ansatz des Fraunhofer IPA „No-Regret-Maßnahmen“ identifizieren, „die sich rechnen, egal wie die Regulierung im Detail ausgestaltet wird“. Die Simulierung des Energiesystems einer Fabrik erfolge „unter verschiedenen Zukunftsszenarien: Was passiert, wenn der Industriestrompreis doch nicht kommt? Was, wenn die Netzentgelte weiter steigen?“, erklärt Timm Kuhlmann, Forschungsbereichsleiter Energiesysteme und -speicher am Fraunhofer IPA. Als Ergebnis würden Maßnahmen wie etwa die Nutzung von Abwärme oder die Dimensionierung eines Speichers identifiziert, die „eine so hohe Eigenrendite haben, dass die staatliche Förderung nur noch das Sahnehäubchen ist, aber nicht mehr die Bedingung für den Erfolg.“ Ratsam sei es in diesem Zusammenhang aber, die aktuellen Antragsfristen im Blick zu behalten.
Neben der Energieeinsparung nutzt die Energiesystemplanung den Angaben zufolge vor allem drei wesentliche Hebel, nämlich erstens Lastspitzenkappung (Peak Shaving) mit Energiespeichern, zweitens atypische Netznutzung – also das Verlagern von Verbräuchen in Zeiten mit niedrigen Netzentgelten, sowie drittens die maximale Nutzung des mit Photovoltaik-Anlagen selbst erzeugten Stroms.
Eine praktische Umsetzung der Planung hat das Fraunhofer IPA nach eigenen Angaben bereits in einem Leuchtturmprojekt mit der Firma Schaltbau umgesetzt. Für deren »NExT Factory«-Projekt in Velden hat das Institut die Planung für eine CO2-freie Produktion und gleichzeitig als Demonstrationsobjekt eines gleichstrombasierten Netzes (DC-Smartgrid) begleitet. Auch für Nokera, einen Hersteller im seriellen Holzbau, habe das Fraunhofer IPA die Blaupause für das Energiesystem einer neuen Fabrik geliefert.
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