Dieser Artikel wurde erstmals am 30.1.2025 veröffentlicht. Er ist Teil der pv magazine-Weihnachts-Retrospektive 2025, für die wir eine Auswahl der interessanten und relevanten Online-Artikel zusammengestellt haben.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat dem Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie einen Bericht über die am 12. und 13. Dezember aufgetretenen Preissprünge an der Strombörse Epex Spot vorgelegt. Am Mittwoch stand das Thema im Ausschuss auf der Tagesordnung.
Der Bericht rekapituliert die Entstehung der außergewöhnlich hohen Preise im Day-Ahead-Stromgroßhandel am 12. Dezember. Diese seien sowohl im Tagesmittel als auch in ihren Spitzen außergewöhnlich gewesen: Der Baseload-Preis für den gesamten Tag lag demnach bei 395,34 Euro pro Megawattstunde, der Spitzenpreis in der Stunde von 17 bis 18 Uhr bei 936, 28 Euro. Stundenpreise oberhalb von 500 Euro pro Megawattstunde seien in Deutschland sehr selten, im gesamten Jahr 2024 habe es dies nur für 15 Stunden gegeben – neun davon am 12. Dezember.
Auswirkungen auf den Jahresdurchschnitt seien dem entsprechend nicht nennenswert, der Strom-Großhandelspreis weise vielmehr sinkende Tendenz auf und habe 2024 knapp 79 Euro pro Megawattstunde betragen; 2023 seien es noch 95 Euro gewesen und im Ausnahmejahr 2022 rund 235 Euro.
Das Bundeswirtschaftsministerium nennt in seinem Bericht mehrere Faktoren, die seiner Einschätzung nach zu den Preisspitzen geführt haben. Neben einer für die Jahreszeit ungewöhnlichen Flaute mit entsprechend niedriger Stromerzeugung aus Windkraftanlagen sei tagsüber auch die Solarstromerzeugung sehr gering ausgefallen. Zudem seien am 12. Dezember ungewöhnlich viele Kraftwerke nicht verfügbar gewesen. So seien Braunkohlekraftwerke eines Betreibers mit knapp drei Gigawatt durch Förderprobleme im Tagebau ausgefallen. Mehrere Gaskraftwerke seien ebenfalls nicht verfügbar gewesen.
Als Lösungsansätze für die künftige Vermeidung derartiger Extreme nennt der Bericht erstens den Zubau steuerbarer Erzeugungskapazität, zweitens den Ausbau von Stromspeichern, drittens eine Flexibilisierung des Stromsystems und viertens die weitere Strommarktintegration auf EU-Ebene. Diese helfe dabei, Extrempreise europaweit abzufedern.
In der Debatte im Ausschuss, so ein Bericht der Parlamentsnachrichten „Heute im Bundestag“, ging es auch um „Fragen nach etwaigen Marktmanipulationen“ – in den Medien kursierte der Verdacht, Kraftwerkskapazitäten seien absichtlich zurückgehalten worden, um die Handelspreise nach oben zu treiben. Kritisiert wurde demnach außerdem, „dass die Speicherkapazitäten und Kraftwerksreserven nicht längst ausgeweitet wurden“. Zudem gab es die Anregung „darüber nachzudenken, nicht zu viele Kraftwerke gleichzeitig zur Wartung oder in Reparatur zu geben.“
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Das wohl interessanteste Thema der nächsten Jahre. Kapazitätszurückhaltung durch „Wartungsarbeiten“, die zu hohen Erlösen für alle fossilen Kraftwerke im Winter am Strommarkt führen.
„Das Bundeswirtschaftsministerium nennt in seinem Bericht mehrere Faktoren, die seiner Einschätzung nach zu den Preisspitzen geführt haben. Neben einer für die Jahreszeit ungewöhnlichen Flaute mit entsprechend niedriger Stromerzeugung aus Windkraftanlagen sei tagsüber auch die Solarstromerzeugung sehr gering ausgefallen. Zudem seien am 12. Dezember ungewöhnlich viele Kraftwerke nicht verfügbar gewesen. So seien Braunkohlekraftwerke eines Betreibers mit knapp drei Gigawatt durch Förderprobleme im Tagebau ausgefallen. Mehrere Gaskraftwerke seien ebenfalls nicht verfügbar gewesen.“
Finde den Fehler … 🥳
Für mich ist rätselhaft , dass Deutschland überhaupt (noch) so gut , beziehungsweise zuverlässig, in den meisten Bereichen funktioniert. Die Strompreissprünge sind doch allenfalls ein kleiner Bug , im Vergleich zu stundenlangen totalen Stromausfällen .
Die Strombörse ist erst neulich wieder verbessert und verfeinert worden , und wurde um mehrere Auktionen erweitert. Die DA-Auktion ( Day Ahead= Auktion am Vortag) ist zwar weiterhin überaus maßgeblich, aber die Korrekturmöglichkeiten am Liefertag sind stark verbessert worden.
