98 Prozent und mehr

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Liebe Leserin, lieber Leser!

Sowohl Module als auch Wechselrichter werden je nach Betrachter gern als das Herz einer Photovoltaikanlage bezeichnet. Wie dem auch sei, eins steht fest: Ohne die Module geht gar nichts und ohne Wechselrichter kommt der Photovoltaikstrom nicht ins Netz. Wo er aber hingehört, damit wir die Energiewende so schnell wie möglich schaffen. Der eine ist also genauso wichtig wie die anderen. Nachdem wir im Dezember einen ausführlichen Blick auf die Technik, Kauf und Installation von Solarmodulen geworfen haben und eine große Marktübersicht im Heft hatten, sehen wir uns in dieser Ausgabe die Wechselrichter genauer an. Denn auch bei denen ist viel Musik drin, wird um jedes Quäntchen mehr an Leistung hart gekämpft. So konnten die Forscher vom Fraunhofer ISE einen neuen Weltrekord von 98,5 Prozent für den maximalen Wirkungsgrad bekannt geben (Seite 54). Auch zahlreiche Hersteller haben ihre Wechselrichter überarbeitet und bieten neue Modelle an (Seite 44). Darüber hinaus geben wir in unserem Spezial über Wechselrichter einen großen Überblick über die Technik hinter den einzelnen Systemen (Seite 46) und präsentieren Ihnen eine Marktübersicht mit wichtigen Kenngrößen von rund 350 Wechselrichtern (Seite 56).

Unser zweites großes Technikthema in diesem Heft sind Montagesysteme (Seite 64). In dieser Ausgabe widmen wir uns den Grundlagen der Aufdach- und Indachmontage. Im Märzheft folgen die Freiflächensysteme.

Was Besitzer von Photovoltaikanlagen zu beachten haben, wenn sie ihre Einkommenssteuererklärung machen, erfahren Sie ab Seite 78. Dabei geht es zunächst nur um die Frage, ob Einnahmen aus Gewerbebetrieb vorliegen oder nicht. Das ist nicht unwichtig, denn wer sie falsch beantwortet, macht sich der Steuerhinterziehung strafbar. Damit der Beitrag juristisch noch wasserdicht ist, können wir Ihnen einige Ausdrücke aus dem Steuerrecht leider nicht ersparen. Die Sprache der Juristen ist schon etwas speziell.

Gleiches kann man über die Äußerungen einiger Politiker sagen. Einzig die Beweggründe könnten unterschiedlicher nicht sein. Geht es den Juristen um die Exaktheit ihrer Aussagen, so wollen manche Politiker in ihren Reden nur ihre wahren Beweggründe verschleiern. Die Atomkraft im Kampf gegen den Klimawandel ins Feld zu führen, ist ein Paradebeispiel für so ein Täuschungsmanöver. Doch die Kernkraft ist nicht nur alles andere als CO2-frei, wenn man Bau und Betrieb in die Rechnung einbezieht. Sie sorgt indirekt auch für unsere immer höheren Strompreise. Denn mit den Milliarden aus steuerfreien Rückstellungsfonds für die Endlagerung von Atommüll und den Abriss von AKW haben die vier großen Energieversorger jahrelang kleine Konkurrenten aufgekauft und diktieren nun die Preise (Seite 20).

Einziger Trost: 2007 war ein Jahr der Rekorde für die erneuerbaren Energien (Seite 12). 9,1 Prozent unseres gesamten Energieverbrauchs kommt inzwischen aus erneuerbaren Quellen. Beim Strom sind es sogar 14,3 Prozent. Ganze 1,1 Gigawatt Photovoltaik-Leistung wurde 2007 neu installiert. Das sind gute Nachrichten für unsere Branche und für die Umwelt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass 2008 ein noch besseres Jahr wird!

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Karsten Schäfer

Chefredakteur

schaefer@photovoltaik.eu