Als ich das kurze Dokument des Koalitionsausschusses zur neuen Kraftwerksstrategie gelesen habe, ist mir ein Punkt sofort aufgefallen. Für das 8-Gigawatt-Segment der neuen Gaskraftwerke wird ein Mindesterbringungszeitraum von 10 Stunden gefordert. Die 10-Stunden-Anforderung soll sicherstellen, dass die neuen Anlagen längere Dunkelflauten in Spitzenzeiten überbrücken können. Hier stellt sich für mich die Frage: Können Speicher in der Ausschreibung mit einem Gaskraftwerk mithalten?
Investitionskostenförderung für Speicher
Ich gehe davon aus, dass ein 1 Megawatt/4 Megawattstunden Batteriespeicher (4-Stunden-System) im Jahr 2031 auch ohne Subventionen wirtschaftlich errichtet werden kann. Demnach müsste eine Investitionskostenförderung für Speicher lediglich die zusätzliche Kapazität abdecken. Für eine Bereitstellung von zehn Stunden wären das 6 Megawattstunden an zusätzlicher Kapazität bei einem 1 Megawatt-System.
Derzeit schätze ich die Kosten für Speichercontainer ohne Leistungselektronik und Trafo auf rund 100 Euro pro Kilowattstunde. Unterstellt man bis 2031 eine jährliche Lernrate von acht Prozent sowie eine Inflation von zwei Prozent, sinken die nominalen Kosten auf rund 75 Euro pro Kilowattstunde.
Die 6 Megawattstunden Zusatzkapazität entsprechen bei einem 1-Megawatt-System einer zusätzlichen Speicherdauer von sechs Stunden. Übertragen auf die Leistung ergibt das eine Investitionskostenförderung von rund 450 Euro pro Kilowatt. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass eine längere Speicherdauer zusätzliche Markterlöse generieren kann, was den Förderbedarf senken würde (vgl. Top-Bottom Spreads). Gleichzeitig vernachlässige ich, dass größere Systeme mehr Platz und Bauvorbereitung benötigen, was den Förderbedarf erhöhen würde.
Vergleich mit Gaskraftwerken
Im Vergleich dazu liegen die Kosten für Gaskraftwerke wahrscheinlich etwas höher. Für reine Gasturbinen habe ich eine Quelle zu der erwarteten Investitionskostenförderung in einem Konsultationspapier des Wirtschaftsministeriums von 660 Euro pro Kilowatt aus dem Jahr 2024 gefunden. Dieser Wert bezieht sich explizit auf die staatliche Förderung je Kilowatt Leistung, nicht auf die eigentlichen Baukosten der Kraftwerke. Beim aktuellen KI-Hype und der hohen Nachfrage nach Kraftwerkskapazitäten könnte dies eine konservative Schätzung sein. Zu den Mehrkosten für H2-Readyness habe ich keine gute Quelle gefunden, allerdings beziffert eine Studie des FÖS die Investitionskosten auf bis zu 1440 Euro pro Kilowatt. Diese Schätzung bezieht sich auf reine Investitionskosten und ist daher nicht direkt mit den im Papier des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWE) genannten Förderwerten vergleichbar.
Da die verfügbaren Zahlen teils Förderkosten von Gaskraftwerken (BMWE) und teils Investitionskosten für H2-Ready-Anlagen darstellen (FÖS), nutze ich hier einen Mittelwert von 1.000 Euro pro Kilowatt als Annahme für die zu erwartende Förderhöhe. Bei einer technologienoffenen Ausschreibung könnten Speicher diese Kosten auf 3,6 Milliarden Euro senken. Das theoretische Einsparpotenzial liegt damit bei 4,4 Milliarden Euro.
Natürlich können Gasturbinen ihre Leistung deutlich länger als zehn Stunden abrufen – vermutlich auch über mehrere Tage, sofern genug Brennstoff verfügbar ist. Speicher können solch hohe Energiemengen, zumindest auf absehbare Zeit, noch nicht wirtschaftlich zwischenspeichern. Für den in der Ausschreibung genannten Mindesterbringungszeitraum von zehn Stunden wären Speicher allerdings technisch vollkommen geeignet und im hier gezeigten Vergleich klar günstiger.
