Anfang der Woche veröffentlichte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) seine Abschätzung von 17,5 Gigawatt Photovoltaik-Zubau für 2025. Nun folgte die Bundesnetzagentur mit ihren ersten Zahlen und geht von 16,4 Gigawatt aus. Beide Prognosen basieren auf der Auswertung des Marktstammdatenregisters und den Annahmen von noch zu erfolgenden Meldungen für die Inbetriebnahme 2025. Filtert man die aktuellen Daten im Marktstammdatenregister nach Photovoltaik-Anlagen, die im vergangenen Jahr in Betrieb gingen, kommt man auf rund 863.000 Systeme mit einer Bruttoleistung von 16,347 Gigawatt. Für die Registrierung neuer Photovoltaik-Anlagen gilt allerdings auch eine Frist von vier Wochen nach Inbetriebnahme.
Nach Auswertung der Bundesnetzagentur entfiel etwa je die Hälfte des Zubaus auf Photovoltaik-Dachanlagen und Freiflächenanlagen. Im vergangenen Jahr seien noch Dachanlagen mit doppelt soviel Leistung wie Freiflächenanlagen neu installiert worden. Den größten regionalen Anteil am Zubau hat erneut Bayern. Es verzeichnete 2025 eine neu installierte Photovoltaik-Leistung von etwa 4,5 Gigawatt.
430.000 neue Stecker-Solar-Geräte mit etwa 500 Megawatt Gesamtleistung gingen zudem im vergangenen Jahr in Betrieb und wurden im Marktstammdatenregister verzeichnet. Sie machen der Bundesnetzagentur zufolge damit einen Anteil von 3,2 Prozent der gesamten Photovoltaik-Zubaus 2025 aus. 2024 waren es noch neue Photovoltaik-Balkonanlagen mit 400 Megawatt, die einen Anteil von 2,5 Prozent ausmachten.
Die kumuliert installierte Photovoltaik-Leistung in Deutschland stieg bis zum Jahresende auf 117 Gigawatt. Für das Ausbauziel von 215 Gigawatt bis 2030 müssten daher künftig jährlich 19,6 Gigawatt neue Photovoltaik-Leistung zugebaut werden, so die Bundesnetzagentur weiter. Im Gesetz ist allerdings kein linearer Ausbau der Photovoltaik vorgesehen, um das Ziel 2030 zu erreichen, sondern jeweils Jahreswerte. Demnach müsste der Photovoltaik-Ausbau im Jahr 2026 auf 22 Gigawatt gesteigert werden, der jeweils hälftig auf Dach- und Freiflächen erfolgen sollte. Da seit Bekanntgabe der Ziele im Jahr 2023 die definierten Jahreswerte beim Photovoltaik-Zubau jeweils übertroffen wurden, reichen nun schon 19,6 Gigawatt, wie die Bundesnetzagentur ermittelte. Ob die Steigerung allerdings erreicht wird, ist nur schwer absehbar, denn 2025 war der Photovoltaik-Zubau gegenüber 2024 rückläufig.
Etwas Hoffnung macht die Bundesnetzagentur beim Ausbau der Windkraft. Die neu installierte Leistung von Windparks an Land lag 2025 mit 4,6 Gigawatt deutlich über dem Niveau von 2024 mit 2,6 Gigawatt. Zudem veröffentlichte die Behörde am Donnerstag noch neue Ausschreibungsergebnisse. Demnach erhielt sie für die Runde mit Stichtag November 905 Gebote mit 8155 Megawatt Gesamtleistung. Die ausgeschriebene Menge von 3450 Megawatt war damit deutlich überzeichnet. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert sank zudem weiter und lag bei 6,06 Cent pro Kilowattstunde.
Das Ausbauziel für die Windkraft an Land liegt für 2030 bei 115 Gigawatt. Aktuell ist eine kumulierte Leistung von 68,1 Gigawatt erreicht. Damit müssten künftig jährlich 9,4 Gigawatt neue Windparks an Land ans Netz gehen. Immerhin seien im vergangenen Jahr Genehmigungen für knapp 20,8 Gigawatt neuer Windkraftanlagen erteilt worden, weshalb die Bundesnetzagentur zumindest mit weiter steigenden Zubauzahlen rechnet.
Insgesamt stieg die Leistung der Erneuerbaren-Anlagen für die Stromerzeugung um knapp 21 Gigawatt auf knapp 210 Gigawatt. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine Steigerung um 11 Prozent, wobei Photovoltaik und Windkraft die Haupttreiber sind.
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Kein Grund zur Panik. Eigentlich passt die Entwicklung ganz gut, wenn jetzt mal vermehrt Wind zugebaut wird. In der Summe dürften wir aber auf Erzeugerseite bis 2030 mehr als im Soll liegen, da leider der elektr. Verbrauch hinterherhinkt. Hier müsste jetzt aus meiner Sicht der absolute Fokus liegen, um auch die Strompreise recht kurzfristig herunterzubekommen. Zum Beispiel Ordnung in die Anfragen der Großspeicher bringen und den flex. Strommarkt mit Smartmetern und bestenfalls dyn. Netzentgelten pushen. Da danken sicher Wirtschaft wie Stromkunden, wenn durch Energiemanagement, E-Auto und Wärmepumpe die Absätze steigen und die alltäglichen Kosten sexy werden…
Frau Reiche, übernehmen Sie.
Die Entwicklung passt in dem Fall wohl kaum ganz gut, denn wenn es so weitergeht, fehlt 2030 der Zubau fast eines ganzen Jahres.
In Bezug auf die Windenergie bin ich zuversichtlich pessimistisch, Frau Reiche dürfte auch dort dafür sorgen, dass es wieder bergab geht.
Es geht vor allem beim Wind ja nicht so weiter… die bereits erfolgten Genehmigungen bei Wind sind so zahlreich, dass wir in den nächsten Jahren die letzten beiden Jahre komplett kompensieren werden. Und wenn Frau Reiche für eine Reform des Strommarktes mit neuen Netzentgeltregelungen sorgt und eine einfache Direktvermarktung möglich macht, wird’s auch bei privaten PV-Anlagen in Kombi mit Batteriespeicher und passenden Tarifen wieder besser. Sie „will“ ja die Subvention kappen, dann soll sie auch die Rahmenbedingungen schaffen. Und PV-Freifläche ist ohnehin gut und dabei wird’s wohl bleiben.
Klar… wenn Frau Reiche aktiv „alles“ boykottiert und die Genehmigungen in die Tonne kloppt, wird’s nix. Aber von diesen Extremen gehe ich dann doch nicht aus.
Das gibt dem Netz Zeit für den Ausbau. 2030 haben wir viel mehr digitale Ortsnetzstationen, mehr Übertragungsleitungen und mehr Batteriespeicher.
@Michael,
2030 oder 2130?
Geplanter Netzzubau für 2025 oder 2026? Denke hier ist wohl ein Fehler in der Überschrift? 🙂
Welchen Fehler meinen Sie?
Sandra,
die Überschrift liest sich schon ein wenig „irritierend“.
Wenn man dann aber Deinen gesamten Artikel liest, passt die 2025 schon.
Grüße Uwe
wegen „erwarten“ und „2025“!?
–> Okay kann ich nachvollziehen. Aber ihr sollt ja auch mehr lesen als die Überschrift 🙂