Diebstahl in Solarparks

Allein in diesem Jahr gab es bereits wieder 21 Angriffe auf Solarparks in Brandenburg.
Foto: Viasys GmbH

Polnische Photovoltaik-Diebesbande festgenommen

23. März 2016 | Politik und Gesellschaft, Topnews

Auf das Konto des Bandenchefs sollen mindestens 22 Raubzüge in Photovoltaik-Kraftwerken in Brandenburg, Bayern und Hessen gehen. Deutsche und polnische Fahnder konnten die Täter nun nach einem Raubzug in einem hessischen Solarpark überführen. Die Schadenssumme allein bei dieser Tat wird mit etwa 50.000 Euro beziffert.

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Gemeinsame Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden in Brandenburg und Polen haben zur Festnahme einer mutmaßlichen Diebesbande geführt, die sich auf den Klau von Solarmodulen aus Solarparks spezialisiert habe. Gemeinsam mit der hessischen Landespolizei seien die Festnahmen der sechs Männer im Alter zwischen 18 und 32 Jahren am Montag erfolgt, teilten die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium aus Frankfurt/Oder nun mit. Das Amtsgericht Gießen habe mittlerweile gegen alle sechs Beschuldigten einen Haftbefehl wegen schweren Bandendiebstahls erlassen. Sie seien in die Justizvollzugsanstalt Gießen gebracht worden. Unter den Festgenommenen befindet sich nach der Erklärung auch der Bandenchef, dem die Beteiligung an mindestens 22 Raubzügen in Solarparks in Brandenburg, Bayern und Hessen vorgeworfen wird.

Zu den Hintergründen und Ermittlungen teilten die Brandenburger Behörden mit, dass im August 2015 eine Ermittlungsgruppe (EG) „Helios“ gegründet worden sei. Vorausgegangen waren allein im Land Brandenburg im vergangenen Jahr mehr als 60 Angriffe auf Solarparks, um Solarmodule und Zubehör zu stehlen. Allein in diesem Jahr sei es bereits wieder zu 21 Angriffen auf Photovoltaik-Anlagen in Brandenburg gekommen. Der Schaden belaufe sich dabei jeweils auf 50.000 Euro und mehr für die Betreiber. Einige Solarparks seien in den vergangenen drei Jahren mehr als fünfmal angegriffen worden.

Intensive Ermittlungen der EG „Helios“ hätten ergeben, dass sich insbesondere polnische Diebesbanden aus dem Raum Zielona Gora auf den Diebstahl von Solarmodulen aus Brandenburg und darüber hinaus spezialisiert hätten. „Die entwendeten Solarmodule werden in der Folge an Hehler in Polen übergeben, die den Vertrieb organisieren“, heißt es bei Polizei und Staatsanwaltschaft aus Frankfurt/Oder, die die Arbeit der Beamten der EG „Helios“ koordinierte. Dabei habe es eine enge Zusammenarbeit mit der CBSP Zielona Gora gegeben – dem zentralen Ermittlungsbüro für die Bekämpfung der Organisierten Kriminalität.

Im Vorfeld der Ermittlungen habe es grenzüberschreitende Observationsmaßnahmen gegeben. Dabei hätten Spezialeinheiten aus Polen und Brandenburg am vergangenen Freitag eine Fahrt der Täter zu einem Solarpark ins hessische Buseck beobachtet. Die Diebesbande habe sich etwa eine halbe Stunde an dem Solarpark aufgehalten und offensichtlich Möglichkeiten einer Demontage von Teilen der Photovoltaik-Anlage geprüft. Anschließend seien sie zurück nach Polen gefahren.

In der Nacht von Sonntag auf Montag seien sie dann mit einem Transporter zurückgekehrt. Dabei seien sie wiederum von Brandenburger Beamten observiert worden. Kurz nach Mitternacht seien sie am Solarpark Busek angekommen und hätten mit der Verladung des Diebesgutes begonnen. Gegen 6 Uhr morgens haben sie dem Bericht zufolge den Tatort in getrennten Fahrzeugen verlassen. Sie konnten dann bei anschließenden Polizeikontrollen in der Nähe des Tatorts festgenommen werden. In dem Transporter hätten sich 24 Wechselrichter im Gesamtwert von etwa 50.000 Euro aus dem Solarpark befunden. Die im separaten Wagen fahrenden Täter hätten versucht zu flüchten, seien aber dank des Einsatzes von vier Funkstreifen und eines Polizeihubschraubers schließlich in der Nähe von Homberg gestoppt und festgenommen worden.

„Der Schlag gegen diese Tätergruppierung, die sich auf den Diebstahl von Solarmodulen und Wechselrichtern spezialisiert hatte, ist ein erneuter Beweis für die gut funktionierende Zusammenarbeit mit der polnischen Polizei und der polnischen Justiz“, erklärte LKA-Chef Dirk Volkland in Eberswalde. Die Bildung der speziellen Ermittlungsgruppe sei dabei die richtige Entscheidung gewesen, die nun zu einem ersten wichtigen Erfolg gefürt habe. „Dies zeigt wieder einmal, dass die Bündelung von Spezialwissen und Ressourcen zur Bekämpfung von Kriminalitätsphänomenen, zwar personalintensiv aber der richtige Weg ist, um international agierende Banden zu zerschlagen“, so Volkland weiter. (Sandra Enkhardt)

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