Fazit zum Mix aus Gas und Technologieoffenheit
Die Kombination aus gasbasierter steuerbarer Leistung und technologienoffener Ausschreibung halte ich grundsätzlich für sinnvoll. Sie schafft Versorgungssicherheit und bietet Raum für technologische Entwicklungen. Ob die gewählte Aufteilung von acht Gigawatt an Gaskraftwerken vs. zwei Gigawatt an technologieoffener Ausschreibung die beste Lösung ist, müsste aus meiner Sicht noch belegt werden. Speicher werden aufgrund der sinkenden Kosten in Zukunft jedoch einen deutlich größeren Beitrag zur Systemsicherheit leisten.
— Der Autor Christian Schäfer berät Investoren, Projektentwickler und energieintensive Unternehmen bei Investitionen in Großspeicher. Außerdem betreibt er die unabhängige Analyseplattform Regelleistung-Online. Zuvor war er Senior Berater bei der Arup Deutschland GmbH, Mitbegründer der Adaptive Balancing Power GmbH und Portfoliomanager im Kurzfristhandel bei der MVV Energie AG. —
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Vielleicht nur zum Teil im Thema drin, aber absolut sehenswert, möchte ich an der Stelle eine Wissenschaftssendung des WDR den Lesern ans Herz legen. „Quarks“.
Titel der Sendung: Energie der Zukunft: Wie wir Strom neu denken
In der Sendung wird einem das Thema Strom sehr anschaulich und von allen Seiten betrachtet, nähergebracht.
https://www.ardmediathek.de/video/quarks/energie-der-zukunft-wie-wir-strom-neu-denken/wdr/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWJpbmFyeUltcG9ydGVyLWQ1MzlhY2U2LTM0NDEtNGRiYi1hN2VhLWVjOTUzMmRmN2EyNQ
Vielleicht hilft es ja, allen Seiten, die Zukunft beim Thema Strom besser zu verstehen.
Sendezeit knapp 45 min.
Viel Spaß
Das ist ein nicht überraschender Versuch, Batterien gegenüber Gaskraftwerken schön zu reden. Aber eine Volkswirtschaft wie die unsrige ist auf Stromversorgung während 365 Tagen im Jahr angewiesen, was Batterien nicht leisten können. Klar, Strom von Gaskraftwerken erzeugt ist teuer. Vielleicht ist es billiger, die bestehenden Kohlekraftwerke aufzurüsten und sie solange zu betreiben, bis moderne AKW übernehmen können.
Kohlekraftwerke? Neue AKWs? Klimawandel? War da was?
Womit sollen die Kohlekraftwerke aufgerüstet werden und welche modernen AKWs sollen übernehmen? SMRs vielleicht? Oder sollen wir lediglich auf die neuen Fusionskraftwerke warten, die es laut Politik ja schon BALD geben soll?
Und BMW spricht von modernen, effizienten Verbrennungsmotoren ….
Dabei haben wir die 1,5 Grad bereits gerissen, die vor fast genau 10 Jahren im Pariser Klimaschutzabkommen als Grenze gehandelt wurde.
Dont’t look up und immer weiter so….
Wow, ich glaube es kaum
Kohlekraftwerke für Dunkelflaute statt neue (Fracking-)Gaskraftwerke, wenn deren Laufzeit durch schnellen Ausbau von Wind- und PV-Strom plus Speichern auf wenige Tage im Jahr beschrenkt wird.
AKW sind keine Option mehr! Nicht weltweit und schon gar nicht in Deutschland.
Kein AKW wird finanziert werden, wenn es nur ein paar Tage im Winter laufen soll.
Ab welcher Stückzahl werden SMRs billiger (als ohnehin schon teure) konventionelle AKWs?
Natürlich sind kohlekraftwerke billiger als Speicher. Aber ist das ihr ernst? Selbst wenn wir jetzt das Ruder wieder rum legen würden und dann sagen wir konzentrieren uns auf moderne AKWs, dann wäre bestenfalls das erste in 30 Jahren soweit dass es ans Netz gehen könnte. Und das nur wenn man den Widerstand der Bevölkerung außen vor lässt. Ich kann mir nicht vorstellen dass sie in AKW vor der haustür haben wollen. Auch wenn es noch so modern ist. Auch aus den neuen AKWs die unseren derzeitig zwischengelagerten Müll eventuell reduzieren könnten kommt noch Müll raus, zwar weniger aber auch der muss endgelagert werden, geht das bei ihnen in der Umgebung?
