Alle reden über Speicher in Deutschland und viele Projekte sind in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht worden. Doch wie sah es mit dem tatsächlichen Speicherzubau in Deutschland im vergangenen Jahr aus?
Der Blick ins Marktstammdatenregister zeigt, dass bis zum Jahresende 2.222.454 Speicher als in Betrieb verzeichnet waren. Ihre Bruttoleistung summiert sich auf knapp 16 Gigawatt. Die nutzbare Speicherkapazität wird mit gut 25,5 Gigawattstunden angegeben. Etwa 80 Prozent davon entfallen auf die Photovoltaik-Heimspeicher. Die installierten Großspeicher machen bislang nicht mal ein Sechstel der in Deutschland installierten Speicherkapazität aus.
Im Jahr 2025 kamen dabei 526.172 neue Batteriespeicher dazu, wie eine aktuelle Abfrage zeigt (Stand 6. Januar). Die Leistung dieser Speicher belief sich auf insgesamt fast 3,7 Gigawatt und die Kapazität auf 7,255 Gigawattstunden. Somit kamen knapp ein Viertel aller in Deutschland installierten Speicher im vergangenen Jahr hinzu.
Im Marktstammdatenregister lassen sich auch die Zubauzahlen nach den einzelnen Segmenten filtern. Für Batteriespeicher bis 30 Kilowatt Leistung sind 524.662 neue Systeme im vergangenen Jahr neu gemeldet worden. Die summierte Bruttoleistung lag bei knapp 2,9 Gigawatt und die Kapazität bei etwa 5,8 Gigawattstunden.
Bei den Gewerbespeichern, also Systeme mit einer Leistung zwischen 30 und 1000 Kilowatt, sind im Register im vergangenen Jahr 1427 Systeme neu gemeldet worden. Der Zubau in diesem Segment lag demnach bei rund 124 Megawatt Leistung und 243 Megawattstunden Kapazität. Bei den Batteriespeichern über einem Megawatt Leistung kam es zu 83 Neumeldungen. Diese Großspeicher summieren sich auf 667 Megawatt Leistung und 1244 Megawattstunden Kapazität.
Diese Zahlen lassen sich auch noch mit den Werten des Jahres 2024 vergleichen. In dem Jahr lag der Zubau rein nach der Anzahl neuer Systeme und ihrer Leistung höher als im vergangenen Jahr. So verzeichnet das Marktstammdatenregister insgesamt gut 561.000 neue Batteriespeicher für 2024. Sie verfügen über 4,18 Gigawatt Leistung und 6,16 Gigawattstunden Kapazität.
Damit zeigt sich auch, dass 2025 die Kapazität der Speicher deutlich höher ausgelegt wurde, als noch im Jahr davor. Dies trifft dabei auf alle Segmente zu, wie die Daten im Vergleich zeigen. Zudem zeigt sich, dass der Rückgang der Nachfrage bei privaten Photovoltaik-Dachanlagen auch auf den Markt für Heimspeicher durchschlug.
Der Zubau 2024 bei den Photovoltaik-Heimspeichern bis 30 Kilowatt Leistung lag bei 3,55 Gigawatt Leistung und knapp 5,23 Gigawattstunden Kapazität. Er verteilte sich auf 559.751 neue Systeme, die in Betrieb gingen, und damit deutlich mehr als 2025. Bei den Speichern zwischen 30 und 1000 Kilowatt Leistung kamen 1251 Systeme hinzu mit 110 Megawatt Leistung und 190 Megawattstunden Kapazität. Im Segment der Großspeicher waren es 61 Neuanmeldungen mit insgesamt 520 Megawatt Leistung und 767 Megawattstunden Kapazität.
Viele große Batteriespeicher „in Planung“
Gerade bei den großen Batteriespeichern gibt es im Marktstammdatenregister aber viel Hoffnung, dass in naher Zukunft deutlich mehr zugebaut werden könnte. So sind bereits 460 Projekte größer einem Megawatt als „in Planung“ verzeichnet. Die Bruttoleistung dieser Anlagen beträgt insgesamt mehr als 4,9 Gigawatt und die Kapazität etw 10,13 Gigawattstunden.
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Auch 10,13 GWh können dann rechnerisch gerade mal Strom für durchschnittlich 10 Minuten Verbrauch in D bereitstellen. Das ist immer noch nichts.
Wir haben schon jetzt im Sommer-Halbjahr um die Mittagszeit fast jeden Tag zu viel PV-Strom, was eben in über 500 Stunden mit negativen Strompreisen resultiert. Wenn wir auf dem Ausbaupfad von §4 EEG bleiben, dann bauen wir bis 2030 noch mal 100 GW PV-Leistung zu. Diese werden an einem durchschnittlichen Tag im Sommer-Halbjahr zusätzlich 400 GWh an PV-Strom generieren, an guten Tagen auch fast 800 GWh. Die Last im Netz wird im Sommer aber kaum wachsen.
