Nach einer Analyse von Aurora Energy Research warten derzeit mehr als ein Terawatt an erneuerbaren Energien in ganz Europa auf den Netzanschluss. Die Strommarkt-Analysten geben an, dass sich die Genehmigungszeiten in einigen europäischen Märkten auf bis zu zehn Jahre verlängern, was zu einer wachsenden Projektpipeline beiträgt, die sich in der Warteschleife befindet. Von dem einen Terawatt an Projekten, die auf ihre Genehmigung warten, entfallen rund 370 Gigawatt auf Italien.
Die Ergebnisse sind Teil der zweiten Ausgabe des „European Renewables Market Overview Report“ von Aurora Energy Research. Dort steht auch, dass Europa bis 2050 kumulierte Investitionen in Höhe von rund 1,5 Billionen Euro benötigt, um den Ausbau der erneuerbaren Energien zu unterstützen. Bis 2030 sehen die Analysten einen Investitionsbedarf von etwa 600 Milliarden Euro.
Aurora Energy Research prognostiziert, dass Förderungen und Stromabnahmeverträge (PPA) auf kurze Sicht die dominierenden Wege zum Markt bleiben werden. Die Analysten halten jedoch fest, dass deren Attraktivität je nach Land und Technologie variiert.
Jörn Richstein, Forschungsleiter für paneuropäische Strommärkte, Politik und Technologien bei Aurora, erklärte, dass PPAs eine zunehmend zentrale Rolle für das Wachstum der erneuerbaren Energien in Europa spielen, insbesondere in Ländern ohne tragfähige Förderprogramme oder in Ländern, die von einer steigenden Nachfrage seitens der Unternehmen profitieren. „Innovative und flexible PPA-Verträge werden entscheidend sein, um den sich wandelnden Bedürfnissen sowohl der Unternehmensabnehmer als auch der Energieerzeuger gerecht zu werden“, prognostizierte Richstein.
Der Bericht von Aurora geht davon aus, dass zweiseitige Differenzverträge (CfD) in den meisten europäischen Märkten der wichtigste Fördermechanismus sein werden, wobei bereits 162 Gigawatt an Ausschreibungen für Erneuerbaren-Anlagen bis 2030 angekündigt wurden. Der Erfolg dieser Auktionen sei allerdings von der Gestaltung, dem Wettbewerbsniveau und der politischen Sicherheit abhängig.
Die Analyse hebt negative Strompreise, Netzüberlastungen und Verzögerungen bei der Genehmigungserteilung als wesentliche Risiken für Europas Investitionen in erneuerbare Energien hervor. Die negativen Strompreise im Jahr 2025 überstiegen laut der Studie von Aurora in den meisten europäischen Märkten das Niveau von 2024 und fielen mit der Reduzierung der Subventionsschutzmaßnahmen gegen negative Preise in einigen Märkten zusammen. Aurora Energy Research prognostiziert, dass sich die negativen Preise nach 2035 abschwächen werden, da die Stromnachfrage steigt, die Systemflexibilität verbessert wird und preisunabhängige Förderungen auslaufen.
Als weiteres Problem wird in der Analyse der zunehmende Einspeisungsausfall genannt. Aurora Energy Research geht davon aus, dass der technische Einspeisungsausfall allein in Großbritannien, Spanien und Italien bis 2030 auf fast 22 Terawattstunden steigen wird, verglichen mit 10 Terawattstunden in ganz Europa im letzten Jahr.
Sameer Hussain, Senior Research Analyst bei Aurora Energy Research, erklärte, dass Rekordwerte bei negativen Preisen und zunehmende Einschränkungen die Rentabilität erneuerbarer Energien in Europa erheblich unter Druck setzen. „Um ihre Renditen in diesem unvorhersehbareren Umfeld zu sichern, müssen sich Entwickler anpassen – indem sie in technologische Innovationen investieren, ihre Portfolios diversifizieren und Batterie-Energiespeicherlösungen integrieren“, fügte Hussain hinzu.
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600 Milliarden Euro! Solche Summe klingen immer ganz wild, ganz abschreckend. So, als wenn Strom ganz teuer wird. Aber wir produzieren in Europa rund 4.000 TWh Strom im Jahr. Auf die Strommenge und 20 Jahre umgelegt entsprechen 600 Mrd. deutlich unter 1 Cent/kWh. Und auch früher musste investiert werden. Da sind Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke auch nicht zum Nulltarif vom Himmel gefallen.
Wenn man so manchem Online Kommentar glauben mag dann sind die Kohle, Gas und Kernkraftwerke dieser Welt schon zum Nulltarif vom Himmel gefallen 😂. Auch die Leitungen dafür und die Betriebsmittel erst Recht. Selbst die Herstellung war schadstofffrei und erst bei den Erneuerbaren fallen auf ein Mal Abfälle an und entstehen Kosten😂.
( Das war auch eine Zeit, als Erdöl und Erdgas höhere Energierücklaufwerte erreicht hatten.
Jetzt müsste man sich fragen, ob zu Beginn des Erdöl/-gaszeitalters die ertragreichsten und energetisch ergiebigsten Rohstofflagerstätten genutzt wurden. Zumindest für einen ‚endlichen‘ Rohstoff wird sich (auch mit steigendem Verbrauch für eine wachsende Bevölkerung auf dem Planeten) eine rückläufige Energieeffizienz in der Förderkette einstellen, zwangsläufig(?)
Für die Speicherung der Sonnenenergie in fossile Rohstoffe (über Jahr’millionen‘) wird ja nicht bezahlt, sondern für das Entdecken, Zugänglich-machen und die Förderung des Erdöls bzw. Erdgases. Die erste wirkliche Innovation der Menschheit, weg von den ’natürlichen Abhängigkeiten‘ war die Nutzung der Kernkraft (Vor- und Nachteile); dieses wissenschaftliche Geschenk wurde, teils, missbraucht(?)
Eine Frage an Insider, wäre, wie sich dieser Ertragsfaktor, seit Förderbeginn (Nutzung natürlicher, oberflächlicher Ansammlungen seit der Steinzeit, Förderung seit dem Mittelalter, 1810/1817 Ukraine/Prag, 1844/1848 Baku, 1854 Polen, 1859 Pennsylvania, 1893 Kalifornien/Los Angeles, 1938 Saudi Arabien, 1950 Deutschland … ‚Giant Fields‘ … ?, Im Vergleich zur Exploration in den 1960ern erreichen heutige grosse Funde nur noch etwa 1/8tel der damaligen Vorkommenserwartungen, die ‚Erdölkonstante‘ für die Reichweite wird bei über 50Jahren, derzeit, eingeordnet, ‚Im Zweiten Golfkrieg wurden 1991 von den Irakern bei ihrem Rückzug aus Kuwait 700 der 900 kuwaitischen Ölquellen in Brand gesetzt, so dass täglich bis zu drei Millionen Barrel Rohöl verbrannten. Hinzu kam der Austritt großer Mengen von Rohöl aus den Förderanlagen.‘ Über die Begehrlichkeiten der ‚NATO‘ nach Osten, in dieser Thematik, kann man dazu nur spekulieren(Venezuela, ?) ), verändert hat(?) )