Wir haben seit 50 Jahren noch nicht die endlagerproblematik gelöst meinen Sie denn das wird in den nächsten 50 Jahren passieren?
Und bis dahin wollen sie dann noch kohlekraftwerke ihren Dreck in die Luft pumpen lassen. Dass wir ständig auf billig gucken, ist doch genau das was uns in die jetzige Situation gebracht hat. Wenn die Ende der 70er Jahre den Wissenschaftlern gefolgt wären und hätten da langsam umgestellt auf sinnvolle Technologien, dann hätten wir jetzt nicht diesen Stress. Hätten nicht unsere technologieführerschaft auf den Spiel auf das Spiel gesetzt und „made in Germany wäre immer noch ein Statement und keine Farce“. Wenn die ganzen Schlechtschwätzer und pessimisten nicht wären, die in eder Veränderungen und jede Neuerung erstmal ein Problem sehen, dann ging es unsere Heizungsbranche heizungsbranche auch besser. Und die Automobilbranche würde auch schneller auf auf E-Autos umstellen wollen und können. Eine Aufholjagd für Mercedes BMW und Co hätte gar nicht stattfinden müssen. Eine Aufholjagd wie sie im übrigen gerade BMW sehr eindrucksvoll hinlegt. Die Speicher werden immer sauberer und immer billiger, jeder bisschen rechnende Mensch sich zu Hause so ein Ding hinstellt. Noch nicht mal um damit Geld zu verdienen, sondern einfach nur dann den Strom zu kaufen wenn er billig ist und im überfluss vorhanden. Selbst wenn man keine PV-Anlage auf dem Dach hat. Obendrein weiß man dass die kohlekraftwerke nicht flexibel genug sind. Das sind grundlastkraftwerke und nicht dazu geeignet um Schwankungen auszugleichen. Genau wie AKWs die kann man nicht einfach hoch und runter fahren wie es gerade der Markt braucht. Bei Gas geht das. Und daher ist in diesem Bericht Gas mit Speichern verglichen. Und offensichtlich bis zehn megawattstunden sind die Speicher voll im Spiel.
Sorry, aber Gaskraftwerke sind KEINE Grundversorger – den Strom daraus könntest du nicht bezahlen.
Sie sind schon immer (!) reine Spitzenlastkraftwerke, die Bedarfssspitzen bedienen.
Spitzen sind aber per Definition keine Dauerlast, sondern eben sehr kurzzeitig. Deswegen auch die genannte 10-Stunden-Anforderung.
In der Vergangenheit war das mit der Trägheit der Grundlastkraftwerke (Kohle und Atom) begründet, denn diese Dauerläufer lassen sich nunmal nicht flexibel an den schwankenden Bedarf anpassen. Auch die vielbemühten „rotierenden Massen“ dieser Kraftwerke können nur Schwankungen im Sekundenbereich ausgleichen.
Um Bedarf und Produktion immer im Gleichgewicht zu halten, mussten die Netzbetreiber SCHON IMMER Speicher einsetzen. Batterien waren bisher einfach nur viel zu teuer dafür, obwohl sie technisch die perfekteste Lösung für das Problem sind: sie lassen sich in Millisekunden über ihren gesamten Leistungebereich regeln. Das kann keine andere Technik leisten (nur deswegen brauchte es bisher die Massenträgheit der Turbinen).
Größtes Problem früher war die geringe Nachfrage in den Nachtzeiten – Kraftwerke runter zu fahren ist unwirtschaftlich, aber irgendwo musste der Strom ja hin. So wie er irgendwo her kommen muss, wenn die Nachfrage die Erzeugung übersteigt.
Ob man den Strom nun in Wasser speichert (Pumpspeicher) oder in Wasserstoff oder direkt elektrisch in Batterien macht prinzipiell nicht den geringsten Unterschied. Wichtig ist nur, dass es genügend Regelenergie gibt.
Und wenn Batterien den Job billiger machen als z.B. Gaskraftwerke, dann sind sie eben die wirtschaftliche Wahl. Ganz ideologiefrei.
Übrigens: perspektivisch MÜSSEN die Gaskraftwerke ja mit Wasserstoff laufen (sonst nix EU-Klimaziele). Und damit werden sie lupenreine EE-Stromspeicher – nur eben sehr ineffizient, da sie rund die Hälfte des Stroms verlieren. Batterien verlieren nur etwa 10%.
