Lithium-Ionen-Batterien

Batteriespeicher haben bei der Bereitstellung von Regelenergie einige Vorteile. Sie können zum Beispiel sehr schnell und exakt auf Anfragen des Netzbetreibers reagieren.
Foto: Solarpraxis AG/Mirco Sieg

Keine Diskriminierung von Batteriespeichern am Primärregelenergiemarkt

07. Dezember 2015 | Speicher und Netze, Topnews

Die EU-Kommission hat beschlossen, dass Batteriespeicher, die Primärregelleistung bereitstellen wollen, die vorgehaltene Leistung für 15 Minuten erbringen müssen - wie alle anderen Anlagen auch. Eine diskutierte Sonderregelung, die für Batteriespeicher 30 Minuten vorsah, ist damit wohl vom Tisch.

Diesen Artikel teilen

Melden Sie sich jetzt kostenlos für unseren täglichen Newsletter an.

Zur Anmeldung

Der 0 begrüßt, dass mit dem neu veröffentlichten Network Code on Load Frequency Control & Reserves (NC LFCR) der EU-Kommission keine Sonderregelungen für Batteriespeicher festgelegt wurden. Der Network Code soll die Vorhaltung von Reserveenergie und den Systembetrieb der Stromnetze regeln.

Anlagen, die Primärregelleistung zur Verfügung stellen wollen, müssen im Rahmen der Präqualifikation nachweisen, dass die die vorgehaltene Leistung für mindestens 15 Minuten erbringen können. Über längere Zeit wurde diskutiert, ob für Batteriespeicher eine Sonderregelung gelten solle, die anstatt der üblichen 15 Minuten dann 30 Minuten vorsieht. Mit der Veröffentlichung des neuen Network Codes, ist diese Diskussion nun wohl beendet. Eine Sonderregelung für Batteriespeicher ist nicht vorgesehen.

„Im Hinblick auf einen fairen und diskriminierungsfreien Regelenergiemarkt setzt die Kommission damit ein enorm wichtiges Signal für die Energiespeicherbranche“, heißt es beim Bundesverband Energiespeicher (BVES). „Die Kommission entscheidet sich nun zu Recht für eine technologieneutrale und marktwirtschaftliche sowie einheitliche Regelung“, so Urban Windelen, Bundesgeschäftsführer des BVES. Der nächste wichtige Schritt sei nun, die Regeln der EU-Kommission in konstruktivem Austausch mit den Netzbetreibern und der Bundesnetzagentur schnell in die deutsche Präqualifikationspraxis umzusetzen, damit die zahlreichen Speicherprojekte dem Regelenergiemarkt schnell zur Verfügung stehen könnten.

Aus Sicht des BVES erfüllen Batteriespeicher die technischen Anforderungen an die Bereitstellung von Primärregelenergie in bisher nicht bekannter Qualität. Ein Über- oder Unterschwingen der geforderten Frequenz oder eine verzögerte Lieferung seien nicht gegeben. Zudem werde Primärregelenergie zur schnellen Stabilisierung des Netzes innerhalb von 15 bis maximal 30 Sekunden benötigt. „Danach greift bereits die Sekundärregelenergie ein, die innerhalb von 5 Minuten voll zur Verfügung stehen muss“, so der BVES. Damit sei ein Nachweis von 15 Minuten mehr als ausreichend, um die erforderliche Sicherheit zu liefern. (Mirco Sieg)

Direkt kommentieren

Sie haben die Möglichkeit, unsere Artikel jetzt direkt zu kommentieren. Sie müssen sich nicht mehr als Benutzer registrieren, sondern können direkt auf "KOMMENTIEREN" am Ende der Artikel klicken und Ihre Meinung schreiben.

Die Redaktion behält sich jedoch vor, unsachliche Kommentare zu löschen.

Kommentare

Kommentieren
Kommentar schreiben
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz  
Copyright 2014 © pv magazine

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie aktuelle Branchennews!

photovoltaic (pv) news on topics like thin film and feed-in tariffs and events like Intersolar Europe

Internationale Photovoltaik-News auf Englisch

Spanische Photovoltaik-News aus Lateinamerika