Lange hat Deutschland gebraucht, um die EU-Vorgaben zum Energy Sharing auch in deutsches Recht umzusetzen. Was in Österreich oder der Schweiz schon länger über Energiegemeinschaften möglich ist, wird ab Juni nun auch in Deutschland möglich: Überschüssigen Solarstrom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage an den Nachbarn zu verkaufen. Die dafür notwendigen Voraussetzungen sind mit der Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)-Novelle, die der Bundestag noch Ende vergangenen Jahres beschloss, geschaffen worden.
Ab 1. Juni greifen die Neuerungen aus Artikel 42c des EnWG. Dann können Betreiber auch unter Nutzung des Verteilnetzes in der räumlichen Umgebung ihre Nachbarn mit überschüssigem Solarstrom aus ihren Photovoltaik-Anlagen beliefern. Dazu müssen sie einen Liefervertrag abschließen. Allerdings entfallen für die Betreiber der Photovoltaik-Anlagen künftig weitere klassische Lieferantenaufgaben wie die Beschaffung der Reststrommengen oder Bilanzkreisauflagen.
Dies war bisher gefordert und machte klassisches Energy-Sharing in Deutschland unmöglich, wie es von dem durch das Umweltministerium Baden-Württemberg geförderten Informationsprogramm „Zukunft Altbau“ am Mittwoch hieß. Das Team von „Zukunft Altbau“ hat ein kostenfreies Beratungstelefon gestartet, um Fragen zu beantworten. Die Mitarbeiter sind Montag bis Freitag zwischen 9 und 13 Uhr unter der Nummer 08000 12 33 33 oder per Mail an beratungstelefon@zukunftaltbau.de erreichbar.
„Die neue Einnahmequelle könnte sich künftig als Alternative zur Einspeisevergütung etablieren“, heißt es von der Kampagne „Zukunft Altbau“ zum Energy Sharing. „Und das mit gutem Grund: Mit dem Solarstromverkauf an die Nachbarn werden die Anlagenbetreiber mehr Geld verdienen als mit der Einspeisevergütung. Die Nachbarn könnten im Gegenzug von deutlich geringeren Stromkosten profitieren: eine klassische Win-Win-Situation.“ Ab Juni 2026 müssten die Verteilnetzbetreiber zudem Energy Sharing innerhalb ihres Bilanzierungsgebietes unterstützen, heißt es weiter. Ab Juni 2028 gelte dies auch gebietsübergreifend.
Dieser Inhalt ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht kopiert werden. Wenn Sie mit uns kooperieren und Inhalte von uns teilweise nutzen wollen, nehmen Sie bitte Kontakt auf: redaktion@pv-magazine.com.







„Die neue Einnahmequelle könnte sich künftig als Alternative zur Einspeisevergütung etablieren“, heißt es von der Kampagne „Zukunft Altbau“ zum Energy Sharing. „Und das mit gutem Grund: Mit dem Solarstromverkauf an die Nachbarn werden die Anlagenbetreiber mehr Geld verdienen als mit der Einspeisevergütung. Die Nachbarn könnten im Gegenzug von deutlich geringeren Stromkosten profitieren: eine klassische Win-Win-Situation.“
Börsenstrompreis liegt bei 0 oder im Negativen Bereich (vom Netz) und ich als PV Besitzer will meinen Überschuss an meinen Nachbarn zu Gestehungskosten meiner PV Anlage verkaufen…
… mein Nachbar lacht sich kaputt.
Das nennt man Humor 🥳
Was ich nicht ganz verstehe, wie ich in diesem Modell Kosten einsparen soll, mit einem dynamischen Tarif profitiert man ja schon von günstigen Strompreisen am Tag. Wieso soll ich meinem Nachbarn mehr zahlen, als notwendig (Im Artikel wird davon gesprochen, dass man über das Energy Sharing mehr Vergütung bekommen soll, als über die Einspeisevergütung)?
Es ist die Frage welche Steuern und Netzgebühren beim Sharing zu zahlen sind.
ein dynamischer Tarif macht meines Erachtens nicht für jeden Sinn. Ich habe z.B. noch keine steuerbaren Verbraucher oder einen Speicher.
Hallo ,
der dynamische Strompreis pro kwh für den Endverbraucher heute zwischen 16:45 und 17:00 Uhr
beträgt : 54,95 Cent
Zusammensetzung:
Strom : 30,00 Cent
Steuern und Abgaben : 24,95 Cent
Ich persönlich finde , dass der dynamische Strompreis immer volatiler wird . Heute gibt es einen gossen Ausschlag nach oben .
Am 01.01.2006 konnte man sehr schön sehen , wie die Batteriespeicher-Betreiber ihr Kollekte-Körbchen bei 0,00 EUR aufgestellt haben . Über Stunden blieb der Strompreis fast exakt auf der 0,00 EUR-Linie. Der Wind hat in dieser Zeit ordentlich geweht . Dies wird auch zukünfig so sein , speziell wenn die Photovoltaik wieder ordentlich ins Netz einspeist.