Am Ende haben wir dann 4 Optionen:
1. Mindestens 400 GWh an Batterie-Großspeicher zubauen, um den PV-Strom nachts zu nutzen und im Sommer-Halbjahr schon 2030 >95% EE-Anteil zu erreichen
2. 40-90 TWh PV-Strom pro Jahr abregeln, wegwerfen
3. massig Elektrolyse-Kapazität zubauen
4. den PV-Ausbau abwürgen
Dass wir 1. erreichen können, ist nicht absehbar.
2. wäre eine (volks)wirtschaftliche Katastrophe.
3. ist praktisch schon ausgeschlossen. Wasserstoff ist vorläufig tot.
Und 4. wäre wohl die Option, die alle hier am wenigsten wollen, die aber möglicherweise der aktuellen Wirtschaftsministerin am besten gefällt.
Es wird eine Mischung aus 1..3+x(>4) werden müssen, zumindest verlangsamen wird sich der Ausbau auch etwas (4 light).
Das Frau Reiche die falsche ist, um unsere Energiepolitik zukunftsfähig fortzuführen hat sie für mich mehrfach bewiesen. Bisher ist sie damit zum Glück fast überall angeeckt, und eingebremst worden. Wenn sie noch mehr Kapazitäten über Redispatch stillegt fliegen ihr und ihrer Behörde die schlechten Kennzahlen nur so um die Ohren. Für letztes Jahr konnte ja eine Verbesserung kommuniziert werden, 4% Verlust über Redispatch ist aber immer noch eine Hausnummer für die Gesamteffizienz des Systems. Mal sehen, wenn der Kanzler wirklich sein Kabinett umbaut, wäre die Position für mich eine der ersten – viel Blabla, keine Konzepte und überall anecken wird er sich auch nicht mehr lange leisen können.
Problem wird wirklich der Speicherausbau, unsere europäischen Nachbarn ziehen bei PV nach, das wird im Netz wirklich irgendwann schwierig.
Zur Wahrheit gehört eben auch daß zum Teil mehr als 50% Atomstrom aus dem Ausland zugekauft werden. Und wie mein Vorredner schon bemerkte, die benötigten Batteriespeicher, laut Frauenhofer Institut werden 170 GW benötigt, und dies liegt sehr weiter Ferne. Ich empfehle auch die App TransNetBW, des Netzbetreibers in Baden-Württemberg, dort bist tagesaktuelle der Verbrauch und die Bereitstellung von grüner Energie zu verfolgen. Sehr aufschlussreich.
Alex meinte:
„Zur Wahrheit gehört eben auch …“
Wenn man dann noch die „Wahrheit“ tatsächlich betrachten möchte, dann muss man feststellen, dass es sich hier um ein durchaus sichtbares Wachstum handelt und nicht den endgültigen Ausbau.
Zudem sollen die Batterien derzeit nicht Deutschland 24/7 versorgen (das ist ohnehin weder möglich noch geplant, es sind Speicher und keine Generatoren).
Die Aufgabe der Speicher ist es, fehlende Verbrauchs- und Erzeugungsspitzen auszugleichen. Und die sind meist gar nicht so wahnsinnig gross im Moment.
Wir werden in einer mittelfristigen Zukunft mehr brauchen, aber deswegen findet ja auch der Ausbau statt. Diese Zukunft ist dann auch eine Zukunft ohne Kohlekraftwerke und mit schrumpfendem Bedarf für Gaskraftwerke (die Proportionierung kann sich noch sehr schnell ändern, denn es handelt sich da nicht um technische sondern politische Lösungen).
In dieser Zukunft müssen dann die Speicher auch weitere Aufgaben übernehmen.
Aber erst einmal müssen wir diese Zukunft bauen. „Wir“ schließt dich ein, ich finde gut, dass du deinen Beitrag leistest. Jedes zusätzliche Solarmodul und jede Extra-kWh Batterie hilft. Selbst dann, wenn sie nicht am Stromnetz hängt, wie zum Beispiel für 12V Beleuchtung.
Bitte keine Fake-News verbreiten. Wann wurden denn „mehr als 50% Atomstrom zugekauft“? Quelle (vermutlich RT, Epoch Times, o,ä.)? Und vielleicht möchtest Du auch mal ein paar Grundlagen lernen. Die Spitzenlast im deutschen Stromnetz liegt bei etwa 85 GW. Dann brauchen wir definitiv keine 170 GW an Batterieleistung. Wir brauchen bis 2030 möglichst mindestens 400 GWh an Batteriekapazität, aber das ist dann etwas anderes als 170 GW.