Sie funktionieren dann genauso wie jeder andere Speicher: EE-Überschuss-Strom wird gespeichert und wieder zur Verfügung gestellt – nur mit dem Umweg über Elektrolyseur, Verdichter/Kryo-Verflüssiger, Lagerstätten, Pipelines, Lkw, Lagerstätten, Brennstoffzellen. Aber sie sind trotzdem nichts anderes als Batterien.
„…bis moderne AKW übernehmen können.“
Das wäre dann so um 2070-2100 rum, ja?
PS: wir nennen sie nicht mehr AKW, sondern KKW.
Im Vergleich zu Fracking-LNG-Gas steht Kohle in der Klimabilanz gar nicht so viel schlechter da. Und die mangelnde Flexibilität kann man locker mit Batterien ausgleichen, die eben nicht nur Kohle-Strom sondern wann immer verfügbar eben auch erneuerbare Energien puffern können…
Hi; ich kann Daniel auch nur zustimmen.
Bestehende KohleKraftwerke als Reservekraftwerke einzusetzen ist auch aus meiner Sicht eine sehr gute Alternative.
Eventuell sollten Speicher für die erforderliche Hochlaufzeit nachgerüstet werden.
Der Ausstieg aus Kohle wäre weiterhin nur für den dauerndhaften Betrieb der KKW als gültig zu deklarieren.
Aber Kohle wäre in EU und auch auf dem Weltmarkt weiterhin Verfügbar.
Umweltbilanz für die wenigen Laufzeitstunden im Falle eines Blackout völlig zu vernachlässigen.
Fracking-Gas mit seiner vollständigen Lieferkette dürfte nicht unbedingt besser dastehen
Ich muss gestehen ich hab’s mir noch nicht Mal wirklich angesehen was die CDU da diesmal wieder abgeliefert hat. Aber nach dem blödsinn den die im Wahlkampf teilweise von sich gegeben haben, rechne ich sowieso damit, dass es eine Wirtschaftliche voll Katastrophe werden wird und min die hälfte davon sowieso komplett umsonst gebaut werden.
Sty aber ich kann die CDU bei dem Thema einfach nimmer ernst nehmen, aber so schlimm wie 2-3 neue AKWs wird’s schon net werden. Aber egal zumindest haben wir dann in Ö wieder was worüber wir uns bei den deutschen lustig machen können.
Neue Kraftwerke für Dunkelflauten sollten auch so gestaltet sein das die mit wenig Personal auskommen, da ist Braunkohle schon mal komplett raus.
Existierende Steinkohlekraftwerke sind aus meiner Sicht eher kein Problem wenn die eh nur die meiste Zeit stillstehen. Und es wird auch zusätzlichen Bedarf an Fernwärme geben.
Die Kohle Lobby schiebt mal wieder Überstunden in den Kommentaren. Niemand braucht oder will diese Dreckschleudern noch.
Grundsätzlich ist die vorgestellt Systematik die Zukunft der Energieversorgung, die über Strom laufen wird.
Es werden keine Gas- und Dampf-Turbinen mehr laufen, sondern volatile EE-Stromerzeuger. Das auch, weil die Wasserstoff-Strategie nicht dafür taugt, die Verbrennungstechnologie fortzusetzen.
Aufgabe ist, die Volatilität der Erzeugung mit der Volatilität der Nutzung zu synchronisieren, um die Versorgungsicherheit zu gewährleisten und dafür sind die Speicher in einem Intelligenten, passenden Netz die Instrumente.
Die vorgestellte Kostenschätzung für die angesetzten Batteriespeicher ist unvollkommen, da die Batteriespeiche mit Li und Na eine volle Funktionsfähigkeit nur für Zehn Jahren haben, was sich auch kaum verbessern wird. Die Kosten werden also mindesten das Vierfache sein.
Aber neben den Batteriespeichern gibt es insbesondere fur die erforderlichen großen GWh Kapazitäten, Speicher auf Basis PtM,
wie z. B. CCWPS, die hier wirtschaftlich was in Ordnung bringen können.
Jetzt führt der Batteriespeicher-Hype erstmal in eine Sackgasse.
Für jede Speicherdauer wird unterschiedliche Speichertechnologien relevant. Daher halte ich Ihre Antwort für sehr pauschal.