Negative Börsenstrompreise werden vielleicht nur noch selten oder gar nicht mehr auftreten.
Um als Endverbraucher „kostenlosen Strom “ über den dynamischen Strompreis zu bekommen , muss der Börsenstrompreis auf – 25 Cent/kwh fallen . Dann erst heben sich der Strompreis und die Steuern und Abgaben auf 0 EUR auf .
Eine weitere Möglichkeit günstigen dynamischen Strom speziell im Winter zu nutzen :
Ein grosser elektrischer Warmwasserboiler im Bad oder im Keller . Das heisse Wasser kann man in den günstigsten Zeiten erzeugen . Die Abwärme des Boilers unterstützt die Heizung , und ist deshalb keine Verlustwärme.
@Christian,
„der dynamische Strompreis pro kwh für den Endverbraucher heute zwischen 16:45 und 17:00 Uhr
beträgt : 54,95 Cent
Zusammensetzung:
Strom : 30,00 Cent
Steuern und Abgaben : 24,95 Cent“
Du hast einen Fehler in Deiner Rechnung: (Strom : 30,00 Cent)
Netzgebühren haben nichts mit dynamischen Strompreisen (von der Börse) zu tun!
Siehe das Teilstück von diesem ⤵️ Kuchen.
https://strom-report.com/strompreis-zusammensetzung/
@Uwe Dyroff Wie viele Stunden im Jahr ist denn der Börsenstrompreis 0 Cent? Und wievielt zahlen sie in dieser Zeit für den Strom?
@Franz Meyer wievielt kostet denn der Strom bei dynamischen Strompreis? Bei uns sind es wenn es günstig ist 25 Cent . Bei einer Einspeisevergütung von 8 Cent würden sowohl Verkäufer als auch Anbieter bei einem Preis von 9-24 Cent profitieren.
@Fritz Günther,
Dein Kommentar zeigt ganz deutlich, daß DE akuten Nachholbedarf beim Thema -> Dynamische Strompreise hat.
Die Erklärung ist auch ganz einfach: mit 3,8% SmartMeter Ausbau ist das auch nicht verwunderlich.
Du fragst:
„Wie viele Stunden im Jahr ist denn der Börsenstrompreis 0 Cent?“
⤵️ kannst Du das nachlesen (Beachte: Tendenz steigend!)
https://www.pv-magazine.de/2026/01/05/hoch-und-niedrigpreiszeiten-nehmen-2025-zu/
(ach ja, die 1. Negativpreise hatte DE bereits am 1. Januar 2026
https://data.nordpoolgroup.com/auction/day-ahead/prices?deliveryDate=2026-01-01¤cy=EUR&aggregation=DeliveryPeriod&deliveryAreas=GER,NO1,NO2,NO3,NO4,NO5 )
„Und wievielt zahlen sie in dieser Zeit für den Strom?“
Das willst Du jetzt nicht wissen, ich verrate es Dir aber gerne: (Festpreis bis mindestens 31.12.26)
Arbeitspreis -> genau 0,0691 Cent/ kWh
(nach aktuellem Umrechnungskurs NOK – €)
Hilsen fra 59,61353° N, 11,07328° 0
Hallo Uwe,
frohes Neues erstmal!
Ich glaube, du hast den Kommentar von Fritz Günther etwas missverstanden. Also ja die negativen Börsenpreisstunden kann er bei uns nachschauen. Aber in Deutschland kommen halt noch soviele Abgaben und Umlagen obendrauf, dass man dann selbst bei leicht negativen Preisen bei 25 Cent Endkundenstrompreis im dynamischen Tarif rauskommt. Der genaue Wert hängt dann noch von der Region und den Netzentgelten ab.
Zu deinem Arbeitspreis in Norwegen, was kommt da noch dazu? Was ist dann dein Endkundenpreis pro Kilowattstunde?
Viele Grüße,
Sandra
@Sandra,
Danke und auch Dir ein gesundes neues Jahr.
Zum Thema:
„Ich glaube, du hast den Kommentar von Fritz Günther etwas missverstanden“
1. Glaube gehört in die Kirche.
2.das Missverständnis liegt nicht auf meiner Seite.
„Aber in Deutschland kommen halt noch soviele Abgaben und Umlagen obendrauf, dass man dann selbst bei leicht negativen Preisen bei 25 Cent Endkundenstrompreis im dynamischen Tarif rauskommt. Der genaue Wert hängt dann noch von der Region und den Netzentgelten ab.“
Strompreis (nach Strombörse) und Netzentgeld
sind bei diesem Thema 2 absolut verschiedene Schuhe.
