Großspeicher schaffen auch dann einen volkswirtschaftlich positiven Effekt, wenn sie rein marktlich betrieben werden – also allein nach Preissignalen am Großhandelsmarkt be- und entladen werden. Mit dem marktlichen Betrieb sinken die Systemkosten, ebenso die Preisvolatilität. Da so mehr Wind- und Solarstrom ins System kommt, profitiert auch das Klima. Das zeigt eine Studie der Beratungsunternehmen Neon Neue Energieökonomik und Consentec, die Kyon Energy, Lichtblick, Eco Stor und Fluence in Auftrag gegeben haben.
Allerdings leisten Großspeicher bei dieser Betriebsweise keinen systematischen Beitrag, auch die Netzkosten zu reduzieren, da sie dazu keinen Anreiz erhalten. Netzengpässe und Netzentlastung spiegeln sich heute nicht in ökonomischen Signalen für Speicherbetreiber wider. Das vorhandene Potenzial zur gezielten Entlastung der Stromnetze wird also nicht systematisch genutzt, so die Autoren der Studie.
Keine neue Erkenntnis – kursieren doch zuhauf Konzepte, die die Netzdienlichkeit von Batteriespeichern verbessern sollen. Dazu zählen etwa flexible Netzanschlüsse, dynamische Netzentgelte und Beschränkungen des Batterieeinsatzes. Nach Meinung von Neon und Consentec birgt dieses „Sammelsurium regulatorischer Maßnahmen jedoch das Risiko, große Kosten bei wenig Nutzen zu erzeugen und den sinnvollen Speicherzubau abzuwürgen“, heißt es in der Studie.
Zeit- und ortsvariable Preissignale, bundesweit einheitliche Anschlussregeln
Einschränkungen der kurzfristigen Vermarktung, uneinheitliche Anschlussregeln oder starre betriebliche Vorgaben reduzieren die marktdienliche Flexibilität von Batteriespeichern deutlich, argumentieren die Experten. Der damit verbundene Verlust an volkswirtschaftlich positiven Effekten könne den potenziellen Netznutzen übersteigen.
Netzdienlichkeit dürfe daher kein isoliertes Ziel sein. Vielmehr müsse die Systemdienlichkeit als Maßstab gelten, also der Gesamtbeitrag von Batteriespeichern zu Markt- und Netzeffizienz – und damit zur Reduzierung der Kosten des Energiesystems.
Neon und Consentec plädieren deshalb für gezielte, transparente und investitionsfreundliche Anpassungen im Strommarktdesign. Dazu zählten zeit- und ortsvariable Preissignale, bundesweit einheitliche Anschlussregeln und Marktmechanismen, die netz- und systemdienliches Verhalten sachgerecht abbilden und vergüten.
„Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Batteriespeicher sind ein Gewinn für das gesamte Stromsystem“, sagt Lion Hirth, Gründer und Geschäftsführer von Neon. „Entscheidend ist nun, die regulatorischen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass auch die Netze noch stärker profitieren.“
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