Wir sind noch in der Phase in der vielleicht ein halber Tag überbrückt werden muss. Da sind Li- oder Na-Batterien eine sehr gute Wahl und werden auch schon in GWh-Größe (nicht kWh oder MWh) weltweit gerade installiert. Die von ihnen angesprochene Haltbarkeit von 10 Jahren bezieht sich auf eine tägliche genutzte Batterie. Bei deutlich niedrigeren C-Raten ist die Belastung für die Batterie geringer und damit auch die Haltbarkeit höher. Zudem haben sich die Batterie bereits weiterentwickelt.
Die richtigen Herausforderungen kommen, wenn wir z.B. 10 Tage am Stück überbrücken müssen. Da kommen die von Ihnen angesprochen anderen Technologien in Frage. Aber auch Wasserstoff kann da eine Rolle spielen. Es geht ja um geringe Strommengen, wenn so ein H2-Kraftwerk nur 1 oder 2 mal im Jahr länger laufen muss. Dann spielt die Leistung keine Rolle mehr, sondern nur welche Technologie die günstigen kWh-Speicherkosten über ein Jahr hat. Wenn die anderen Speicher nicht merklich unter 50 €/kWh kommen, dann bleibt Wasserstoff in Kavernen gespeichert eine valide Option.
Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu. Aber ich würde nicht sagen dass der batteriespeicher halt in die Sackgasse führt, bin mittlerweile wissen wir ja dass die Batterien deutlich länger als 10 Jahre halten, vor allem lithium eisenphosphat.
Aber auch natriumion Batterien werden im Signal Zukunft eine Rolle spielen, jetzt schon eine deutlich längere Lebensdauer ab. Und danach will in der Regel einzelne blocks ersetzt und nie das ganze Kraftwerk. Was dann meistens auch nicht zum langen Stillstand führt. Macht’s halt deutlich flexibler. So nach dem Motto: oh der eine Block läuft aus der Toleranz, na dann bestell ich mal einen neuen und in naher Zukunft wird der ausgetauscht damit das Kraftwerk wieder 100% Kapazität hat. Da kommt dann ein normaler Sattelzug und ein passender Kran. Der speicherblock wird vom Netz getrennt, und wird einfach durch einen neuen ersetzt. Das dauert noch nicht mal einen Tag.
Aber wie sie schon völlig richtig gesagt haben es gibt auch andere Technologien wie flussbatterien z.b. siehe cmblue in Alzenau die nicht nur mit kurzzeitspeichern dienen können.
Wenn die Leute über eine Wasserstoff strategiephilosophieren muss ich leider immer ich schmunzeln. Bevor wir nicht unsere schwerindustrie auf Wasserstoff zum Heizen umgestellt haben, und diesen Wasserstoff dann auch noch grün herstellen, brauchen wir uns doch um Wasserstoff als speichermedium für kraftwerke gar keine Gedanken machen. So viel Strom zuviel haben, um ausreichend grünen Wasserstoff für unsere schwerindustrie herzustellen das dauert noch locker 30 Jahre.
Ich möchte Christoph in vollem Umfang zustimmen. Und noch was hinzufügen. Die Speicher halten definitiv länger als zehn Jahre das lernen wir jetzt schon bei den Autos mit deutlich höheren Belastungen der Akkus. Und selbst wenn Batterien gegen Ende ihrer laufzeit gehen fallen sie doch nicht alle auf einmal aus. Sobald ein Container aus den Toleranzen rausfällt, wird der einzelne Block einfach ersetzt.
Das geht schnell und quasi im laufenden Betrieb. Ja das erhöht zwar die Kosten pro kilowattstunde, unterm Strich sollte das aber nicht so wahnsinnig viel sein. Da wird die geringe Ausfallzeit eines Batteriespeichers, welche auch mit hohen Kosten verbunden ist, das ganze wieder ins Lot bringen.
Zum Vergleich: Die Erdgasspeicher in D haben eine Kapazität von ca. 260TWh.
Ja, aber damit wird ja auch geheizt, nicht nur Strom erzeugt (genau genommen geht nur wenig davon in die Stromerzeugung: 80TWh).
Da Wärmepumpen irgendwo zwischen 15 und 30% der Energie brauchen, würden 30-60TWh Batterien die 1:1 ersetzen.
