Projektentwickler verdienen in der Regel zwischen 50.000 und 90.000 Euro

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Der Beruf des Projektentwicklers hat einen großen Auftrieb erfahren. Das ist das Ergebnis der Vergütungsstudie 2024, die die Callidus Akademie veröffentlicht hat. „Der erhöhte Bedarf nach qualifizierten Projektentwicklern spiegelt sich auch in steigenden Löhnen wider“, schreibt die Studienautorin Miriam Heinzl. Betrachtet man die mittlere Hälfte der Einkommen, lag es im Jahr 2023 zwischen 50.000 und 90.000 Euro. Davon sind über 90 Prozent ein Fixgehalt. Die Ausreißer sind allerdings groß. Betrachtet man alle 97 Befragten, reicht die Spanne von 38.000 bis 720.000 Euro. Der Median liegt bei 73.500 Euro. In einer vergleichbaren Studie im Jahr 2016 lag er noch bei 60.500 Euro.

Dass die Gehälter verhältnismäßig stark gestiegen sind begründen die Studienautoren so, dass Projektentwickler eine zentrale Rolle bei der Umsetzung von Photovoltaik- und Windprojekten haben. Die Tätigkeit ist dabei komplex und betrifft viele Bereiche. Projektentwickler benötigten „neben einem soliden technischen und kaufmännischen Know-how insbesondere ein ausgeprägtes Geschick im Führen von Verhandlungen, hervorragende zwischenmenschliche Kompetenzen und die Fähigkeit des komplexen Stakeholder-Managements.“

Jonathan Lichter, geschäftsführender Gesellschafter der Callidus Akademie und der Schwestergesellschaft und Personalberatung Callidus Energie, sieht dabei auch einen bereits länger anhaltenden Trend zu höheren Einstiegsgehältern. Allerdings scheinen weder die Berufserfahrung noch die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder die Größe des Unternehmens in einem signifikanten Zusammenhang mit der Vergütungshöhe zu stehen. Auch ist die Projektenwicklung ein typischer Quereinsteigerjob. Knapp die Hälfte der Befragten ist vorher einer anderen Tätigkeit nachgegangen.

Bonuszahlungen werden unterschiedlich gehandhabt

Der Bonus hängt dabei von unterschiedlichen Faktoren ab. 27 Projektentwickler berichten, dass ihr Bonus von qualitativen individuellen Zielen abhänge. 26 sagen, dass finanzkennzahlenbasierte Unternehmensziele entscheidend seien, und bei 23 geben an, es bestehe eine Abhängigkeit von qualitativen Unternehmenszielen.
In der Umfrage wurden Projektentwickler für Photovoltaik und für Wind gemeinsam betrachtet. Generell scheinen diejenigen für Photovoltaik einen höheren akademischen Abschluss zu haben als diejenigen für Windkraft. In Westdeutschland liegen die Gehälter höher als in Ostdeutschland und das Gender-Pay-Gap existiert auch hier: Frauen verdienen im Durchschnitt ein Viertel weniger.

Befragt wurden 76 männliche und 19 weibliche Projektentwickler, zwei machten zum Geschlecht keine Angabe. Im Durchschnitt sind sie 37 Jahre alt und haben siebeneinhalb Jahre Berufserfahrung in dieser Tätigkeit. 36 Prozent entwickeln im Bereich Photovoltaik.

Die Langfassung der Studie mit genaueren statistischen Kennzahlen zu dem Zusammenhang zwischen dem Gehalt und verschiedenen personen-, unternehmens- und positionsbezogenen Faktoren, eine Diskussion der Erkenntnisse und allgemeine Hintergründe zur Studiendurchführung kann auf der Webseite der Callidus Akademie erworben werden.

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