Energiekommissar Oettinger hofft, die Stromkosten in Europa durch Fracking und Schiefergas senken zu können.
Foto: Europäische Kommission

Oettinger will mehr Fracking und weniger EEG

29. Juli 2013 | Politik und Gesellschaft, Topnews

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) zeigt einmal mehr, kein Freund der deutschen Energiewende zu sein. Das EEG sei nicht wettbewerbskonform und die Strompreise in Deutschland aufgrund der EEG-Umlage viel zu hoch. Sein Lösungsvorschlag: Fracking. Damit könnten zumindest die Gaspreise um bis zu 30 Prozent fallen.

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Das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist nach Meinung von EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) nicht wettbewerbskonform. Dies sagte er am Montag in einem Interview mit der Schwäbischen Zeitung. Außerdem seien die Stromkosten in Deutschland zu hoch und gefährdeten den Wirtschaftsstandort. Er rechne damit, dass die EEG-Umlage im Jahr 2014 von 5,3 Cent pro Kilowattstunden auf mehr als 6 Cent pro Kilowattstunde steigt.

Unter anderem seien die Ausnahmeregelungen für große Energieverbraucher ein Problem bei der Umsetzung des EEG. Der Brutto-Strompreis in Deutschland sei hoch, werde aber durch die Ermäßigung für energieintensive Betriebe künstlich niedriger gehalten, so Oettinger. „Das muss beihilferechtlich geprüft werden und das tun wir.“

Der nächsten Bundesregierung rät Oettinger, im Zuge der Regierungsbildung eine Revision des Erneuerbare-Energien-Gesetzes anzukündigen. „Berlin sollte dann in engen Gesprächen mit Brüssel sicherstellen, dass die Revision mit EU-Recht vereinbar ist.“ Sollte dies nicht gehen, sei mit einem „jahrelangen Brüsseler Verfahren gegen Deutschland“ zu rechnen, was wiederum schlecht sei, weil in dieser Zeit niemand mehr Stromnetze zum Transport der erneuerbaren Energien ausbauen würde. 

Großes Vorbild scheinen für Oettinger die Preise für Erdgas in den USA zu sein. Diese sind bis zu 30 Prozent günstiger als in Europa. Zu verdanken sei dies vor allem der Ausbeutung von Schiefergas durch das sogenannte Fracking. Dass sowohl die Kosten als auch die Umweltschäden dieser umstrittenen Technologie nicht abzuschätzen sind, gibt Oettinger allerdings zu. „Wenn wir jetzt Probebohrungen durchführen, werden wir in einigen Jahren weit klüger sein und auch über die Kosten besser Bescheid wissen“, meint Oettinger. (Mirco Sieg)

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Karl Breiner aus Lindenberg

Sonntag, 04.08.2013 11:50

Herr Oettinger, ehemals Ministerpräsident von Baden-Würt., hat von Stuttgart 21 nichts gelernt. Bei Fracking geht es nicht um ein paar Bäume im Park, sondern um unkalkulierbare Risiken und Verschlechterung [...]

Dieter Arnold aus Schmelz

Samstag, 03.08.2013 00:12

Wenn man mir fest zusagte, dass Öttinger darin für immer verschwindet, kann die erste Probebohrung nächste Woche bei mir im Garten statt finden!

Sven Krug aus Hamburg

Dienstag, 30.07.2013 16:51

Empfehle Herrn Oettinger den Film >Gasland< von Josh Fox, gibt es auch auf Deutsch, Herr Oettinger hat es ja nicht so mit Englisch. Wenn es hilft, lasse ich ihm den Film gerne auch gegen Spendenquittung [...]

Jörg Behrschmidt aus Hamburg

Dienstag, 30.07.2013 13:53

Das Motto von Herrn Oettinger auf den Punkt gebracht heißt doch nur: Klimaschutz Nein Dank! Damit ist er nur ein Glied in einer langen Reihe, die anfängt bei den Energieversorgern und endet mit Wirtschaftsminister [...]

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Kommentare 1 - 4 von 4

Karl Breiner aus Lindenberg

Sonntag, 04.08.2013 11:50

Herr Oettinger, ehemals Ministerpräsident von Baden-Würt., hat von Stuttgart 21 nichts gelernt. Bei Fracking geht es nicht um ein paar Bäume im Park, sondern um unkalkulierbare Risiken und Verschlechterung der Lebensqualität für die betroffenen Menschen, wie man in den USA sieht. Glaubt Oettinger allen Ernstes, dass die Bürger dies widerspruchslos hinnehmen würden? Auch aus der Arroganz seines Nachfolgers Mappus, der mit dem ENBW-Deal dem Land und der Glaubwürdigkeit der Politik insgesamt geschadet hat, will Oettinger wohl keine Lehren ziehen. Mit Fracking und Atompolitik kann man in Deutschland keine Wahl mehr gewinnen. Das hat sogar Frau Merkel kapiert. Oettinger in Brüssel noch nicht.
Die Erde ist eine Scheibe und "Filbinger war kein Nazi" (Zitat von Oettinger bei der Trauerfeier von Ministerpräsident Filbinger).

Dieter Arnold aus Schmelz

Samstag, 03.08.2013 00:12

Wenn man mir fest zusagte, dass Öttinger darin für immer verschwindet, kann die erste Probebohrung nächste Woche bei mir im Garten statt finden!

Sven Krug aus Hamburg

Dienstag, 30.07.2013 16:51

Empfehle Herrn Oettinger den Film >Gasland< von Josh Fox, gibt es auch auf Deutsch, Herr Oettinger hat es ja nicht so mit Englisch. Wenn es hilft, lasse ich ihm den Film gerne auch gegen Spendenquittung für lau zukommen!

Jörg Behrschmidt aus Hamburg

Dienstag, 30.07.2013 13:53

Das Motto von Herrn Oettinger auf den Punkt gebracht heißt doch nur: Klimaschutz Nein Dank!
Damit ist er nur ein Glied in einer langen Reihe, die anfängt bei den Energieversorgern und endet mit Wirtschaftsminister Rösler und Umweltminister Altmaier.

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