Die Strompreisbörse ist faszinierend und zugleich irgendwie undurchsichtig. Je feiner allerdings der Handel *granuliert* wird , desto schwieriger wird es vermutlich Erlöse mit Batteriespeichern im Winter zu
erzielen . Fachlatein : Sägezahnmuster erwünscht.
Im Sommer hingegen jagen die Photovoltaikanlagen tagsüber den Strom derart massiv in die Netze, dass die Elektronen mit den Seilen Rumba tanzen, und diese fast glühen vor Glück .
Die Strompreisbörse hat sich als notwendig erwiesen , um die Schwankungen der Erneuerbaren irgendwie zu händeln. Ich persönlich finde Elektrolyseanlagen und Wasserstoffspeicher unabwendbar. Die Kosten dafür müssen eben im Strompreis eingepreist werden.
Auf privater Ebene kann ich mich vorerst nicht mit dem dynamischen Strompreis anfreunden. Daß ist mir echt zuviel bla,bla,bla – Aufwand ( Schatz… Jetzt auf keinen Fall die Waschmaschine und den Trockner anstellen…erst um 00:30 Uhr….stell dir bitte den Wecker !! ) für ein paar Euro Ersparnis im Monat.
Wenn das „Sparen“ mit dynamischem Strompreis hochautomatisiert mit EMS möglich ist , und allumfassend private Grossverbraucher und Speicher berücksichtigt werden, dann ist es vielleicht eine Option.
Aktuell sehe ich da eher die sogenannten älteren Menschen mit bedingungsloser Altersrente ( Gut ,die „Bedingung“ ist, dass man lebt , aber dies ist ja sowieso von großem Vorteil ) in der freiwilligen Tätigkeitsaufnahme. Etwa 24 Millionen Personen, oder zwei mal Griechenland . Ich finde
dieser Personenkreis sollte auch nach Kräften helfen Deutschland wieder energetisch aufzubauen, und dies nicht nur den sogenannten jungen Menschen überlassen.
Ich meine nicht nur mental aufbauen, sondern auch ganz tatkräftig. Den Kabelkanal für das Kabel, welches vom Schaltschrank zur Wallbox in der Garage führt, mit dem Nachbarn graben , oder die Unterbringung für den Batteriespeicher auf dem privaten Grundstück mauern.
Ich werde das ganze Kalenderjahr 2026 nicht mehr im PV-M. schreiben, aber interessiert mitlesen.
Für uns PV-BEV-H2 – Fans hat das neue Sonnenjahr auf der Nordhalbkugel im Prinzip heute angefangen, denn
die Tage werden wieder länger. Frohes neues Sonnen- Jahr allen !
„Daß ist mir echt zuviel bla,bla,bla – Aufwand ( Schatz… Jetzt auf keinen Fall die Waschmaschine und den Trockner anstellen…erst um 00:30 Uhr….stell dir bitte den Wecker !! ) für ein paar Euro Ersparnis im Monat.“
Für diese Kleinigkeiten sind dyn. Tarife auch ganz sicher nicht gedacht und sorry, das ist das übliche negative Framing, mit dem wir ganz sicher nicht weiter kommen. Dynamische Tarife sind für Haushalte, die die Energiewende bereits praktisch betreiben, hohe Verbräuche haben und viel verschieben können… und das ist erst mit E-Auto und Wärmepumpe möglich. Alles andere ist für Fans. Mit verschiebbaren 5000-15000 kWh sind relevante Gewinne erst möglich und hier ist die Nutzung auch heute schon sehr einfach. Bei der Wärmepumpe reicht ein ganz simpler timer, der einfach nur morgens und abends ausschließt, beim E-Auto ist es die passende (nicht teure) wallbox, die das einmalig konfiguriert automatisiert erledigt.
@Christian M. 1973,
ich wußte gar nicht, daß ich eine (geistigen) Zwilling habe … 😉
@Detlef K.,
„Für diese Kleinigkeiten sind dyn. Tarife auch ganz sicher nicht gedacht und sorry, das ist das übliche negative Framing, mit dem wir ganz sicher nicht weiter kommen.“
Detlef, Du hast wahrscheinlich keine Ahnung, wie Menschen ticken (können).
Nur ein Beispiel hier aus Norwegen (flächendeckende,dynamische Abrechnung seit
2019/ seitdem gibt es auch Tag/ Nacht [WE+ Feiertag] Tarif bei Netzgebühren.)
Versicherung hatten in 2018 gewarnt vor zunehmenden Bränden speziell in der Nacht (Waschmaschine/ Trockner etc).
2021 hat dann die Versicherungswirtschaft Zahlen veröffentlicht: -> ca 28% mehr Brände speziell in der „StromBilligPhase“ sprich Nacht.
