Braunkohletagebau von RWE in Garzweiler

Die konventionelle Stromerzeugung belastet das Geschäft von RWE.
Foto: RWE

RWE senkt Nettoschulden und streicht Dividende

08. März 2016 | Märkte und Trends, Topnews

Der Essener Energiekonzern kämpft weiter mit der sinkenden Rentabilität seiner konventionellen Kraftwerke. Die erneuerbaren Energien konnten ihren Ergebnis 2015 dagegen verdoppeln und RWE-Chef Terium bezeichnet sie nun als "tragende Säule des Geschäfts".

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Im Gegensatz zum schleppenden fossilen Kraftwerksgeschäft haben sich die Ergebnisse im Bereich der erneuerbaren Energien 2015 bei der RWE AG drastisch verbessert. Das Ergebnis sei binnen Jahresfrist von 186 auf 493 Millionen Euro mehr als verdoppelt worden, teilte der Energiekonzern am Dienstag mit. RWE setzt dabei vor allem auf die Offshore-Windkraft. Insgesamt seien neue Windparks mit einer Gesamtleistung von etwa einem Gigawatt weltweit neu in Betrieb genommen worden. „Die erneuerbaren Energien entwickeln sich immer mehr zu einer tragenden Säule unseres Geschäfts“, sagte RWE-Vorstandschef Peter Terium. Sie hätten mittlerweile einen größeren Anteil am Erzeugungsportfolio als Gas und Atom. Das betriebliche Ergebnis aus der konventionellen Stromerzeugung hat sich RWE zufolge im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 543 Millionen Euro verringert.

Der Energiekonzern RWE hat im abgelaufenen Geschäftsjahr seine Nettoverschuldung um knapp ein Fünftel verringern können. Sie betrug zum Jahresende 2015 aber immer noch 25,1 Milliarden Euro, wie das Essener Unternehmen mitteilte. Zur Schuldentilgung habe vor allem der Erlös von 5,3 Milliarden Euro aus dem Verkauf der Tochter RWE Dea beigetragen sowie 1,4 Milliarden Euro aus weiteren Desinvestitionen. Der Energiekonzern habe zudem erste Erfolge aus seinem Effizienzsteigerungsprogramm erzielen können. Es sei ein „nachhaltiger Ergebniseffekt von 1,6 Milliarden Euro erreicht“ worden und damit 100 Millionen Euro mehr als geplant.

Zur weiteren Verbesserung des Ergebnisses habe RWE nun weitere Maßnahmen eingeleitet. Der Fokus liege dabei auf der umfassenden Restrukturierung des britischen Vertriebsgeschäfts sowie auf der konventionellen Stromerzeugung. Bis 2018 sollen damit 2,5 Milliarden Euro als Ergebniseffekt erzielt werden. Gerade mit Blick auf das schwächelnde Geschäft mit seinen fossilen Kraftwerken hatte RWE im vergangenen Dezember eine strategische Neuausrichtung eingeleitet. Diese liege „gut im Zeitplan“, hieß es. In einer neuen Tochtergesellschaft will RWE das Geschäft mit erneuerbaren Energien, Netzen und dem Vertrieb im In- und Ausland bündeln. Die Gesellschaft solle am 1. April an den Start gehen.

Zu den Zahlen aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr hieß es, dass RWE wie erwartet das operative Ergebnis aus 2014 habe nicht erreichen können. Die Ertragsziele seien aber trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen im Energiesektor erfüllt worden, so der Essener Konzern. Der Rückgang des EBITDA-Ergebnisses um zwei Prozent auf 7,0 Milliarden Euro sei sogar geringer ausgefallen als erwartet. Dabei hätten sich verschiedene Sondereffekte positiv ausgewirkt. Innerhalb der Prognose habe auch das Betriebsergebnis von 3,8 Milliarden Euro – vier Prozent weniger als 2014 - und das um zwölf Prozent gesunkene bereinigte Nettoergebnis mit 1,1 Milliarden Euro gelegen.

Die Erfolge bei den erneuerbaren Energien und dem Effizienzprogramm hätten aber nicht ausgereicht, um den Ergebnisrückgang insbesondere in der konventionellen Sparte auszugleichen. „Der anhaltende preisbedingte Margenrückgang im konventionellen Kraftwerksgeschäft war auch der Grund für Wertberichtigungen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro auf den deutschen und britischen Kraftwerkspark“, erklärte Terium. Weitere Abschreibungen und Sonderbelastungen hätten das Nettoergebnis auf -170 Millionen Euro zurückgehen lassen. Der Außenumsatz habe sich geringfügig auf 48,6 Milliarden Euro erhöht. „Neben dem operativen Geschäft gilt 2016 unser ganzes Augenmerk dem Konzernumbau, um die Voraussetzungen für weiteres Wachstum zu schaffen,“ so Terium zu den Plänen für 2016.

Keine Dividende für 2015

„Vor dem Hintergrund der drastischen Verschlechterung der Ertragsperspektiven in der konventionellen Stromerzeugung und der politischen Unwägbarkeiten“ will RWE für das Geschäftsjahr 2015 die Dividendenzahlung an die Aktionäre aussetzen. Lediglich auf Vorzugsaktien solle einen eine Ausschüttung von 13 Cent pro Aktie geben. Zu den Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr hieß es, dass ein EBITDA-Ergebnis zwischen 5,2 und 5,5 Milliarden Euro und ein betriebliches Ergebnis zwischen 2,8 und 3,1 Milliarden Euro angestrebt werde. Dabei solle ein bereinigtes Nettoergebnis zwischen 500 und 700 Millionen Euro erzielt werden, was ein deutlicher Rückgang gegenüber 2015 ist. Als wesentlichen Grund dafür gibt RWE den preisbedingten Margenverfall in der konventionellen Stromerzeugung an, der nur teilweise mit den geplanten Effizienzsteigerungen aufgefangen werden könne. Zudem fielen die Sondereffekte aus dem vergangenen Jahr weg. Ziel sei es aber auch, die Nettoverschuldung und Mitarbeiterzahl stabil zu halten. (Sandra Enkhardt)

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