Wood Mackenzie erwartet weitere Konsolidierung im Wechselrichtermarkt
Preisdruck und starker Wettbewerb werden einem neuen Bericht von Wood Mackenzie Power & Renewables zufolge zu einer weiteren Konsolidierung in der globalen Photovoltaik-Wechselrichterindustrie führen. Das Beratungsunternehmen geht davon aus, dass der Wert des globalen Wechselrichtermarktes bis 2024 weiter sinken wird, obwohl die Auslieferungen weiter wachsen werden. “Die Gesamteinnahmen der fünf größten globalen Photovoltaik-Wechselrichteranbieter sind im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent gesunken”, so die Analysten. Chinas Wende bei der Solarförderung Ende Mai 2018 hat den Preisdruck in der Branche verstärkt. “Der Preisdruck auf dem Wechselrichtermarkt ist ziemlich konstant, aber 2018 gab es einen besonderen Druck auf die Anbieter”, analysiert Wood Mackenzie.
Infolgedessen haben die chinesischen Wechselrichter-Hersteller begonnen, in weitere Überseemärkte zu expandieren. Dies hat die Verkaufspreise sinken lassen, während die chinesischen Hersteller ihren Anteil am Weltmarkt von 22 Prozent im Jahr 2017 auf 28 Prozent im vergangenen Jahr gesteigert haben. “Chinesische Unternehmen haben im vergangenen Jahr ihre Marktanteile in Europa, Lateinamerika und dem Nahen Osten ausgebaut”, sagten die Analysten weiter.
Den größten Umsatzrückgang in den nächsten fünf Jahren erwarten die Hersteller von Zentralwechselrichtern und dreiphasigen Geräten. Photovoltaik-Unternehmen, die Mikroinverter, einphasige Stringwechselrichter, DC-Optimizer und hybride Speicherwechselrichter herstellen, können ihren Umsatz steigern. Allerdings die Größe der jeweiligen Märkte, die sie mit ihren Produkten adressieren, werde sehr begrenzt bleiben.
Konsolidierung noch nicht abgeschlossen
Die Autoren des Berichts sehen im Verkauf des ABB-Wechselrichtergeschäfts an den italienischen Hersteller Fimer und den Ausstieg von Schneider Electric aus dem Großwechselrichtergeschäft die Bestätigung für die erschwerten Rahmenbedingungen. “Andere Unternehmen reagieren auf den Preisdruck, indem sie ihre IoT-Plattformen ausbauen oder Akquisitionen tätigen, um zusätzliche Dienstleistungen anzubieten”, fügten die Analysten. Bestes Beispiel dafür sei Solaredge, das versucht, durch eine Reihe von Akquisitionen ein umfassendes Smart Energy-Unternehmen zu werden. “Der Markt wird in Zukunft aufgrund des Preisdrucks voraussichtlich eine weitere Konsolidierung erfahren, insbesondere wenn es den Unternehmen nicht gelingt, ihre angebotenen Leistungen zur Aufrechterhaltung der Profitabilität zu erweitern.”
Huawei, Sungrow und SMA waren die drei größten Wechselrichter-Anbieter bezogen auf die Lieferungen im vergangenen Jahr, erklärte Wood Mackenzie in einem Bericht im Mai. Seit 2016 liegen sie auf den ersten drei Plätzen. Die Analysten erklärten weiter, dass der gemeinsame Marktanteil der fünf größten Wechselrichterhersteller – ergänzt durch Power Electronics und ABB – ihren gemeinsamen Marktanteil im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit sechs Jahren gesunken ist. Deckten sie 2017 noch 62 Prozent der globalen Nachfrage, waren es 2017 nur 56 Prozent.
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[…] Während China die CAPEX für Module und Wechselrichter im Alleingang reduziert, hat Europa langsam, aber sicher verstanden, dass Hardware nicht der heilige Gral ist – ganz allgemein gesprochen. Der Aufstieg von Huawei, Sungrow und Co. wird nicht durch zusätzliche Forschungs- & Entwicklungsausgaben oder die Optimierung der Lieferkette aufgehalten. Die Auswirkungen kennen wir bereits: Solarworld, ABB, Schneider und KACO. Derzeit steht der globale Technologieführer SMA enorm unter Druck, so liest man es in der Presse. Wood Mackenzie bestätigt diesen Trend unlängst und erwartet eine weitere Konsolidierung im Wechselrichtermarkt. […]