(Wer das Glück in DE hat und dynamische Preise nutzen kann, wird das bestätigen)
Und bei dieser Neuregelungen für das Energy Sharing spielen das Netzentgeld genau 0,0% eine Rolle. Sprich, es geht nur um Börsenstrompreise und um nix anderes.
„Zu deinem Arbeitspreis in Norwegen, was kommt da noch dazu? Was ist dann dein Endkundenpreis pro Kilowattstunde?“
Wie ich schrieb, 0,0691 Cent/ kWh ( Strom + Netzgebühren inkl Abgaben und inkl. 25% MwSt)
(Ich schicke Dir morgen meine Abrechnung von 12/25)
Liebe Grüße Uwe
Danke Sandra !!
Auch aus Gescher frohes neues Jahr
Das hilft direkt das du es klarstellen konntest !!
Bitte geb nochmal kurz wieder was räumliche Nähe im Detail bedeutet. (m)
Klingt gut und auch wichtig. Nur kann das mal einer praxisnah erklären, wenn ich das tatsächlich umsetzen möchte? Was ist Hardwaremässig nötig? Wie kann ich es nachvollziehen wann und wieviel Strom mein Nachbar von meinem Überschuss verbraucht hat?
In der Theorie hört sich das gut an nur in der Praxis scheitert es meist, wie beim Mieterstrom auch.
Erschließe ich mir das richtig, dass der Verkauf an den Nachbar wahrscheinlich nur mit einem ImSys in beiden Zählerschränken realisierbar ist? Und das keinerlei Durchleitungsgebühren für den Strom anfallen?
@Torsten Kasper,
„Und das keinerlei Durchleitungsgebühren für den Strom anfallen?“
Gestern Abend auf rbb bei „Brisant“ klare Aussage:
Netzgebühren müssen trotzdem bezahlt werden.
Interessant wäre für mich jetzt mal das Teilstück (Stromerzeugung/ 42,4%) von diesem Kuchen https://strom-report.com/strompreis-zusammensetzung/
– Was ist, wenn der Börsenstrompreis 0 oder negativ ist?
– welche Abgaben / Gebühren beinhaltet dieses Teilstück?
(übrigens: 0 + 19% (MwSt) = 0 )
Hallo zusammen, die Kommentare zeigen mir, daß hier noch viel Un- und Halbwissen bestehet, vielleicht ergibt sich hier die Chance auf ein gutes Webinar um den Rahmen und mögliche praktische Umsetzungsszenarien vorzustellen.
Wer sicher planen will, findet diese Regelung gut.
Wer zocken will, soll sich dynamischen Preisen hingeben….
Solange Energysharing mit vollen Netzentgelten und allen Umlagen belastet wird, gibt es keinen Markt dafür. Einiges bei dynamischen Strompreisen ist schwer vorherzusagen, aber dass wir in diesem Sommerhalbjahr in den Mittagsstunden wieder über 500 Stunden mit negativen Strompreisen haben werden, steht fest. Die Last im Sommer wächst nicht, wir bauen jedes Jahr 15-20 GW PV zu und bei Batterien kommen wir nicht voran. Solange das so ist und das Marktdesign nicht geändert wird, muss die Zahl an Stunden mit negativen Strompreisen steigen und die dynamischen Strompreise für den Sommer sind sehr gut vorherzusagen. Im Winter wird es schwieriger, weil Wind stärker fluktuiert als die Sonne, die grundsätzlich jeden Tag aufgeht.
„Solange Energysharing mit vollen Netzentgelten und allen Umlagen belastet wird, gibt es keinen Markt dafür.“
„Solange das so ist und das Marktdesign nicht geändert wird…“
@Gernot,
Genauso ist es. Der Rest ist reine Hirnwäsche.
Das Gesetz schafft nur den Rahmen und gibt die Möglichkeiten. Es liegt an jedem selbst etwas daraus zu machen. Aber nicht für jeden wird ES etwas bringen. Genauso wenig wie für die meisten von uns ein dynamischer Stromtarif tatsächlich sinnvoll ist
Schade, dass auch in diesem Forum der gute Wille vieler durch überhebliche Häme weniger abgetötet wird… Da will man lernen und bekommt dafür einen Satz rote Ohren. Wie gesagt: schade.
@Detlef Weisse,
„Da will man lernen…“
Was willst Du lernen?
Gelernt haben müsste man endlich mal, was in DE falsch läuft. Ich spreche in erster Linie vom SmartMeter. Denn ohne Diesem wird eine Energiewende in welcher Form auch immer nicht möglich sein.
Und ohne das ich jetzt überheblich bin, ich kann Dir und/oder dem gesamten Forum mehr über dynamische Preise in Verbindung mit SmartMeter erzählen, als lieb ist.
Und über guten Wille könnte ich Bände schreiben.
Den Satz roter Ohren bzw Schlag ins Gesicht bekommst Du von einer ganz anderen Seite.
Verschneite Grüße aus Norwegen