Da läuft irgendwas falsch … 🤔
„Da läuft irgendwas falsch … 🤔“
Ja, was denn? … dass Gewohnheiten sich ändern und man merkt, dass das nicht sicherheitskonform ist?
Verstehe Ihren Punkt nicht. Wenn das wirklich so gefährlich sein sollte, dann unterlässt man die Timerprogrammierung oder man sorgt dafür, dass die Geräte sicherer werden. Aber aus diesem Grund die effizientere und modernere Methode generell abzulehnen, ist für mich der komplett falsche Schluss. Der Mensch passt sich an und macht die Dinge besser, statt ewig im Status Quo zu verharren.
@Detlef K.,
irgendwie hast Du mich falsch verstanden!
„Aber aus diesem Grund die effizientere und modernere Methode generell abzulehnen, ist für mich der komplett falsche Schluss.“
Wenn man dann mal wollte…
Ich persönlich bin der allerallerletzte, der Inovationen ablehnt.
Im Gegenteil, ich versuche, aus diesen effizienten und modernen Methoden noch mehr heraus zuholen.
Ich springe aber auf keinen Fall auf irgendwelche Hirnwäsche an.
„Der Mensch passt sich an und macht die Dinge besser, statt ewig im Status Quo zu verharren.“
In der heutigen Zeit?
Da habe ich aber sehr starke Zweifel, welche sogar Faktenbasiert sind.
Brauch ich mir nur die kollektive PV Inkompetenz hier in Norwegen anzuschauen.
Und ein Ola Nordmann tickt nicht anders als ein deutscher Michel.
God jul 🎄
Grundsätzlich ist es ja absolut sinnvoll und schön , die Zeiten mit billigem EE-Strom zu nutzen. Fraglich aber ob der dynamische Strompreis wirklich in Echtzeit bis in die Privathaushalte durchgereicht werden muss.
Ja , man kann diverse Haushaltsgeräte mit einer Zeitschaltuhr (intern/extern) in günstigen Strompreiszeiten laufen lassen. Dies ist aber doch auch irgendwie nerdig , und wenn der alte Trockner nachts anfängt zu qualmen , merkt man dies vielleicht eher nicht so schnell wie tagsüber.
Wenn man ein Elektroauto mit Wallbox hat , dann macht ein privater dynamischer Stromtarif sicher Spaß – aber mehr eigentlich auch nicht . Man kann das Auto am Typ 2 – Stecker angesteckt lassen , und die günstige Ladezeit via App programmieren. Alles andere sollte man dem Zufall überlassen. Wenn die Geschirrspülmaschine eine Viertelstunde bei 42 Cent pro kWh läuft – was solls. Man muss den Aufwand und den Nutzen abwägen. Und den Humor darf man nicht verlieren. Mit einem Elektroauto und schlauem laden ( was ja auch netzdienlich ist ) spart man auf Jahressicht bestimmt eine kleine bis mittlere Summe , auch ohne weitere Stromverbraucher in günstige Ladezeiten zu programmieren. Ein zweites Elektroauto im Haushalt macht dann natürlich noch mehr Spaß. Oder man schenkt der Nachbarin ohne Wallbox ,aber mit Elektroauto, ein paar Stunden Niedertarif . Eventuell auch direkt aus der PV und dem vollem Hausbatteriespeicher.
Um zum Eingangstext zurückzukommen: Quartierspeicher und Quartierversorger haben vermutlich wirklich sehr viele Vorteile. Der dynamische Stromtarif ( Aus dem Netz) könnte in diesem Quartierspeicher enden , beziehungsweise nur dort genutzt werden. Die 50/100/1000 Haushalte die an den Quartierspeicher angeschlossen sind , erhalten einen festen Quartierspeicher – Stromtarif. Überschüsse die dieser Quartierspeicher erwirtschaftet, werden den Haushalten als Gratisstrom gutgeschrieben. Der Quartierspeicher wird zusätzlich mit PV- Strom aus den angeschlossenen Haushalten geladen, und besitzt eventuell noch eine Sektorkopplung im Bereich Nahwärme, Elektrolyseanlagen und Wasserstoffspeicherung .
Insgesamt geht es darum lokal erzeugten Strom auch lokal zwischenzuspeichern und lokal zu verbrauchen.
Das ganze Konstrukt könnte aber zu teuer sein , da die Verwaltung und die Wartung des Quartierspeichers aufwändig ist .
Interessant fände ich persönlich auch abgestimmte Stromabgabe und Stromaufnahme. Wenn die Quartierspeicherbatterie mit 20000 kWh Photovoltaikstrom voll ist , könnten die Berechtigten mittels App zur Gratisstromabnahme aufgefordert werden. Die Berechtigten schließen dann ihre Elektroautos an , und der Gratisstrom fließt.