Nach einer vorläufigen Auswertung der Zahlen des Marktstammdatenregisters schätzt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) den Photovoltaik-Zubau für 2025 auf etwa 17,5 Gigawatt. Dies liegt etwa auf dem Niveau von 2024, als Photovoltaik-Anlagen mit 17,7 Gigawatt neu installiert wurden. Aufgrund der Meldefrist für neue Anlagen von vier Wochen nach der Inbetriebnahme lassen sich aktuell noch keine finalen Zahlen aus dem Marktstammdatenregister extrahieren.
Dennoch ist die Entwicklung der verschiedenen Segmente im vergangenen Jahr schon klar erkennbar. Die rund 17,5 Gigawatt Zubau verteilen sich demnach wie folgt: etwa 8 Gigawatt Photovoltaik-Freiflächenanlagen, 3,7 Gigawatt große Dachanlagen, 5,2 Gigawatt private Dachanlagen und rund 500 Megawatt Stecker-Solar-Geräte. Die neu installierte Leistung von Solarparks und Photovoltaik-Balkonanlagen sind damit im Jahresvergleich um jeweils etwa 25 Prozent gestiegen. Bei den gewerblichen und industriellen Dachanlagen mit mehr als 30 Kilowatt Leistung verzeichnet der BSW-Solar jedoch ein Minus* von etwa fünf Prozent. Noch stärker ist die Nachfrage der Privathaushalte und Kleingewerbe rückläufig. Nach 6,8 Gigawatt im Jahr 2024 sank der Zubau bei den Dachanlagen bis 30 Kilowatt Leistung um 25 Prozent.
Nach Einschätzung des BSW-Solar hat sich der Photovoltaik-Zubau in Deutschland im vergangenen Jahr entschleunigt. Mit Blick auf das Ziel einer installierten Photovoltaik-Leistung von 215 Gigawatt bis 2030 sei in den verbleibenden Jahren ein jährlicher Zubau von etwa 20 Gigawatt notwendig. Mit aktuell 118 Gigawatt Gesamtleistung sind erst etwa 55 Prozent des Ziels erreicht.
Nicht zuletzt deshalb appelliert der BSW-Solar an die Bundesregierung, die regulatorischen Rahmenbedingungen nicht weiter zu verschlechtern. Mit dem „Solarspitzen-Gesetz“ sei die Förderung von Dachanlagen bereits zu Beginn des Vorjahres eingeschränkt worden, so der Verband. Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat im Vorjahr wiederholt angekündigt, die Förderung von Photovoltaik-Anlagen weiter beschneiden zu wollen. Aus ihrer Sicht wird auch für kleine Photovoltaik-Dachanlagen, die neu entstehen, keine staatliche Förderung mehr benötigt. Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar, sieht das anders: Die Bundesregierung müsse weitere Marktbarrieren abbauen und dürfe die Förderkulisse für Photovoltaik-Anlagen keinesfalls weiter verschlechtern.
*Anmerkung der Redaktion: Der Zubau der gewerblichen Dachanlagen war ebenfalls rückläufig und stieg nicht, wie zunächst berichtet. Wir haben den Artikel am 5.1., 17:25 Uhr korrigiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
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Sollte die Prognose des BSW, denn um eine solche handelt es sich bei den Zubauzahlen für die Jahre 2024 und 2026, zutreffen oder gar noch unterschritten werden, ist das Ziel für 2030 nicht mehr zu erreichen: 5 x 17,5 GWp = 87,5 GWp
Soweit man das an Hand der Grafik ablesen kann, müssen noch etwa 100 GWp gebaut werden.
2030 würden also 12,5 GWp fehlen, was bedeutet, dass Deutschland bereits jetzt ein dreiviertel Jahr hinter unserem Ausbauziel hinterher hinkt.
Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass im Laufe der Zeit immer mehr der Altanlagen, die seit Inkrafttreten des EEG etwa jetzt schon 26 Jahre in Betrieb sind, in die Jahre kommen werden und ersetzt werden müssen.
Es braucht keine Verschlechterung der Förderbedingungen. Ganz im Gegenteil, der Zubau muss noch stärker angekurbelt werden.