Nur ist das eben nicht notwendig, da Wärmepumpensysteme nicht wie Gasheizungen laufen. Die können ihren Bedarf in Grenzen an die Stromverfügbarkeit anpassen. Der reale Bedarf an Regelenergie dürfte damit eher im Bereich 10-15TWh liegen.
Das ist ein weit verbreiteter Fehler – fossile Primärenergie als Bedarf im Kontext der Energiewende anzusetzen. Der Bedarf sinkt jedoch dramatisch mit der Elektrifizierung.
Ja und ein Teil davon gehört Händlern die nicht mal in Deutschland sitzen und ein Großteil davon wird im Winter verheizt und verfeuert.
Was soll denn diese Aussage?
Wie ist denn die weitere Anforderung an so ein Kraftwerk definiert. Müsste es, als Speicher ein Grünstromspeicher mit z.B. 1Mw/10Mwh sein? Die folge wäre, das zumindest bei aktuellem Wetter dahinter eine 100Mwp PV-Anlage oder ein Hybrid aus WKA und PV stehen müsste. Oder ist auch Graustrom zulässig?
Natürlich sollten wir die bereits vorhandenen Kohlekraftwerke unbedingt stehen lassen und bedarfsgerecht weiterbetreiben! Allerdings CO2-neutral Eisen darin verbrennen. Die Technik dafür hat die TU Darmstadt entwickelt, dort läuft auch eine Pilotanlage im Projekt „Clean Circles“. Klar ist der Gesamtwirkungsgrad schlechter, weil Verbrennungsprozess… Aber der Umbau geht vergleichsweise schnell, denn die Kraftwerke, Netzanbindung etc. stehen jetzt schon betriebsfertig rum…
https://www.tu-darmstadt.de/clean-circles/about_cc/index.de.jsp
Ein Besuch der Anlage von Breaking Lab:
https://youtu.be/NtRMtr9w2zM?si=PN5hmr-Aq8gpZi-W
PV-Magazine berichtet doch auch darüber:
https://www.pv-magazine.de/unternehmensmeldungen/metalle-als-saisonaler-energiespeicher-tu-darmstadt-veroeffentlicht-ee-insight-paper/
Viele Träumereien hier. Batteriespeicher für 10 Stunden und dann? Wie lange gehen denn die Dunkelflauten oft? Wir sind jetzt schon von unseren Nachbarn abhängig.
Politischer Größenwahn hat Deutschlands Wohlstand nachhaltig zerstört. Es gibt kein Zurück mehr. Eigentlich können wir uns jetzt schon keinen Umweltschutz mehr leisten. Genauso wenig 80 Mil. Einwohner.
Dauert die Dunkelflaute länger als 10 Stunden, wird sofort gegen Dunkelflaute demonstriert…. Omas gegen Dunkelflaute… Ganz Gießen hasst die Dunkelflaute usw…. Dann wird es schon… Wie und mit welchem Strom die Speicher gefüllt werden, kann man klären, wenn man sie hat, wir schaffen das.
Wenn jetzt mal 20 Stunden Dunkelflaute ist und dann 2 Stunden keine und dann wieder 10 Stunden Dunkelflaute… naja… für solche Fälle einfach mehr Speicher bauen… oder nochmal demonstrieren!
Das Problem ist männlich: Nicht umsonst heißt es ja DER Speicher!
In diesem Sinne viel Spaß, ich gucke mir das alles in Ruhe an. Wichtig: Wenn wir so im März/April 4 Mio. Arbeitslose haben, ist es wieder keine gewesen. Klimaziele werden isoliert gesehen erfüllt, jetzt nur noch die Inder am Wachstum hindern und denen Wohlstandszuwachs verweigern… Dann klappt’s auch mit dem Zeh o zwei….
Ich glaube nur ein Kommentar hat die Dunkelflaute erwähnt. Sie ist das Hauptproblem, das mit Batterien niemals lösbar sein wird, da Dunkelflauten von wenigen Tagen bis zu zwei Wochen am Stück (Jan. 2017) dauern können. Auch vor und nach Dunkelflauten ist das Wind u.PV Angebot schwach, also besteht in dieser Zeit so gut wie keine Chance, Batterien wieder aufzuladen.
Harald Lesch, der leider viel Unsinn erzählt, hat neulich in „Die Wahrheit über die Energiewende“ gesagt, dass für eine EW der Strombedarf von derzeit ca.230 TWh auf ca. 750 TWh anwachsen würde. Das deckt sich mit meinen Berechnungen für Österreich, in der ich ebenfalls auf eine ca. Verdreifachung komme, sogar mit den effektivsten Ansätzen. Das ist demnach der Mindestbedarf! Deutschland hat in Richtung Energiewende überhaupt noch nichts erreicht, D hadert immer noch mit den Ersatz für die sinnlos abgeschalteten und stillgelegten AKW und Kohlekraftwerke, die man teilweise schon gesprengt hat.
Warum kann man Three Mile Island wieder reaktivieren? Weil man diese AKW wie viele andere stillgelegte erst einmal ruhend gelegt hat, damit die erste Strahlung abklingen kann. Hätte man das in D auch so gemacht, wären fast alle 19 AKW noch reaktivierbar, sollten einige dann doch abgerissen werden, wären die Kosten weit geringer.
Deutschland hat sich mit falschen politischen Entscheidungen selbst in diese Sackgasse manövriert, die Medien haben fleißig mitgeholfen.
Sie schimpfen auf die Medien, bedienen sich aber ebenso der emotionalen Sprache „überhaupt noch nichts erreicht“, „sinnlos abgeschalteten und stillgelegten AKW und Kohlekraftwerke“, „Sackgasse“.
Fakt ist: Deutschland hat schin sehr viel erreicht
– Anteil erneurbare an der last: https://www.energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE&year=2025
– Reduktion der CO2-Emissonen der Stromerzeugung: https://www.energy-charts.info/charts/co2_emissions/chart.htm?l=de&c=DE
– durch das EEG hat Deutschland den Grundstein gelegt für Innovationen im Bereich PV und Wind, es wurde im Ausland oft kopiert, und die beiden Branchen sind global heute die stärksten Bereiche im Kraftwerksneubau – z.B. Griechenland, aber natürlich auch China.
Dass Atomkraft nicht die Lösung ist, haben die meisten Länder und Konzerne schon verstanden: weder verlässlich (Kühlwassermangel wie vor wenigen Jahren in Frankreich), sicherheitstechnisch im Konfliktfall (Saporischschja), Unklarheit über die Herkunft des Urans, angebliche CO2-Freiheit (genaueres z.B. in https://wua-wien.at/images/stories/publikationen/studie-energiebilanz-nuklearindustrie-kurzfassung.pdf), und vor allen Dingen das Märchen vom günstigen Atomstrom: selbst die EnBW, die das letztte AKW in DE betreiben hat, ist dieser Meinung:
[https://www.enbw.com/unternehmen/themen/klimaschutz/kernkraft-kosten.html].
Und alte AKW weiterlaufen zu lassen: Brennstäbe nicht verfügabr, sicherheitstechnische Nachrüstungen extrem teuer, und trotzdem aht man dann alte, nicht regelbare Grundlastkraftwerke… die heute keiner mehr braucht.
Fazit: AKW sind keine sinnvolle Antwort auf eine Dunkelflaute von wenigen Tagen bis Wochen!!!
Nein… die Dunkelflaute ist ganz und gar nicht das Hauptproblem, wenn sie im Jahr nur 5-10% ausmacht. Dieser Fetisch, sich auf den schwierigsten Teil direkt zu Beginn zu stürzen, obwohl er der kleinste ist und wir noch 20 Jahre Zeit zur Deckung haben, kann ich in keinster Weise nachvollziehen und dient nur der Diskreditierung des gesamten Projektes. Wir „haben“ noch viele Jahre das fossile Backup und wir werden es noch so lange behalten, wie es notwendig ist… also wovon reden Sie überhaupt?
Die 20 Jahre können wir bestens nutzen, indem wir das Backup wie die Erneuerbaren dezentral aufbauen… immer bestens dosiert und hocheffektiv auf die Region bezogen. Das ist am Ende sogar ein riesiger Vorteil, denn es spart Netzausbau und es ermöglicht die bedingungslose Vorfahrt für 90-95% der Energiewende. Außerdem bekommt man damit ein Netz, das sicherer und resilienter ist, wie es niemals mit alten zentralen Methoden sein konnte.
Sie… wie die gesamte konservative Ecke… bauen mit Dunkelflautenpanik einen Popanz auf, den es nicht gibt. Sicher sind diese 5-10% Versorgungssicherheit ein Verlustgeschäft, das staatl. Subventionen bedarf… man kann es aber mit niedrigen Fixkosten so gestalten, dass es überhaupt kein Problem ist, über eine sehr geringe Abgabe von den 90-95% EE-Wertschöpfung, dieses Backup zu finanzieren.
Darum kann heute und die nächsten 10-15 Jahre nur der absolute Fokus lauten, Dynamik über EE, Speicher und die flex. Nachfrage zu schaffen und nicht ständig diese völlig sinnlose Schwurbelmaschine anzuschmeißen, was im Anteil am kleinsten und am weitesten weg ist und „noch“ völlig irrelevant ist. Von mir aus können wir auch noch Kohle (in Kombi mit Batteriespeicher) bis 2038 als Backup behalten, wenn nur der Anteil auf <5% eingestampft wird und dafür die vielzähligen dezentralen Backup-Möglichkeiten Raum und Zeit bekommen.
@Detlev, K
Sehr gut dargestellt; volle Zustimmung!
meinen Herzlichen Dank
Das Ärgerliche am Artikel ist, dass hier ein Gegensatz konstruiert wird, der so gar nicht existiert. Natürlich sind Batteriespeicher sinnvoll und wichtig – aber sie erfüllen eine völlig andere Aufgabe als Gaskraftwerke. Speicher glätten Tageslasten und Spitzen, während Gaskraftwerke als „Feuerwehr“ für einige hundert Stunden im Jahr gebraucht werden, wenn überregional weder Wind noch Sonne verfügbar sind.
Diesen Teil der Kapazität kann ein Speicher nicht ersetzen, egal ob 4 oder 10 Stunden. Genau hier fehlt es Deutschland in den kommenden Jahren ohnehin erheblich an steuerbarer Leistung. Wer so tut, als ließen sich Gaskraftwerke durch Batterien komplett einsparen, übersieht die Realität der Dunkelflauten und der Versorgungssicherheit.
Das ist nicht richtig… die aktuell täglich hohen Preishübe morgens und abends wegen des Einsatzes von Gaspeakern können im Jahr zu einem großen Teil mit Speicher verhindert werden, im Jahr 2045 zu 90-95%. Selbstverständlich ist dieses Ziel wirtschaftlich nur mit Speichern zu erreichen, sodass Gas nur noch in Dunkelflauten größer als 10-24h (je nach Speichermenge) eingesetzt werden muss.
Zum zweiten sorgen Battteriespeicher selbst in Dunkelflauten dafür, dass „Spitzenlast“-Kraftwerke weniger gebaut werden müssen. Niemand bestreitet, dass wir in diesen Zeiten Gas brauchen werden, aber nur so viel, dass die Energiemenge auf 24 Stunden bezogen ausreicht. Batterien können so (in Dunkelflauten) täglich mit Gaskraft in den Senken (meist nachts) aufgeladen werden, um dann am Tage das Netz auszuregeln und alle Spitzenlast abzudecken. So braucht es nicht mehr zusätzliche Kraftwerke für die Spitzenbedarfe. Das sind immerhin 20-30% weniger an Kraftwerkskapazität.
@D.K.: Auch sie konstruieren einen Widerspruch zu meiner Aussage, den den gar nicht gibt.
Tatsache ist, dass die Gaskraftwerke von morgen nicht existieren und gebaut werden müssen.
Sie wollen etwas einsparen was es nicht gibt?!
Kein Widerspruch. Ich rede von nichts anderem, als von dem „Zubau“ an residualen Kraftwerken, der in den nächsten 10-15 Jahren noch kommen muss. Und selbstverständlich kann man da schon von vorneherein einiges einsparen, wenn man das Backup-Konzept dezentral und mit üppig Batteriespeicher an den strategisch wichtigen Stellen (bei Erzeuger UND Verbraucher) einplant.
Wir brauchen sicher auch ein paar große GUD Kraftwerke neben hotspots, der Schlüssel für niedrige Kosten sind aber aus meiner Sicht dezentral verteilte (billigste) Gasturbinen direkt neben EE und Speicher vor Ort in einem Energiemanagement verknüpft… das ist effektiv, sehr sicher, es spart Spitzenlast-Kraftwerke und es spart auch einiges an teurem Netzausbau, wenn vor Ort autarke Zellen ohne Abhängigkeit von dicken Leitungen wirken können.